Blick in den zukünftigen Trachtler-Gemeinschaftsraum: „Stamm“-Vorsitzender Benedikt Demmel (li.) und Georg Kemser, Vorsitzender der „Hirschbachtaler“, auf der Baustelle im ehemaligen Postamt. Früher wurden hier die Briefe sortiert. Foto: Pröhl

Gemeinschaftsprojekt von „Stamm“ und „Hirschbachtalern“ 

Neues Trachtenheim nimmt Gestalt an

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Wo früher Briefe sortiert wurden, sollen schon bald die Trachtler proben. Bis es soweit ist, gibt es im ehemaligen Lenggrieser Postamt noch viel zu tun. Die Vereins-Mitglieder nutzen jede freie Minute, um das erste Obergeschoss für ihre Zwecke herzurichten.

Lenggries – Viele Mitglieder der beiden Lenggrieser Trachtenvereine haben eine neue Freizeitbeschäftigung: Wer Kapazitäten hat, kommt in das alte Postgebäude am Bahnhofsplatz und hilft dabei, an der neuen, gemeinsamen Vereins-Unterkunft zu arbeiten. Die Sanierung des ersten Obergeschosses stemmen die Trachtler nämlich komplett in Eigenregie. Lediglich die Arbeiten an den festen Bestandteilen des denkmalgeschützten Gebäudes aus dem Jahr 1923 wie Treppenhaus oder Fenster übernimmt die Gemeinde.

Seit Januar werkeln die Trachtler an ihrer neuen Herberge. „Ende des Jahres wollen wir fertig sein“, sagt Georg Kemser, Vorsitzender der „Hirschbachtaler“. Allein rund 100 Quadratmeter umfasst der Gemeinschaftsraum, wo die beiden Vereine künftig proben werden. Als Untergrund dient ein Holzboden, der noch verlegt werden muss. Außerdem planen die Trachtler unter anderem, eine Leinwand samt Beamer, Lautsprecher und eine Küchenzeile einzubauen. „Eine richtige Bewirtung wird es aber nicht“ geben, betont Kemser. Auch um einen Durchbruch zur Gemeindebücherei müssen sich die Vereinsmitglieder noch kümmern, um eine Fluchtmöglichkeit zu schaffen. Diese und andere Brandschutzauflagen sind auch der Grund, warum sich der Umbau etwas in die Länge zieht. „Niemand schmeißt uns böswillig was zwischen die Füße“, sagt Kemser. „Aber es ist ein weiter Weg.“

Neben dem Gemeinschaftsraum, Toiletten und einer Garderobe entstehen auf weiteren 40 Quadratmetern zwei Lagerräume, für jeden Verein einer. Dort können „Stamm“ und „Hirschbachtaler“ jeweils ihren Fundus lagern. Die Trachtler verfügen beispielsweise über eine Menge Trachten für Kinder. „Wir können nicht erwarten, dass die Eltern jedes Jahr ein neues passendes Gwand kaufen“, sagt Kemser. Deshalb verleihen die Vereine Joppen und Dirndl an ihre jungen Mitglieder. Derzeit ist ein Großteil der Kleidung noch im Pfarrheim untergebracht – oder zuhause bei den Vorstandsmitgliedern. „Auf Dauer ist das kein Zustand“, sagt Kemser.

Deshalb habe er sich auch so gefreut, als die Gemeinde im vergangenen Herbst auf die Vereine zukam und anbot, den Trachtlern die Räume in der ehemaligen Post zur Verfügung zu stellen (wir berichteten). Etwa 55 000 Euro stecken beide Vereine jeweils zu gleichen Teilen in den Umbau. Als Gegenleistung dürfen sie das erste Obergeschoss 25 Jahre lang mitfrei nutzen.

Für einen Verein allein wäre es laut „Stamm“-Vorsitzenden Benedikt Demmel nicht möglich gewesen, dieses Groß-Projekt zu stemmen. Das weiß auch Kemser und findet es deshalb umso schöner, dass beide Gruppierungen an einem Strang ziehen. Und nicht nur das: Unterstützung bekommen die Trachtler auch von den heimischen Handwerksfirmen: Viele lassen sich laut Kemser nicht lumpen und gewähren großzügige Rabatte oder spenden Material für das neue Trachten-Vereinsheim.

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