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Der Brand eines als Beherbergungsbetrieb genutzten Bauernhofs in Schneizlreuth im Mai 2015, bei dem sechs Menschen starben, sorgt dafür, dass die Themen Feuerbeschau und Brandschutz in den Gemeindeverwaltungen noch mehr im Fokus steht.

Gemeinderat Lenggries

Dem Brandschutz auf der Spur

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Nach dem Brand in Schneizlreuth mit sechs Toten legen die Gemeinden noch mehr Fokus auf das Thema Brandschutz. Für Lenggries ist das mit einiger Arbeit verbunden.

Lenggries – Feuerbeschauen waren schon immer Aufgabe der Gemeinde. In Lenggries wurden bislang aber in erster Linie kommunale Liegenschaften unter die Lupe genommen. „Seit dem Brand in Schneizlreuth ist das Thema Brandschutz aber in aller Munde“, sagte Geschäftsleitende Beamtin Heidi Kiefersauer in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Bei dem Feuer in einem Bauernhof, der trotz mangelnden Brandschutzes als Eventhotel genutzt wurde, starben im Mai 2015 sechs Menschen. Im Nachgang wurde im Januar auch Anklage gegen einen ehemaligen Bürgermeister erhoben, weil es keine Feuerbeschau gegeben haben soll. Zudem besteht der Verdacht, dass der Mann das Landratsamt nicht über den baurechtswidrigen Zustand des Hauses informiert hatte.

Um Katastrophen wie jene im Berchtesgadener Land zu verhindern, sind Gemeinden nun verstärkt angehalten, „Feuerbeschauen auch in privaten Gebäuden durchzuführen“, so Kiefersauer. Dazu gehören beispielsweise Tagesbetreuungseinrichtungen für mehr als zehn Kinder, Gaststätten mit mehr als 40 Sitzplätzen und Beherbergungsbetriebe mit mehr als zwölf Betten. „Alleine davon haben wir in Lenggries mehr als 60“, zeigte Kiefersauer die Dimension der Aufgabe auf. Aber auch Gewerbebetriebe sollen geprüft werden – vor allem, wenn sie explosive Güter lagern. „Das heißt nicht, dass jedes Gebäude geprüft werden muss“, betonte die Geschäftsleitende Beamtin. „Aber wir sind angehalten, nach Ermessen zu prüfen.“ Und gebe es einen konkreten Anhaltspunkt „für gefährliche Zustände, muss die Beschau sofort durchgeführt werden“. Um überhaupt einen Überblick zu bekommen, welche Gebäude begutachtet werden müssen, „stellen wir gerade eine Liste zusammen“, so Kiefersauer. Je nach Gefährdungspotenzial werden Prioritäten vergeben. Danach werde ein Zeitplan für die Begehungen aufgestellt.

Die Feuerbeschauen übernimmt eine Kommission bestehend aus Mitarbeitern des Bauamts oder des Ordnungsamts, Vertretern der Feuerwehr und dem zuständigen Kaminkehrer. Auch mit externen Sachverständigen kann die Gemeinde zusammenarbeiten. Nach Anmeldung nimmt die Kommission dann das jeweilige Gebäude unter die Lupe. Und wenn ein Eigentümer der Besichtigung nicht zustimmt? Bestehe eine akute Gefährdung, könnte die Gemeinde den Zugang unter Umständen mit Hilfe der Polizei durchsetzen, sagt Kiefersauer. Sie rechnet aber nicht mit solchen Fällen. „Die Feuerschauen sind ja eigentlich im Sinne des Eigentümers.“ Dieser bekommt schließlich Auskunft, ob der Brandschutz ausreicht oder wie er verbessert werden kann. Gecheckt wird bei den Ortstermine einiges: Beispielsweise, ob die Rettungs- und Fluchtwege frei sind, genug Rauchmelder vorhanden sind, die Anfahrt für die Feuerwehr problemlos möglich ist oder auch, ob die Hydranten zugänglich sind.

In welchen zeitlichen Abständen die Feuerbeschauen stattfinden müssen, ist nicht festgelegt, sagt Kiefersauer. „Das liegt in unserem Ermessen.“

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