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Die Lenggrieser Kläranlage wird derzeit umgerüstet. Künftig soll aus Faulgas Strom und Wärme gewonnen werden.

Gemeinderatsbeschluss

Lenggrieser Abwassergebühr steigt kräftig

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Die Wasserver- und die Abwasserentsorgung wird für die Lenggrieser ab 2018 um einiges teurer. Der Gemeinderat beschloss in der Sitzung am Montag die Änderung der Gebührensatzung.

Lenggries –  „Natürlich erhöht keiner gerne die Gebühren“, sagte Bürgermeister Werner Weindl (CSU). Aber man müsse berücksichtigen, dass die Gemeinde auch einiges investiere.

In erster Linie wird die Abwasserentsorgung teurer: Statt wie bisher 1,94 Euro pro Kubikmeter müssen die Lenggrieser künftig 2,32 Euro berappen. Für einen Vier-Personen-Haushalt bedeute das eine Mehrausgabe von rund 71 Euro pro Jahr, rechnete Kämmerer Michael Wenig vor. Wer zusätzlich Oberflächenwasser einleitet, muss statt 2,15 künftig 2,57 Euro pro Kubikmeter bezahlen.

Millionen-Investition in Kläranlage

„Der Anstieg liegt an zwei wesentlichen Gründen“, erläuterte Wenig. Einmal investiert die Gemeinde derzeit 2,6 Millionen Euro in die Kläranlage. Wie berichtet wird die Kapazität erweitert und der Betrieb auf anaerobe Schlammfaulung umgestellt. Künftig wird dort aus dem Faulgas Wärme und Strom gewonnen. „Die Wärme, die in der Kläranlage verbraucht wird, erzeugen wir dann zu 100 Prozent selbst – das gilt auch für einen Großteil des Stroms“, ergänzte Weindl. Allerdings fallen durch die Umgestaltung im Moment nicht nur Baukosten an, auch ein anderer Posten sorgt dafür, dass die Gebühren steigen. Bislang konnte der anfallende Klärschlamm in einem Behälter auf dem Gelände zwischengelagert werden. Zweimal im Jahr kam ein Unternehmen mit einer mobilen Presse und entwässerte den Schlamm. Das ist wichtig, um dessen Gewicht zu reduzieren, denn Klärschlammentsorgung ist teuer. Rund 100 000 Euro kostet das die Kommune jedes Jahr. Der Lagerbehälter steht nun aber nicht mehr zur Verfügung, denn das Gebäude wird umgerüstet: Dort wird nämlich künftig das Faulgas erzeugt und im Blockheizkraftwerk verbrannt. Die Folge: „Während wir sonst nur zwei Pressungen im ganzen Jahr hatten, gab es heuer schon die vierte – und zwei weitere sind noch geplant“, sagte Wenig.

Mittelfristig wird das Ganze aber auch wieder günstiger. Denn in einem zweiten Schritt entsteht auf dem Kläranlagen-Gelände für rund 200 000 Euro eine eigene Schlammentwässerungsanlage. Das heißt: Gepresst wird dann selber, das Beauftragen einer Firma ist nicht mehr nötig. „Wenn die Entwässerung in Betrieb ist, gehe ich davon aus, dass die Gebühren auch wieder runtergehen“, so Weindl.

Trinkwasserpreis bleibt fast gleich

Kaum ins Gewicht fällt der Anstieg bei der Trinkwassergebühr. Statt 1,03 werden künftig 1,05 Euro pro Kubikmeter fällig. Josef Wasensteiner (CSU) fragte sich angesichts dieses geringen Unterschieds und mit Blick auf den Verwaltungsaufwand, ob die Anpassung wirklich nötig sei. „Kann man die Gebühr nicht innerhalb eines gewissen Spielraums gleich lassen?“ Wenig verneinte. Das Problem: Wasser- und Abwassergebühr müssen kostendeckend sein. Das heißt, die Gemeinde darf keinen Gewinn erzielen, aber auch keine Unterdeckung verursachen. Und genau deshalb muss sie um diese zwei Cent erhöhen. „Wir haben da keinen Spielraum“, so Wenig.

Trotzdem stimmte Wasensteiner am Ende gegen die Erhöhung beim Trinkwasser. Die neue Abwassergebühr wurde einstimmig beschlossen.

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