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Unterzeichneten die gemeinsame Absichtserklärung: (v. li.) Gabriele Stark-Angermeier von der Caritas, Bürgermeister Werner Weindl und Landrat Josef Niedermaier.

Termin im Rathaus

Gemeinde, Caritas und Landkreis unterschreiben Erklärung: Gemeinsam zum neuen Lenggrieser Pflegeheim

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Vertreter der Gemeinde Lenggries, des Landkreises und der Caritas haben  eine Absichtserklärung unterschrieben, in Sachen Neubau und Betrieb des Pflegeheims zusammenarbeiten zu wollen.

Lenggries – Für Bürgermeister Werner Weindl war es am Mittwoch „ein sehr wichtiger Termin“, als er Gabriele Stark-Angermeier, Vorstand Ressort Altenhilfe, Soziale Dienste und Personal bei der Caritas, und Landrat Josef Niedermaier im Rathaus begrüßte. Der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising wird das Pflegeheim betreiben, das die Gemeinde auf der Krankenhauswiese neben dem Altbau errichten wird. Außerdem wird der Wohlfahrtsverband das Personal übernehmen, das momentan beim Landkreis, genauer gesagt: bei der Kreisklinik angestellt ist.

Dass sich Gemeinderat und Kreistag für die Caritas als Betreiber ausgesprochen haben, „war die absolut richtige Entscheidung, und ich bin froh, dass sie so gefallen ist“, sagte Weindl. Die Resonanz aus der Bevölkerung und dem Heim-Mitarbeitern war ebenfalls „äußerst positiv, weil die Leute sehen, dass alles in guten Händen ist“.

Caritas will „alles einbringen, was wir an Kompetenz und Erfahrung haben“

28 Altenheime unterhält die Caritas in Oberbayern. Dass allerdings eine Gemeinde das Heim baut und nur an den Betreiber weitervermietet, sei Neuland. „Klassisch haben wir das sonst nur bei unseren Kindertagesstätten. Ich finde es interessant, dass sie als Gemeinde hier diesen Schritt tun. Wir sind froh, sie dabei begleiten zu können“, sagte Stark-Angermeier. Als künftiger Betreiber werde man schon bei den Planungen „alles einbringen, was wir an Kompetenz und Erfahrung haben“, versprach die Caritas-Vertreterin.

Darauf setzt die Gemeinde auch. Und genau deshalb hatte sie sich dazu entschlossen, erst den Betreiber zu suchen und dann mit den Planungen zu beginnen. Die umfangreichen Vorarbeiten dafür wurden vor Monaten angegangen, die ersten Vergaben in der Juli-Sitzung des Gemeinderats beschlossen. Weindl hofft nun, dass im Frühherbst die ersten Entwürfe für das Pflegeheim vorliegen.

Vorgesehen ist ein Neubau mit 80 bis 100 Pflegeplätzen. Höhe der Investitionskosten: rund 12 bis 14,5 Millionen Euro, die die Gemeinde stemmt. Der Landkreis, der das Heim bislang betreibt, hilft mit einem Investitionskostenzuschuss von 15 000 Euro pro Platz und einem zinslosen Darlehen. Zudem gebe es ein neues Förderprogramm des Freistaats, so Weindl. Ziel ist es, das Heim 2023 – frühestens – zu beziehen. Bis dahin läuft der Betrieb im bestehenden Haus weiter.

Lenggrieser Pflegeheim: Personal wird übernommen

„Was lange währt, wird nicht immer gut – aber in diesem Fall ist es sehr gut geworden“, sagte Landrat Niedermaier mit Blick auf die jahrelangen Debatten, wer das Heim bauen und wer es betreiben soll. Die Caritas sei ein Betreiber mit hoher Kompetenz und viel Know-how in Sachen Pflege. Die Gemeinde behalte aber das Heft in der Hand, in dem sie selbst baut. „Da sind die richtigen zusammen“, sagte Niedermaier. Für ihn ist es wichtig, für das Personal einen guten Übergang zu schaffen. „Unsere Mitarbeiter gehen mit Vertrauen und Motivation in die neue Situation mit Euch“, sagte er zu den Caritas-Vertretern. Der Wohlfahrtsverband bezahlt seine Kräfte nach einem bundeseinheitlichen Tarifvertrag, der sich an dem für den öffentlichen Dienst (TVÖD) orientiere, erklärte Stark-Angermeier. „Allerdings sind bei Euch viele Mankos raus, die der TVÖD beinhaltet“, sagte Niedermaier und meinte damit beispielsweise die niedrigen TVÖD-Einstiegsgehälter.

Bei den Mitarbeitern lege man generell Wert auf „eine christliche Grundhaltung“, sagte Stark-Angermeier. „Die legt aber nicht der Taufschein fest. Deshalb haben wir auch alle Konfessionen bei uns.“

Gemeinsame Erklärung als Signal, dass es weitergeht

Was Stark-Angermeier im Gespräch immer wieder betonte, ist, dass die Caritas ein Wohfahrtsverband ist, kein kommerzieller Betreiber. Gerade deshalb ist Weindl sicher, dass das Heim in guten Händen sein wird. „Der Profit ist für die Caritas nicht das höchste aller Dinge.“

Weil es momentan zu früh ist, für einen festen Vertrag zwischen den Partnern, hatte man sich zur Unterschrift einer gemeinsamen Absichtserklärung entschieden. Vor allem als Signal an die Bevölkerung, dass es voran geht, sagte Weindl. Festgehalten ist darin, dass die Gemeinde beabsichtigt, ein Heim zu bauen und an die Caritas zu vermieten. Auch die Übernahme des Personals ist Teil der gemeinsamen Erklärung.

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