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Eine Idee wächst und gedeiht: Zur Eröffnung der Genossenschafts-Gärtnerei in Lenggries-Steinbach begrüßte „BioTop“-Vorsitzender Sebastian Girmann (re.) am Samstag zahlreiche Interessierte.

Eröffnungsfeier

Genossen ernten jetzt aus eigenem Garten

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Die erste Genossenschafts-Gärtnerei im Isartal steht: Am Samstag feierten die Mitglieder von „BioTop Oberland“ die Eröffnung auf einer 2,5 Hektar großen Fläche in Lenggries-Steinbach.

Lenggries – Ein Genossenschafts-Mitglied zahlt 46 bis 105 Euro pro Monat und bekommt dafür jede Menge frisches Gemüse aus der Region – von Karotten bis Rhabarber, von Tomaten bis Mais und von Kohlrabi bis zu Salatköpfen. Diese Idee hat eingeschlagen. Die Mitgliederzahl der ersten gemeinschaftsgetragenen Gärtnerei im Isartal steigt kontinuierlich. Mittlerweile hat die Gemeinschaft „BioTop Oberland“ 300 Mitglieder. Die neue Gärtnerei in Lenggries bietet der Genossenschaft ganz neue Möglichkeiten.

Neben der Ackerfläche stehen auch drei Gewächshäuser und ein Betriebsgebäude zur Verfügung. Ein professionelles Gärtnerteam ist bei der Genossenschaft angestellt und baut 150 verschiedene Sorten das ganze Jahr über an. Insgesamt hat die Gärtnerei sechs Mitarbeiter.

Die Genossenschaft „BioTop Oberland“ startete vor drei Jahren in einem viel kleineren Rahmen und pachtete von zwei bestehenden Bio-Gärtnereien Anbauflächen (wir berichteten). Die Verantwortlichen kümmerten sich selbst um den Anbau. „Die Testphase hat uns gezeigt, dass sehr großes Interesse an dem Projekt besteht“, sagt der geschäftsführende Vorsitzende Sebastian Girmann. „Wir haben gesehen, dass wir es wagen können, eine eigene Gärtnerei zu gründen.“

2017 rückte dieses Ziel in greifbare Nähe, als Josef Heiß Ackerflächen in Lenggries-Steinbach anbot. In einer Genossenschaftsversammlung fragte die Vorstandschaft nach, ob die Genossen bereit seien, für das Projekt Kapital zur Verfügung zu stellen. „Das hat unglaublich gut geklappt“, sagt der Geschäftsführer. Binnen kurzer Zeit war das nötige Geld zusammen, und die Gärtnerei konnte 140 000 Euro investieren. „Wir mussten keinen Euro Kredit aufnehmen“, sagt Girmann.

Ohne Josef Heiß wäre das Projekt seiner Ansicht nach nicht möglich gewesen. „Er hat uns vertraut, obwohl er uns nicht näher gekannt hat.“

Warum ist die Genossenschafts-Gärtnerei so erfolgreich? Dafür gibt es nach Ansicht von Girmann mehrere Gründe: „Die meisten Mitglieder machen mit, weil sie die Schnauze davon voll haben, die Lebensmittel von irgendwem irgendwo zu kaufen.“ Man wisse schließlich nie, wie am Produktionsort die Herstellungs-Bedingungen seien.

Zudem gebe es viele Bio-Produkte, bei denen der ökologische Nutzen fraglich sei. Girmann betont: „Bei uns wissen die Leute dagegen, wo das Gemüse herkommt, und sie kriegen eine gescheite Qualität.“

Der Anteil wird in Form von Kisten einmal wöchentlich an Verteilstationen geliefert. Das Genossenschafts-Modell bringe aber nicht nur für die Mitglieder Vorteile, sondern auch für die beteiligten Landwirte: Zum einen müssen sie das Risiko einer schlechten Ernte nicht mehr alleine tragen, und zum anderen müssen sie sich keine Gedanken darüber machen, wie sie die Lebensmittel an die Frau und an den Mann bringen: „Wir haben unsere Abnehmer schon.“

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