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Geplante Rettungsstation: Bergwacht Lenggries hofft auf Spender

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Von: Alois Ostler

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Einsatz am Brauneck: Ein Rettungshubschrauber nimmt verletzte Wanderer auf. © Till Gudelius

Die Lenggrieser Bergwacht startet den Spendenaufruf für ihren geplanten Neubau – auch wenn die Grundstücksfrage noch nicht endgültig geklärt ist. Die ständig zunehmenden Einsätze lassen den Rettern keine andere Wahl.

Lenggries – Die Lenggrieser Bergwacht braucht eine neue Rettungsstation. Das ist bereits seit dem vergangenen Jahr bekannt. Eigentlich wollte die Bereitschaft mit dem Spendensammeln erst beginnen, wenn Baugrund und Baupläne feststehen und damit die genaue Bausumme, heißt es in einer Mitteilung der Rettungsorganisation.

„Dieser Prozess dauert leider viel länger als geahnt. Wir hoffen, dass wir bis zum möglichen Baubeginn genug Spenden gesammelt haben und möchten keine weitere wertvolle Zeit verlieren“, sagt Karl Strehler, Ausbildungsleiter und Bauteam-Mitglied bei der Bergwacht. Mit wertvoller Zeit meint der Bergretter, dass der Neubau dringend nötig ist. Strehler: „Am jetzigen Standort mitten im Wohngebiet ist viel zu wenig Platz für Rettungsgeräte, Fahrzeuge und Mannschaft. Diesen Platz brauchen wir aber dringend, um unsere Arbeit effektiv leisten zu können.“

Neubau der Rettungsstation: Verhandlungen mit Eigentümer laufen

Die Verhandlungen mit dem Eigentümer des Grundstücks, auf dem die neue Bergrettungswache errichtet werden soll, laufen immer noch. „Bis der Vertrag in trockenen Tüchern ist, wollen wir aber nicht dasitzen und Däumchen drehen“, sagt Florian Siegl vom Bauteam der Bergwacht. „Wir wissen jetzt schon, dass die Summe auf unserem Konto für den Bau einer modernen Rettungswache nicht ausreichen wird.“ Etwa 60 Prozent müsse man durch Spenden finanzieren, sagt Siegl, der als Kassier die Finanzen im Auge hat.

Die Bergwacht Bayern hat vor Kurzem Alarm geschlagen, weil die Einsatzzahlen für die ehrenamtlichen Retter in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen sind, berichtet Bergwacht-Sprecherin Sylvia Frei. Das sei auch im Dienstgebiet der Lenggrieser Bergretter der Fall, „das mit 370 Quadratkilometern das größte in Bayern ist“. 2008 lagen die Einsatzzahlen im Sommerhalbjahr noch im zweistelligen Bereich. Seit 2011 sind sie laut Frei andauernd dreistellig und erreichten 2018 die Spitze mit 124 Einsätzen im Sommerhalbjahr und 382 Einsätzen im gesamten Jahr.

„Wir müssen uns für die steigenden Einsatzzahlen“

„Wir müssen uns für die steigenden Einsatzzahlen rüsten und mit der Zeit gehen“ sagt Bereitschaftsleiter Christoph Brenninger, der seit 27 Jahren bei der Bergwacht Lenggries ist und als Einsatzleiter hunderte Einsätze koordiniert hat. „Die derzeitige Rettungsstation ist im Jahr 1979 gebaut worden. Die Anforderungen, die inzwischen gestellt werden, sind hier schon lange nicht mehr erfüllt.“

Die Bergwacht weist auch darauf hin, dass ein Baubeginn erst dann möglich ist, wenn die gesamte zu erwartende Bausumme beisammen ist. „Aufgrund der Gesetzeslage können wir erst mit dem Bau beginnen, wenn die Kosten zu 100 Prozent gedeckt sind“, so Kassier Florian Siegl. Eine Rettungsorganisation könne nämlich keinen Kredit aufnehmen.

„Im Grunde bitten wir alle um eine Spende, die in unser Dienstgebiet kommen oder hier leben und deshalb vielleicht irgendwann einmal unsere Hilfe brauchen“, fasst Bereitschaftsleiter Brenninger den Aufruf zusammen.

Infos zur Spendenaktion auf www.bergwacht-lenggries.de

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