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Sie führen den neu gegründeten Grünen-Ortsverband : (v.li.) Amanda Reiter (Beisitzerin), Jürgen Gührs (Schriftführer), Edda Schwab (Beisitzerin), Daniela Werner (Zweite Vorsitzende) und die Ortsvorsitzende Lisa Busch. 

Kommunalpolitik

Grüne heben Ortsverband in Lenggries aus der Taufe - und haben schon viele Ideen

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Es ist geschafft: Über 25 Interessierte kamen am Dienstag in den „Neuwirt“, um bei der Gründung des Lenggrieser Grünen-Ortsverbands dabei zu sein. Eines der ersten Ziele wird es sein, eine Liste für die Gemeinderatswahl 2020 aufzustellen.

Lenggries– „Ich freue mich narrisch, dass das heute klappt“, sagte Grünen-Kreissprecher Alexander Müllejans in der Gründungsversammlung. Auch Kreissprecherin Barbara Schwendner freute sich, „dass es ab sofort im südlichen Isarwinkel eine grüne politische Kraft gibt, die sich einmischen wird“. Landesvorsitzender Eike Hallitzky betonte, wie wichtig es ist, „starke Strukturen zu schaffen“, um den Erfolg der Grünen dauerhaft zu sichern. „Mut geben statt Angst machen“, diese Einstellung der Partei komme an. Die Grünen hätten „Lust am Gestalten und Problemlösen“ – verbunden mit einer gehörigen Portion „Zukunftsoptimismus“. Dritter Landrat Klaus Koch fand es schlichtweg „genial“, jetzt eine Ortsgruppe zu gründen, „in einer Zeit, in der die Zustimmung zur Demokratie schwindet“. Er wünschte den Akteuren viel Kraft, denn es werde Durststrecken geben. „Unsere Unterstützung habt ihr immer. Fühlt Euch willkommen in dieser Familie.“

Die Initiative zur Gründung des Ortsverbands ging von Lisa Busch aus (wir berichteten). Als Grünen-Wählerin habe sie immer bedauert, dass es auf kommunaler Ebene keine Wahl-Möglichkeit für sie gebe. Das Ergebnis der Landtagswahl sowie Zuspruch des Tölzer Grünen-Stadtrats Peter Priller und von Schwendner gaben den Anstoß, über die Gründung eines Ortsverbands nachzudenken. „Bislang war das hier ein weißer Fleck. Jetzt ist es eine grüne Wiese, die wir zum Blühen bringen wollen“, sagte Busch. Sie habe viel Zuspruch erhalten. „Mich haben immer wieder Leute angesprochen und gesagt: ,Toll, dass ihr das macht‘“.

Grüne in Lenggries wollen die Verkehrssituation verbessern

Die 56-jährige Lenggrieserin, die als Berufseinstiegsbegleiterin mit Jugendlichen arbeitet, wurde von den anwesenden acht der momentan 14 Mitglieder zur Vorsitzenden gewählt. Ihr zur Seite steht als Stellvertreterin Daniela Werner, die das Jugendgästehaus leitet. Werner hatte sich gegen Mitbewerberin Amanda Reiter durchgesetzt. Die Unternehmerin gehört dem Vorstand aber als Beisitzerin an – genauso wie das langjährige Grünen-Mitglied Edda Schwab. Komplettiert wird die Riege durch Schriftführer Jürgen Gührs.

Busch ging auf einige Themen ein, mit denen sich die Grünen in Lenggries beschäftigen wollen. Die Verkehrssituation im Dorf sehe man kritisch. „Wir wollen im Ort wieder mehr Raum für die Menschen schaffen. Wir brauchen Platz für Radler und Fußgänger.“ Oft werde geklagt, dass viele ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren. Busch, die selbst seit drei Jahren kein Auto mehr hat, hat dafür Verständnis. „Radler leben gefährlich – auch am Schulberg.“

Prüfen wollen die Grünen, wie sich der Öffentliche Personennahverkehr verbessern ließe. Vor allem die Busverbindungen nach Tölz haben sie dabei im Auge. Tölz sei mit dem Zug zwar gut erreichbar, wenn jemand zum Kino oder ins Badeteil wolle, sei das aber schwierig. Überlegt werde darüber hinaus, ob man Carsharing in Lenggries initiieren könnte.

Ein Ziel der Grünen in Lenggries: Barrierefreiheit voranbringen

„Artenschutz ist uns wichtig“, sprach Busch ein weiteres Themenfeld an. Glyphosatverzicht auf Arealen, die der öffentlichen Hand gehören, fordern die Grünen ein. Stattdessen sollen dort mehr Blühflächen angelegt werden. Der Ortsverband möchte sich zudem dafür einsetzen, dass mehr erneuerbare Energien eingesetzt werden und geprüft wird, wo der Umstieg auf E-Mobilität sinnvoll ist. Um den Plastikverbrauch einzudämmen, möchten die Grünen Handel und Verbraucher mit ins Boot holen und sinnvolle Strategien entwickeln. „Hier könnten wir Vorreiter sein“, hofft Busch.

Im Bereich Soziales möchten sich die Grünen für einen mobilen Jugendsozialarbeiter einsetzen. „Nicht alle Jugendlichen gehen in den Jugendtreff. Viele treffen sich am Bahnhof oder in Unterführungen“, sagte Busch. Hier könnte ein Streetworker hilfreiche Arbeit leisten.

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Die Förderungen von Barrierefreiheit im öffentlichen Raum möchten die Grünen ebenfalls voranbringen. Abgesenkte Gehsteige, Querungshilfen, besserer Zugang zur Isar, rollstuhlgerechte Gondeln bei der Brauneck-Bahn – nannte Busch als Ziele. „Wir können zum Mond fliegen, aber bekommen keinen Rollifahrer aufs Brauneck. Da muss es Lösungen geben.“

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Unterstützen will man den Verein „Rettet die Isar jetzt“ bei seinem Kampf, mehr Wasser in den Rißbach und die Obere Isar zu bekommen. 2030 laufen die Konzessionsverträge mit dem Betreiber des Walchenseekraftwerks aus. Von den Neuverhandlungen über die Wasserableitungen „versprechen wir uns viel“, sagte Busch. „Und wir wollen, dass sich die Gemeinde hier aktiv einbringt.“

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Um sich noch besser für alle diese Ziele einsetzen zu können, wollen die Grünen bei der Gemeinderatswahl 2020 antreten. Die Nominierungsversammlung ist für Herbst geplant.

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