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Gemeinde Lenggries baut für 21,5 Millionen Euro ein neues Pflegeheim

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Von: Veronika Ahn-Tauchnitz

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Zwei Baukörper und ein Verbindungsbau sind für das neue Pflegeheim an der Karwendelstraße vorgesehen. 90 Plätze entstehen. Plan: Sweco
Zwei Baukörper und ein Verbindungsbau sind für das neue Pflegeheim an der Karwendelstraße vorgesehen. 90 Plätze entstehen. Plan: Sweco © Sweco

Rund 21,5 Millionen Euro wird die Gemeinde Lenggries in den Bau des neuen Pflegeheims investieren müssen. Stand: Montagabend. Wie sich das Ganze wirklich entwickelt, werden erst die Ausschreibungsergebnisse zeigen. Die Gemeinde möchte nun mit dem Projekt zügig vorankommen.

Lenggries – FWG-Fraktionschef Günter Haubner nutzte den Tagesordnungspunkt in der Gemeinderatssitzung am Montagabend für eine kurze Rückschau. „Wir beschäftigen uns jetzt seit acht Jahren intensiv mit der Thematik“, sagte er mit Blick auf den geplanten Neubau des Pflegeheims. Dabei sei es bei jeder öffentlichen Behandlung in Vier-Millionen-Euro-Schritten nach oben gegangen. „Mit zwölf Millionen Euro haben wir angefangen, und jetzt sind wir alles in allem bei 24 Millionen Euro.“

Denn zu den 21,5 Millionen, die die Gemeinde in das Gebäude investieren muss, kommen noch rund 2,5 Millionen Euro, die die Caritas als künftige Betreiberin in die Ausstattung stecken muss. Dennoch, so Haubner, sei es wichtig, nun zügig voranzukommen. Denn niemand wisse, wie sich die Baupreise zukünftig entwickeln. „Ich glaube kaum, dass es nochmal günstiger wird.“

Stahlpreise lassen die Baukosten deutlich steigen

Sehr viel teurer sind auf jeden Fall viele Materialien geworden. Von den 770 000 Euro, die zwischen Kostenschätzung und -berechnung liegen, entfallen allein knapp 580 000 Euro auf die explodierenden Stahlpreise.

Aber wo die Reise kostenmäßig wirklich noch hingeht, könne im Moment keiner sagen, merkte Martin Willibald (FWG) an. Viele Baustoffhersteller würden am Erdgas hängen. „Ihre Kostenberechnung ist eigentlich auch nur eine Schätzung“, sagte Willibald zu Claudia Specht vom Architektur- und Ingenieurunternehmen Sweco. Die gab ihm durchaus Recht. „Es war schon mal einfacher, Prognosen zu stellen. Wir können es nur nach bestem Wissen und Gewissen machen“, sagte sie.

Bau des Pflegeheims mit seinen 90 Plätzen ist „alternativlos“

So richtig abschätzen könne die künftige Entwicklung niemand, bestätigte Bürgermeister Stefan Klaffenbacher. „Aber vielleicht werden die Ausschreibungsergebnisse doch noch günstiger“, ist seine Hoffnung. So oder so – die zügige Umsetzung des Neubaus ist für Vize-Bürgermeister Franz Schöttl (CSU) „alternativlos. Wir brauchen die 90 Plätze. Das Pflegeheim ist unverzichtbar – nicht nur für Lenggries, sondern den ganzen Isarwinkel.“

Wie wirken sich die Baukosten auf die Beiträge aus, die die Bewohner zahlen müssen?

Wie die Caritas eigentlich mit den gestiegenen Baukosten umgeht, wollte Stefan Heiß (FWG) wissen. Schließlich legt die Gemeinde die Kosten über die Miete auf den Wohlfahrtsverband um und der wiederum auf die künftigen Bewohner. „Kann sich das dann überhaupt noch jemand leisten?“, wollte Heiß wissen. Philipp Lang, bei der Caritas zuständig für Bauprojekte, hofft, „dass wir vielleicht noch die eine oder andere Optimierung schaffen“. Letztlich gebe es diese Entwicklung derzeit aber bei allen Bauprojekten. „Nicht zu bauen, ist aber keine Alternative“, sagte Lang.

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Wie sich die gestiegenen Preise auf die Beiträge auswirken werden, die die Bewohner zu zahlen haben, könne jetzt noch keiner sagen, bestätigt Doris Schneider, verantwortlich für Caritas-Altenheime in München und Oberbayern, auf Nachfrage unserer Zeitung. „Logischerweise ist es nicht schön, was sich bei den Baupreisen tut. Aber diese Entwicklung hat wirklich niemand vorhersehen können.“

CSU-Gemeinderätin ärgert sich über Verzögerungen in der Planungsphase

„Ein kleines bisschen muss ich mich aber doch ärgern“, bekannte Christine Rinner (CSU) in der Sitzung am Montag. Denn eigentlich hätte man im Verfahren schon deutlich weiter sein können, wenn es nicht die eine oder andere Verzögerung und Umplanung gegeben hätte. Wie berichtet war man nach der ersten Kostenkalkulation Ende 2020 noch einmal in Verhandlungen eingestiegen. Damals ging man von rund 20 Millionen Euro aus. Am Ende einigten sich Gemeinde und Caritas darauf, aus Kostengründen auf die Produktionsküche zu verzichten. Aus den ursprünglich drei Baukörpern wurden so nun zwei mit einem Verbindungsbau. „Was wir durch die Änderung eingespart haben, haben wir jetzt schon wieder drauf. Wenn wir das damals durchgezogen hätten, wäre es billiger gewesen“, sagte Rinner.

Neubau des Pflegeheims soll 2025 fertig sein

„Hätt i, dad i, war i bringt uns jetzt auch nichts mehr“, merkte Michael Gascha (FWG) an. Jetzt müsse man das Ganze einfach umsetzen. „Als eine der größten Gemeinden im Landkreis sehe ich da auch eine soziale Verantwortung.“

Gegen die Stimme von Willibald stimmte der Gemeinderat der Kostenberechnung zu. Die Verwaltung wurde beauftragt, die nächsten Schritte in Angriff zu nehmen. Fertig sein soll das Heim 2025.

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