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Sie bewerben sich um einen Platz im Gemeinderat: (v. li.) Amanda Reiter, Daniela Werner, Thomas Betz, Max Seefried, Roman Haehl, Nadia Tretter, Werner Hüttl, Jürgen Gührs, Ruben Werner und Lisa Busch

Ortsverband stellt erstmals Liste auf 

Grüne wollen Lenggrieser  Gemeinderat bunter machen

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Die Lenggrieser Grünen stellen zu den Kommunalwahlen 2020 erstmals eine Gemeinderatsliste auf und setzen dabei vor allem auf Zusammenarbeit. 

Lenggries – Lisa Busch sprach von einem „kleinen historischen Ereignis für Lenggries“: Die Grünen haben am Dienstagabend erstmals in der Geschichte des Brauneckdorfs eine Gemeinderatsliste aufgestellt. Die Ortsverbands-Vorsitzende zeigte sich nicht nur stolz, dass es lediglich acht Monate nach Gründung gelungen war, auf Kandidatensuche „richtig schön fündig“ zu werden. Sie betonte auch, dass „keine andere Partei mit einer so hohen Frauenquote aufwarten kann“: Sieben von 13 Bewerbern auf der Liste sind weiblich.

Der Wahlkampf soll laut Busch klar sach- und themenbezogen werden. Das wurde auch in den kurzen Vorstellungsreden der einzelnen Kandidaten deutlich. Immer wieder wurden die Anliegen bezahlbarer Wohnraum, Kinderbetreuung, Verkehr und Schulwegsicherheit genannt, bei denen man mit anderen Fraktionen im Gemeinderat zusammenarbeiten und den Konsens suchen werde. „Ich möchte mich auf den Weg machen, um Schnittmengen zu suchen und daraus Mehrheiten zu gestalten“, sagt etwa der Arzt Werner Hüttl. „Es gibt auch bei Freien Wählern und CSU Leute, mit denen zusammen wir eine starke Mitte bilden können.“

„Schnittmengen suchen und daraus Mehrheit gewinnen“

Hüttl, der in Teilzeit am Krankenhaus Rechts der Isar im Bereich Konfliktmanagement arbeitet, außerdem in Lenggries eine Praxis für Familien in Krisenfällen betreibt und auch gern den Sommer als Schafwirt auf der Alm verbringt, ist einer von sieben parteifreien Kandidaten auf der Grünen-Liste.

Roman Haehl betonte: „Lenggries ist eine bunte Dorfgemeinschaft. Es wäre schön, wenn sich das im Gemeinderat mehr widerspiegelt als bisher.“ Auch Daniela Werner wünscht sich, dass es im Gemeinderat mehr „verschiedene Blickwinkel auf die Themen“ gibt, aus denen man dann gemeinsam eine Lösung entwickelt.

„Verschiedene Blickwinkel auf die Themen“

Die Leiterin des Lenggrieser Jugendgästehauses hatte sich in der Abstimmung um den vordersten Listenplatz mit 7:4 Stimmen gegen Software-Entwicklerin Amanda Reiter durchgesetzt. Werner war mit der Begründung angetreten, dass, „wenn ich mit die Listen der anderen anschaue, der Tourismus schlecht vertreten ist“. Ihr gehe es nicht darum, „den Menschen den Zugang zur Natur zu versperren“, sondern „den Besucheransturm in die richtigen Bahnen zu lenken“. In Sachen Verkehr wolle sie sich für „mehr Platz und Sicherheit für Fußgänger und Radler“ einsetzen, „was nicht heißt, dass man die Autos zurückdrängt“.

Amanda Reiter hatte auf ihre Expertise im Bereich Energietechnik und Elektromobilität verwiesen. „Ich habe den DHL-Zustellstützpunkt mit CO2-neutraler Energieversorgung selbst konzipiert.“ Unter anderem das Thema Tierschutz hat sich Max Seefried auf die Fahnen geschrieben, ebenso wie seine Frau, Tierärztin Stefanie Zimmermann, die ebenfalls kandidiert und in einer Videobotschaft für einen „höheren ökologischen Anteil in der Tierhaltung“ plädierte.

„Gravierende Benachteiligung sozial Schwacher“

Die „Ungleichheit sozialer Chancen“ prangerte Nadia Tretter aus ihrer Erfahrung als Hebamme an: „Sozial schwache Familien bekommen weniger leicht einen Krippenplatz.“Ins selbe Horn stieß Lisa Busch: „Die Benachteiligung sozial Schwacher ist gravierend. Um sich hier eine Wohnung leisten zu können, müssen meist beide Elternteile arbeiten. Es gibt dafür zu wenig Ganztagsangebote und Unterstützungsmöglichkeiten.“

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Zudem sind ihr bessere ÖPNV-Lösungen wichtig, gerade für Jugendliche und Senioren. Wenn die abends in Tölz ausgehen oder das Kulturangebot wahrnehmen wollten, wüssten sie nicht, wie sie danach wieder nach Lenggries zurück kommen. „Seien es eine App oder Fahrgemeinschaften: Wir müssen daran arbeiten, dass die Leute hier nicht in der Einsamkeit versinken.“ Zu den Planungen zum neuen Pflegeheim gehöre es auch, dass Pflegekräfte hier bezahlbaren Wohnraum finden.

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Für mehr Transparenz im Gemeinderat wollen sich Ruben Werner und Thomas Betz, Inhaber der Bäckerei „Brot & Torte“, einsetzen. Betz: „Es wird viel unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Das finde ich nicht gut.“

 

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