+
Die Zufahrt zum neuen Wohngebiet ist umstritten.

Gemeinderat Wackersberg diskutiert über Längentalstrasse

Knappe Mehrheit für Bebauungsplan

  • schließen

Gegen die Stimmen von sechs Ratsmitgliedern wurde am Dienstagabend der Bebauungsplan Längentalstraße genehmigt – nicht ohne noch einmal eine Grundsatzdebatte auszulösen.

Wackersberg– Man muss die Tagesordnung des Gemeinderats Wackersberg nicht kennen, um zu wissen, was draufsteht. Wenn im Zuschauerbereich Gedränge herrscht, geht es sicher um die Längentalstraße. So auch in der jüngsten Sitzung.

Wie laufend berichtet, möchte die Gemeinde ein Neubaugebiet in Arzbach ausweisen. Dagegen regt sich Widerstand der Anwohner der Längentalstraße, da diese die einzige Zufahrtsmöglichkeit zu den bis zu 18 neu geplanten Häusern wäre. Besonders die Engstelle im unteren Bereich der Straße bereitet den Bürgern Sorge.

Diesmal ging es um den Bebauungsplan. Bürgermeister Alois Bauer erklärte, wie groß die geplanten Häuser samt Garagen sein dürften, dass Quergiebel zugelassen seien und dass der Wasserbeschaffungsverband das neue Gebiet mitversorgen könne. Das ging Nikolaus Braun zu weit: „Bevor wir das planen, müssen wir erst den Verkehr geregelt haben.“ Bauer wiederholte aus der vorigen Sitzung: „Das Verkehrsgutachten hat gezeigt, dass die Situation in Ordnung ist für das Baugebiet.“ Es werden außerdem weiter Grundstückverhandlungen geführt, um die Straße zu erweitern. „Wir schauen, dass wir das alles regeln.“

Braun störte sich auch an dem „Riegel“ mit drei Häusern samt Garagen, der mit einer Länge von 76 Metern als Schallschutz für das neue Gebiet dienen soll. „Ich habe da Bedenken.“ Man brauche einen Schallschutz, meinte der Bürgermeister. Man könne auch einen Wall aufschütten.

„Ich weiß, dass die Grundsatzentscheidung gefallen ist“, so Braun. „Aber wir haben nie darüber geredet, wie viele Häuser da hin sollen.“ Ihm sei die Bebauung zu dicht. Das sahen auch Jakob Monn und Martin März so.

„Wir können doch jetzt nicht weiterplanen, und am Ende ist die Verkehrssituation vielleicht gar nicht geregelt“, wandte Josef Kaltenhauser ein. Man müsse ein Vier-Augen-Gespräch mit den Anwohnern suchen, sagte Monn. Das werde parallel gemacht, sagte Bauer. Ob man das wirklich an diesem Abend entscheiden müsse, fragte Kaltenhauser. „Wir können doch nicht alle hier vor vollendete Tatsachen stellen“, so Braun. „Nicht, wenn wir schon ein halbes Jahr mit den Anwohnern kämpfen.“ Vom Wort „kämpfen“ wollte sich Bauer distanzieren. „Ich möchte Euch nur bitten, dass wir heute über den Entwurf abstimmen“, versuchte es der Bürgermeister noch einmal. Es sei ja gar nichts endgültig beschlossen. „Aber sonst kommen wir auf keinen grünen Zweig.“

Neun Räte stimmten schließlich für den Plan, sechs dagegen. Nikolaus Braun durfte nicht mitstimmen. „Du hättest eigentlich gar kein Rederecht gehabt“, meinte Alois Bauer. „Das hättest Du mir halt vorher sagen müssen“, brummte Braun.

Als nächstes sollen nun ein Schallschutzgutachten erstellt werden und die Straßenplanung vorangetrieben werden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Trimini, Dorst, Herzogstandbahn: Geballte Neuigkeiten aus Kochel
Der Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde blieb Nebensache. Der Besuch von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner war viel mehr als ein Wahlkampftermin vor Ort. Beim …
Trimini, Dorst, Herzogstandbahn: Geballte Neuigkeiten aus Kochel
Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Donnerstagabend
Tipps gegen Langeweile: Das ist los am Donnerstagabend
Verdächtiges Paket
Es war nur ein Bigbag, ein Riesensack, der in der Isar trieb. Es hätte aber auch ein Toter sein können. Deshalb kam es am Donnerstag zu einem Großeinsatz an der Isar.
Verdächtiges Paket

Kommentare