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Der Umbau ist in vollem Gange: Der „Papyrer“ in Fleck wird derzeit renoviert. Zwischen Ostern und Pfingsten ist die Wiedereröffnung geplant.

Gasthof "Papyer"

Schweinsbraten trifft auf Gemüse-Curry

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Lenggries - Der „Papyrer“ in Fleck hat zwei neue Pächter: Die Vietnamesin Lisa-Hong Niederstrasser und ihr bayerischer Ehemann Uwe übernehmen den traditionsreichen Landgasthof. Auf der Karte stehen künftig – wie sollte es bei diesem Paar auch anders sein – gutbürgerliche Gerichte und asiatische Spezialitäten.

Früher war sie Bedienung im „Papyrer“, jetzt kommt Lisa-Hong Niederstrasser als Pächterin zurück: Zusammen mit ihrem Mann Uwe will die Vietnamesin dem ehemals beliebten Ausflugslokal direkt an der B 13 neues Leben einhauchen. Viele Einheimische kennen die 40-Jährige aber nicht nur aus ihrer Zeit als Bedienung (2007 bis 2011), sondern vor allem als Inhaberin des „Brauneck’s“. Das Thai-Restaurant hatte Niederstrasser im Oktober 2014 aufgegeben, obwohl die Geschäfte in Lenggries gut liefen. Aber: „Wir mussten die Tennishalle mit pachten.“ Das habe sich nicht rentiert, weshalb die Gastronomin schließlich einen Schlussstrich zog. Im Moment betreibt sie erfolgreich das Bistro „Tuc Tuc“ in Miesbach, das ihr Onkel übernehmen wird, sobald der „Papyrer“ wieder eröffnet werden kann.

„Das wird irgendwann zwischen Ostern und Pfingsten der Fall sein“, sagt Niederstrasser. Im Moment wird der Landgasthof samt dem großen Biergarten nämlich von Eberhard Pichler grundlegend renoviert. Wie berichtet, hat der Betreiber des Flecker Wasserkraftwerks und Geschäftsführer von „Maschinenbau-Pichler“ den „Papyrer“ im November 2014 gekauft.

Seitdem hat sich einiges getan, auch wenn es von außen nicht so aussieht: „Wir haben die Küche modernisiert, neue Sanitäranlagen eingebaut und die Heizung erneuert“, zählt Pichler einige Beispiele auf. Ab April soll es dann im Außenbereich weitergehen: Unter anderem soll die Fassade neu gestrichen werden, die Malereien sollen aber erhalten bleiben. Bei allen Neuerungen ist es Pichler wichtig, den bayerischen Charakter des „Papyrers“ zu erhalten. Dass es künftig auch eine asiatische Speisekarte in der Wirtschaft geben wird, die urkundlich erstmals 1770 erwähnt wird, damit hat Pichler kein Problem. „Warum nicht“, sagt der 48-Jährige. „Ob es sich bewährt, wird sich herausstellen.“

Die neuen Pächter jedenfalls glauben fest an ihr Konzept. Das sieht auf der einen Seite vor, sich als klassisches Ausflugslokal auf Kaffee und Kuchen, Brotzeiten und Salate zu spezialisieren. Auf der anderen Seite soll es eine gutbürgerliche Küche geben, die durch eine vietnamesische beziehungsweise thailändische Speisekarte ergänzt wird. „Trotzdem gibt es natürlich einen Schweinsbraten oder ein Schnitzel“, unterstreicht Niederstrasser.

Am Herd werden neben dem Ehepaar auch die Eltern und Schwiegereltern der Pächter stehen. „Das wird ein richtiges Familienunternehmen“, freut sich die 40-Jährige, die mit ihrem Mann im ersten Stock des Gebäudes einziehen wird. Außerdem wird die Familie zehn Doppelzimmer für Übernachtungen anbieten – alles weiterhin unter dem Namen „Papyrer“.

Diesen Namen verdankt die Wirtschaft einer Papierfabrik, die zu den vielen verschiedenen Besitzern des Landgasthofs zählte, seit ein Braumeister der Brauerei Hohenburg die „Tavernenwirtschaft“ 1860 übernahm. Mehr Kontinuität brachte erst die Familie Walz, die das Haus zwischen Ende 1967 und Anfang 2013 führte.

Nach vielen Gerüchten um finanzielle Schwierigkeiten erfolgte im Juli 2014 die Zwangsversteigerung der Immobilie, bei der die Sparkasse Kufstein für rund 646 000 Euro – genau die Hälfte des Verkehrswerts – den Zuschlag bekam. Pichler hat das gut 3700 Quadratmeter große Areal für einen ganz ähnlichen Betrag von dem Kreditinstitut gekauft.

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