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Zwei Ausnahmekünstler in der „Provinz“: Das Gitarrenduo „Café del Mundo“ mit Jan Pascal (re.) und Alexander Kilian verzückte die Zuhörer immer wieder. 

Gitarrenduo „Café del Mundo“ im KKK

Flamenco in allen Schattierungen

Kleinkunst kann manchmal ziemlich hausbacken sein. Doch mit ihrem erstaunlichen „KKK“-Programm erreicht Sabine Pfister draußen in der Provinz bisweilen das Anspruchsniveau von musikalischer Hochkultur, ohne dass dieser Kunst etwas Elitäres anhaftet.

Lenggries – Am Wochenende hatte sie mit dem Gitarrenduo „Café del Mundo“ zwei Ausnahmevirtuosen zu Gast. Mit ihrem atemberaubenden Können, gepaart mit musikalischer Freiheit und Tiefe, versetzten Jan Pascal und Alexander Kilian ihr Publikum immer wieder in Erstaunen und Verzückung.

Der berühmte andalusische Gitarrenvirtuose Andrés Segovia hat einst den Flamenco hinter sich gelassen und sein Instrument in die europäische Klassik eingeführt. Die beiden jungen Süddeutschen gehen den entgegengesetzten Weg und nähern sich dem Flamenco mit all seinen Schattierungen an. Auf vielen Reisen haben sie sich von Land und Leuten in Spanien inspirieren lassen, haben die Musik und deren Einflüsse aus Osteuropa, Arabien und Amerika aufgesogen.

Sie haben dabei auch den inneren Landschaften der Musik aus Sehnsucht, süßer Melancholie und Einsamkeit nachgespürt und daraus mit Anleihen aus dem Jazz ein ganz eigenes Genre entwickelt. Wenn man sagt, dass Musik die Menschen berührt, weil sie der Freude und dem Leid des Lebens Ausdruck verleiht, dann gelingt das diesen beiden Künstlern in besonderer Weise.

Mit ihrer Interpretation einer Malagueña im Stil des Jazzpianisten Chick Corea, einer Alegría de Cádiz, eines argentinischen Tango Nuevo von Astor Piazzolla und in eigenen Kompositionen gaben sie der Musik eine charakteristische und eigene rhythmische Struktur. Förmlich elektrisierend waren ihr „León dormido“ – das Stück über einen schlafenden Löwen als Sinnbild des Berges – oder die inoffizielle brasilianische Hymne „Tico-Tico No Fubá“.

In ihrer Musik schildern sie den Alltag und die Magie eines Augenblicks. Sie ist folkloristisch und kunstvoll, erdgebunden und transzendental. Damit trafen sie den genau Nerv ihrer Zuhörer. Viel Applaus und mehrere Zugaben. Ein Abend, der in Erinnerung bleibt. (rbe)

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