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Im Erdgeschoss der alten „Post“ wird der Kindergarten einziehen. Der ehemalige Biergarten des Gasthofs wird der Freibereich.

Gemeinderat diskutiert über Namen

Heiliger oder kein Heiliger? Das ist beim Lenggrieser Kindergarten die Frage

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Ein Name für den neuen Lenggrieser Kindergarten war in der jüngsten Gemeinderatssitzung gesucht. Heiliger oder kein Heiliger - das war hier die Frage.

Lenggries – Die Gemeinde Lenggries eröffnet im September einen neuen zweigruppigen Kindergarten. Untergebracht ist er im alten „Post“-Hotel, das die Kommune gerade mit viel Aufwand saniert und umbaut. In der April-Sitzung hatte der Gemeinderat die Stelle der Kindergartenleitung mit Maren Klute-Lausberg besetzt, die derzeit noch im Kindergarten in Wegscheid arbeitet, wie Geschäftsleitender Beamter Tobias Riesch erläuterte. In der jüngsten Sitzung ging es nun darum, einen neuen Namen für den Kindergarten zu wählen. „Unsere bisherigen gemeindlichen Kindergärten sind nach Heiligen benannt“, sagte Riesch. In Wegscheid wählte man den Patron der benachbarten Kapelle, den heiligen Antonius. In Lenggries wurde die Kita nach dem heiligen Josef benannt, dem Schutzpatron der Kinder und Jugendlichen.

St. Nikolaus oder St. Jakobus der Ältere?

Wollte man das beibehalten, würden sich für den neuen Kindergarten zwei Heilige anbieten. „Einmal Jakobus der Ältere, der Patron unserer Pfarrkirche oder Nikolaus, der Patron der Kinder und auch der Flößer ist“, sagte Riesch. Die neue Kindergartenleiterin habe aber auch den Namen „Kindergarten zur Post“ ins Spiel gebracht, erläuterte der Geschäftsleiter.

Tobias Raphelt (SPD) fand es sinnvoll die „Systematik mit den Heiligen beizubehalten“. Er würde eher zu St. Nikolaus tendieren, sei sich aber auch recht sicher, „dass die Bevölkerung Post-Kindergarten sagen wird“. Den heiligen Nikolaus fand Christine Rinner (CSU) nicht so gut, weil Kinder damit einfach nur den Brauch am 6. Dezember in Verbindung bringen. „Und ob das der Flößerpatron ist, ist den Kindern doch egal“, sagte sie. Auch Josef Wasensteiner plädierte wegen der Nähe zur Pfarrkirche für St. Jakobus. „Das bietet sich doch an.“

„Man sollte den Bezug zur Post nicht verlieren“

Daniela Werner (Grüne) plädierte eher für „Dorfkindergarten zur Post“. So werde er mit Sicherheit auch in der Bevölkerung genannt. Peter Gascha (FWG) hatte „nichts gegen einen Heiligen“, rief aber auch in Erinnerung, dass die Gemeinde das historische Gebäude gerade mit viel Aufwand renoviere. „Man sollte den Bezug zur Post nicht verlieren.“ Auch bei Günter Haubner (FWG) schlugen „zwei Seelen in meiner Brust“. Er gab aber zu bedenken, dass die Benennung nach einem Heiligen den Eindruck erwecken könnte, es handle sich um eine kirchliche Einrichtung. Das sei aber nicht der Fall.

Mit 18:6 sprach sich das Gremium schließlich für einen Heiligennamen aus. Mit 13:11 Stimmen erhielt dann der heilige Jakobus den Zuschlag.  va

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