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Geplanter Exit-Room in Lenggries: Gefangen, aber nicht eingesperrt

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Von: Alois Ostler

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Symbolbild © dpa / Sebastian Kahnert

Lenggries soll um eine Attraktion wachsen. Das ortsansässige Unternehmen Outdoor-Dahoam will einen sogenannten Exit-Room bauen. Der Plan hat am Montag die erste Hürde genommen.

Lenggries – Escape Games sind zurzeit der große Renner. Bei derartigen Gruppenspielen müssen die Teilnehmer verschiedene Aufgaben oder Rätsel lösen, um den Raum, in dem man gefangen ist, verlassen zu können. Einen derartigen Exit-Room will der Lenggrieser Adventure-Anbieter Outdoor-Dahoam an der Bretonenbrücke bauen. Im dortigen Gewerbegebiet hat das Unternehmen vor einem Jahr eine Immobilie erworben, in dem nun ein größerer Büroraum geteilt und entsprechend umgestaltet werden soll.

Mit diesem Antrag befasste sich der Lenggrieser Bauausschuss am Montag und stimmte dem Vorhaben schließlich zu. Mit Ausnahme von Hans Proisl. „Ich weiß nicht so recht, was das werden soll“, sagte der FWG-Gemeinderat in der Diskussion.

Der Betriebsbeschreibung nach „sitzen da Leute in einem Raum und werden gefilmt“. Das erscheine ihm undurchsichtig. Bürgermeister Werner Weindl ergänzte: „Die Teilnehmer müssen dort Aufgaben lösen, um wieder rauszukommen.“ Das diene der Teambildung. Nach Einschätzung von CSU-Gemeinderätin Christine Rinner „handelt es sich dabei um ein Freizeitangebot und dient vor allem der Unterhaltung“. Auch ihre Töchter haben derartige Spiele schon mitgemacht. Rinner hatte lediglich ihre Zweifel, ob das Gewerbegebiet dafür geeignet sei.

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Alle Fragen des Ausschusses hätte Saskia Seestaller beantworten können. Die Inhaberin und Geschäftsführerin des Unternehmens verfolgte die Sitzung auf der Zuhörerbank. Sie ist froh, „dass diese erste Hürde genommen ist“, sagte sie am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung. Seestaller ist vor einem Jahr mit ihrem Unternehmen von Waakirchen nach Lenggries umgezogen. Die Lage unweit der Isar sei ideal, weil Outdoor-Dahoam auch Rafting und Geocaching anbiete. In der Hauptsaison arbeiten bis zu 15 Angestellte für den Betrieb. „Unsere Klientel ist sehr gemischt“, sagt Seestaller. Das reiche „von Jugendlichen bis zu Teilnehmern im gesetzteren Alter“. Hinzu kämen viele Junggesellenabschiede und Firmen-Events.

Seestaller hat sich mit ihrem Betrieb bereits 2013 selbstständig gemacht. Sie hat sich vorgenommen, jedes Jahr etwas Neues anzubieten. Dazu zähle heuer der Exit-Room, der Mitte des Jahres fertig sein soll. Der Raum sei für bis zu acht Personen ausgelegt, die dort in 60 Minuten mit gegenseitiger Unterstützung ein Rätsel lösen müssen. In dem Raum werde niemand eingesperrt. Wie gefährlich das sei, habe sich Anfang 2019 in Polen gezeigt, wo fünf Mädchen bei einem Brand ums Leben kamen. „Bei uns kann man jederzeit den Raum verlassen“, versichert Seestaller. Ganz gleich, ob man auf die Toilette müsse oder an Raumangst leide. Die Gruppe werde mit Kameras beobachtet. So könne der Spielleiter notfalls in das Geschehen eingreifen. „Bei uns wird aber nichts gespeichert“, versichert die Unternehmerin. Alle Bilder würden anschließend gelöscht.

Der Lenggrieser Exit-Room soll 25 Quadratmeter groß werden. Zusammen mit der Stuttgarter Firma Paperdice Solutions werde man sich nun eine spezielle Geschichte dafür ausdenken. Dann sollen Bühnenbildner den Raum gestalten.

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Die sogenannten Escape Games sind nach Einschätzung Seestallers sehr spannend. „Man muss das mal ausprobiert haben“, sagt sie. „Ich hätte selbst nicht gedacht, dass einen das so mitreißen kann.“ In der Umgebung gebe es noch kein derartiges Angebot. Man müsse dafür bislang beispielsweise nach Rosenheim, Ottobrunn oder Schongau fahren.

Noch in dieser Woche will Seestaller die noch offene Stellplatzfrage lösen. Dann könne der Antrag ans Landratsamt weitergereicht werden. „Ich hoffe, dass er auch dort mit der gleichen Aufgeschlossenheit wie im Rathaus behandelt wird“, sagt die Unternehmerin. 


Eine Übersicht über Spiele und Räume finden Sie hier

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