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Gruslig: Ein Ehepaar aus Lenggries war sich sicher, dass im Nachbarhaus übernatürliche Kräfte wirken. Diese Szene ist natürlich nachgestellt.

Unheimliche Erscheinungen im Fenster

"Geister" im Nachbarhaus stehlen Strom: Ehepaar ruft Polizei

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Lenggries – Ein mysteriöser Fall beschäftigte die Tölzer Polizei vergangene Woche. Ein Ehepaar war sich sicher, dass im Nachbarhaus Geister umgehen - und dabei Strom stehlen.

Aber von vorne: Laut Inspektionsleiter Bernhard Gigl erhielt die Inspektion am 4. Oktober eine schriftliche Anzeige. Nach dem Tod der Nachbarin gehe in deren seitdem leer stehenden Haus Unheimliches vor sich, berichtete darin ein Lenggrieser Ehepaar. Immer, wenn das Paar in seinem Haus das Ganglicht einschalte, gehe auch im Nachbarhaus das Licht an. Ebenso werde es zeitgleich dunkel. Für die Bewohner kamen nur zwei mögliche Erklärungen in Frage: Entweder war – auf welche Weise auch immer – eine illegale Lichtkopplung mit dem Nachbarhaus vorgenommen worden. Oder es handele sich um ein übernatürliches Phänomen.

Da die „Entziehung elektrischer Energie“ eine Straftat ist, besuchte ein Beamter das Ehepaar in Lenggries, um der Sache auf den Grund zu gehen. Die 82-jährige Ehefrau und ihr 87-jähriger Mann empfingen ihn erleichtert und demonstrierten ihm sofort das scheinbar unerklärliche Phänomen. Und tatsächlich: Schalteten die Senioren das Licht an, war auch im Fenster des Nachbarhauses klar und deutlich zu erkennen, dass ein Licht anging. Noch verblüffender wurde die Situation, als deutlich zu sehen war, dass nebenan eine Lampe aufleuchtete, die genauso aussah wie die des Ehepaars. Dies sei nicht schwer erkennbar gewesen, da die Lampe der 82-Jährigen „durchaus formmäßig eine gewisse Exzentrik aufwies“, so Gigl. Dann wurde es noch mysteriöser: Als zwei mannshohe Figuren im Gang bewegt wurden, schienen sich auch im Nachbarhaus Personen zu bewegen.

Nun versuchte der Tölzer Beamte, eine neue Theorie aufzustellen: Ob es sich vielleicht um eine Spiegelung handeln könne, fragte er das Ehepaar vorsichtig. Die beiden ließen sich davon aber nicht überzeugen. Also versuchte es der Polizist auf andere Weise: Er führte die Frau ins Nebenzimmer. Am geöffneten Fenster sollte sie beobachten, was sich im Nachbarhaus tat. Mit dem Ehemann stellte sich der Polizist in den Gang. Dann schaltete er das Licht ein. Und tatsächlich: Wieder wurde es auch nebenan hell. „Sehen Sie, sehen Sie!“, rief die 82-Jährige. Aber plötzlich wurde es im Nachbarhaus dunkel, obwohl das Ganglicht im Haus des Ehepaars weiterhin leuchtete. Der Mann konnte dies bestätigen. Der Grund: Der Beamte hatte die exzentrische Lampe abgedunkelt, die sich im Nachbarfenster gespiegelt hatte.

Gigl: „Die Ermittlungsakte konnte nun ohne weitere Überprüfung von Stromzählern und Unterlagen des Energielieferanten zugeklappt werden.“ Die Straftat einer Lichtkopplung lag nach diesem Beweis nicht vor.

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