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Die Isarburg zwischen Bad Tölz und Lenggries ist für schlecht ausgerüstete Bootsfahrer nicht ungefährlich.

Billig-Schlauchboot und Kasten Bier

Outdoor-Guide sieht Schock-Szene und warnt: Münchner bringen sich auf Isar in Lebensgefahr

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Der Kasten Bier im Billig-Schlauchboot darf nicht fehlen - von Ausrüstung oder Erfahrung keine Spur. Eine Heilbrunnerin beobachtet lebensgefährliche Szenen auf der Isar - und macht hier ihrem Ärger Luft.

Lenggries – Kein Helm, keine Schwimmweste, keine festen Schuhe, stattdessen oft genug ein Kasten Bier und das Schlauchboot vom Discounter: Fast jedes Wochenende sieht Wellnesstrainerin und Heilbrunnerin Martina Brandstetter derart schlecht ausgerüstete Bootsfahrer auf der Isar schippern. Erst an Fronleichnam kam einer von ihnen an der Isarburg mit dem Schrecken davon. 

Brandstetter nahm an diesem Tag zusammen mit acht anderen freiberuflichen Guides der Lenggrieser Outdoor-Firma „Montevia“ an einer Fortbildung zum Thema „Retten und Bergen“ teil. Gerade, als der Kurs gegen 15 Uhr beendet war, kam eine kleine Gruppe junger Leute auf einem Gummiboot auf die Wildwasserpassage zu – „ohne jegliche Sicherheitsausrüstung, quasi als Musterbeispiel“, sagt Brandstetter. Mit der Rettungswurfleine in der Hand beobachteten die Heilbrunnerin und ihre Kollegen, wie ein Mann aus dem kleinen Schlauchboot stieg und versuchte, es zu stoppen. Beim Anblick der reißenden Strömung hatte wohl einer der Insassen Angst bekommen. „Natürlich konnte er es aber nicht halten.“

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Das Boot mit den verbliebenen zwei Männern und einer Frau passierte die Isarburg ohne größere Probleme. Der Mann im Wasser aber verletzte sich offenbar schwerer an der Schulter, als er zu Fuß die gut 20 Meter lange Wildwasserstelle durchquerte. Vermutlich ohne es zu wissen, begab er sich laut Brandstetter in Lebensgefahr: Wäre er mit einem Fuß in den Steinen hängen geblieben, hätte ihn die Strömung leicht unter Wasser drücken können. Besser wäre es gewesen, sich auf dem Rücken liegend durch die Passage treiben zu lassen. „Gott sei Dank ist aber nichts Schlimmeres passiert.“

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Wehgetan hat sich der Mann trotzdem: Er kam mit schmerzverzerrtem Gesicht auf die Guides zu. Immer wieder war er gestürzt und hatte sich an den Felsen gestoßen. Brandstetter und ihre Kollegen beruhigten den schockierten Mann, stellten seinen Arm ruhig und alarmierten den Notarzt. „Wir vermuten, dass er sich die Schulter ausgekugelt haben könnte.“

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Auch seine Begleiter waren mit den Nerven am Ende und versprachen, sich auf die nächste Bootstour besser vorzubereiten, eventuell sogar an einem Rafting-Kurs teilzunehmen. Woher die vier Bootsfahrer im Alter von geschätzt 27 bis 31 Jahre kamen, weiß Brandstetter nicht. „Da sie nicht zum ersten Mal hier waren, vielleicht aus München.“

Mit ihrem Erlebnis an die Öffentlichkeit geht sie aus einem ganz bestimmten Grund: Ständig werde auf kommerziellen Anbietern von Bootstouren auf der Isar herumgehackt. „Wir sehen aber zumindest zu, dass alle gut ausgerüstet sind, dass kein Glas und kein Müll in der Isar landen und dass keine geschützten Inseln betreten werden“, betont Brandstetter. „Das kann man von vielen privaten Bootfahrern leider nicht behaupten.“ 

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