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Zusätzlicher Wohnraum: Wer sein Dachgeschoss ausbaut, muss nachträglich Herstellungsbeiträge zahlen.

Gemeinderat Lenggries

Lenggries steigt Hausbesitzern aufs Dach

Lenggries – Viele Hausbesitzer bauen ihr Dachgeschoss nachträglich aus. Von ihnen fordert die Gemeinde Lenggries nun nachträgliche Herstellungsbeiträge.

Mit Freiwilligkeit ist das immer so eine Sache: Die Resonanz ist oft überschaubar gut, wenn eine freiwillige Leistung erwartet wird. Diese Erfahrung hat auch die Gemeinde Lenggries gemacht, die die Hauseigentümer in der Gemeindezeitung mehrfach aufgefordert hatte, nachträglich ausgebaute Dachgeschosse zu melden. „Die Resonanz war sehr gering“, sagte Bauamtsleiter Anton Bammer am Montag im Gemeinderat. Gerade einmal drei Rückmeldungen gingen in der Verwaltung ein. Bammer vermutet dahinter „keinen bösen Willen“ der Hauseigentümer, „vermutlich haben sie einfach nicht daran gedacht.“ Möglich ist aber auch, dass die Rückmeldungen deshalb so spärlich kommen, weil für die neuen Räume unterm Dach Herstellungsbeiträge für Wasser und Kanal bezahlt werden müssen. 13,80 Euro sind das pro Quadratmeter Geschossfläche. „Auf das ganze Gemeindegebiet gesehen, geht es da schon um eine größere Summe“, so Bürgermeister Werner Weindl in der Sitzung.

Denn, dass der eine oder andere entgegen der Meldedisziplin sein Dachgeschoss ausgebaut hat, liegt auf der Hand. Das zeigte nicht zuletzt ein Vorbescheidsantrag aus dem vergangenen Jahr. Der Bauherr benannte in seinem Antrag zahlreiche Bezugsfälle im Bereich um den Fasanenweg. „Wir haben alle in dem Viertel angeschrieben“, sagte Bammer. Das Ergebnis: Von 38 Hausbesitzern gaben 17 an, dass sie ihr Dachgeschoss nachträglich ausgebaut hatten.

Ursprünglich hatte die Gemeinde angedacht, alle Hauseigentümer flächendeckend anzuschreiben. „Aber das haben wir verworfen“, sagte Bammer. Denn für die Gemeinde stellt die Berechnung der nachträglichen Herstellungsbeiträge „einen riesengroßen Aufwand dar“, so der Bauamtsleiter. „Oft haben die Bauherrn keine richtigen Grundrisse. Aber generell ist die Erfassung schon eine wichtige Geschichte.“

Geplant ist nun, die Eigentümer straßenzugweise anzuschreiben und auf die Meldepflicht hinzuweisen. Zudem soll ein Infoblatt erstellt werden. Ein Formular auf der Internetseite der Gemeinde soll den Hausbesitzern zudem die Meldung der ausgebauten Dachgeschossflächen erleichtern. „Hat die Verwaltung denn für das alles Kapazitäten“, fragte Hans Proisl (Freie Wähler). „Nein“, antwortete Weindl kurz. Man versuche es aber trotzdem. Überlegt worden war auch, das Ganze an eine externe Firma zu übertragen. „Wir hatten schon einmal Externe. Aber damit waren wir nicht zufrieden. Die waren eher so detektivmäßig unterwegs.“ Zudem habe die Gemeinde „sehr viel nacharbeiten müssen. Jetzt machen wir es gleich selbst – aber eben nur nach und nach.“  va

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