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Präsentieren das Modell für den Hecken-Irrgarten (v. li.): Patrizia Weidinger, Emily Grigoleit, Vroni, Sarah, Regina Thurnhuber, Sina und Jaqueline (gehört eigentlich nicht zur Seminargruppe, hat aber am Modell mitgearbeitet). Das Original soll zirka 50 mal 15 Meter groß werden.

Gymnasium Hohenburg

Raus aus der ökologischen Sackgasse

Lenggries – Ein begehbarer ökologischer Fußabdruck: Schülerinnen des St. Ursula-Gymnasiums entwerfen einen Irrgarten für Jugendsiedlung Hochland. Die große Hecken-Pflanzaktion für den Lehrpfad ist für Ende Juli geplant.

Sechs Schülerinnen des Hohenburger Gymnasiums wollen Spuren hinterlassen. Das klingt pathetisch, ist aber so: Wenn sie mit ihrem Projekt fertig sind, soll ein „begehbarer ökologischer Fußabdruck“ auf dem Areal der Jugendsiedlung Hochland in Königsdorf die Blicke auf sich ziehen. Es handelt sich um einen dann zirka 50 mal 15 Meter großen Hecken-Irrgarten. Er ist gedacht als Lehrpfad, gepflastert mit ökologischen Fragen wie zum Beispiel: Wie entsorge ich Plastik? Wie kann ich Wasser sparen? Welche Früchte kaufe ich im Juni? Äpfel, Ananas oder Erdbeeren?

Wer die falschen Antworten gibt, landet in einer Sackgasse. So das Prinzip. Dahinter steckt aber eine große Botschaft. Tamara Höcherl, die die Schülerinnen in einem Projekt-Seminar betreut, hat als Entwicklungshelferin in Brasilien selbst erlebt, dass die Menschheit in absehbarer Zukunft in einer Sackgasse landen könnte. „Das westliche Konsumverhalten reißt woanders riesige Löcher in die Natur und in die sozialen Strukturen.“ Höcherl denkt an die Abholzung des Regenwaldes oder an die Aluminiumindustrie, die weltweit große Umweltschäden anrichte. Von ihren Schülerinnen ist sie begeistert, erzählt, dass es sie rührt, wenn ihr ein 17-jähriges Mädchen einen liebevoll bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Designentwurf schickt. Höcherl: „Da investieren einige ihre Freizeit.“

In den Köpfen der Seminargruppe steht der Fußabdruck. „Wir haben alle Fragen und das Konzept an einen Grafiker weitergeleitet“, berichtet Schülerin Emily Grigoleit. Damit das Projekt bis zum Herbst umgesetzt werden kann, muss das Team nicht nur im Klassenzimmer Ideen sammeln, sondern auch draußen, „im echten Leben“, Baufirmen beauftragen. „Es ist nicht alltäglich, dass Schüler die Aufgaben eines Planungsbüros übernehmen“, sagt Höcherl. Die Vorarbeit hat übrigens das letzte Praxis-Seminar geleistet. Die Zwölftklässlerinnen erreichten eine Bewilligung öffentlicher Mittel, die andere Hälfte soll in Eigenleistung und mit Spenden finanziert werden.

Das Konzept des ökologischen Fußabdrucks soll Lebensstile und den „Naturverbrauch“ jedes Einzelnen messbar machen. Es geht zurück auf die Wissenschaftler Mathis Wackernagel und William Rees und hinterfragt zum Beispiel, welch hohe Kohlenstoffdioxid-Ausstöße (CO2) der Lebensmitteltransport per Flugzeug verursacht. Der Prototyp des begehbaren Ökologischen Fußabdrucks wurde 2012 von Martin Hartmann geschaffen und befindet sich im Nationalpark Gesäuse in der Steiermark. Lehrerin Höcherl war privat dort und „sofort gefangen von der Idee“. Nun wollen die österreichischen Initiatoren sogar zur Eröffnung nach Königsdorf kommen.

Bis dahin gibt es aber noch viel zu tun. „Wir suchen noch Helfer für die Bepflanzung der Hecken“, sagt beispielsweise Schülerin Regina Thurnhuber. In diesem Zusammenhang ist Ende Juli eine große Pflanzaktion geplant.

Tobias Gmach

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