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Gipfelkreuz gefällt: Ist Berg-Vandalismus ein Problem?

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Von: Dominik Göttler

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Thomas Bucher vom Alpenverein. © dpa

Lenggries - Zwei mit der Axt gefällte Gipfelkreuze erschütterten die Almbauern im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Wie es mit dem Vandalismus in den Alpen ausschaut, erklärt Thomas Bucher vom DAV.

Wie haben Sie reagiert, als Sie von den gefällten Gipfelkreuzen gehört haben?

Verwundert, denn von so einem Fall haben wir vorher auch noch nie gehört. Wir gehen aber davon aus, dass das ein Einzelfall bleibt. Die meisten Gipfelkreuze kommen durch natürliche Umstände wie Blitzeinschläge oder die Witterung zu Schaden.

Ist Vandalismus in den Alpen ein Problem?

Nur in Einzelfällen. Von den rund 260 DAV-Hütten in den Alpen hat etwa ein Drittel einen sogenannten Winterraum. Die sind im Winter offen, damit man im Notfall oder bei einer langen Tour dort übernachten kann. Da ist dann kein Wirt, sondern meistens bloß ein Ofen und ein Bett. Dort passiert es schon mal, dass Holz-Mobiliar verheizt oder eingebrochen wird. Aber das sind im Schnitt vielleicht zwei Fälle pro Jahr.

Warum wird dort eingebrochen?

Meist schlicht aus der Not heraus. Denn für einige Hütten braucht man einen sogenannten Alpenvereinsschlüssel. Wenn jemand in einen Schneesturm kommt und kurz vor dem Erfrieren ist, kann es schon mal sein, dass er versucht, die Türe aufzubrechen oder das Fenster einzuschlagen. Ist ja auch ein Stück weit nachvollziehbar.

Melden sich solche „Notfall-Einbrecher“ danach

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Ja, oft schon. Wir kriegen immer wieder mit, dass sich Leute bei der Sektion melden und sagen: Wir hatten einen Notfall, aber wir wollen den Schaden begleichen. Dass etwas passiert und sich keiner meldet, ist selten.

Und bei den Wanderwegen?

Es gibt Fälle, an denen bei Wegebaustellen die Werkzeuge den Hang runtergeschmissen werden. Aber das sind absolute Ausnahmefälle.

Wie sieht’s mit dem Müll aus?

Inzwischen gibt es eine Kultur des Wieder-Mitnehmens. Wir haben jahrzehntelang darauf hingewiesen: Was man mit rauf nimmt, nimmt man auch wieder mit runter. Und wer oft in den Bergen unterwegs ist, wird sehen, dass da links und rechts kaum etwas rumliegt. Vor zwanzig, dreißig Jahren war das anders. Aber heute ist das Müllproblem eigentlich kein Problem mehr.

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