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Hoffnung auf späte Skisaison im Tölzer Land gering

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Von: Felicitas Bogner

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Der Schlepplift am Draxlhang am Brauneck steht still. Betreiber Josef Gerg hat keine Hoffnung mehr, dass sich daran in dieser Saison noch etwas ändern wird.
Der Schlepplift am Draxlhang am Brauneck steht still. Betreiber Josef Gerg hat keine Hoffnung mehr, dass sich daran in dieser Saison noch etwas ändern wird. © Arndt Pröhl

Nach wie vor herrscht Ungewissheit, ob es zumindest eine verkürzte, coronakonforme Skisaison im Tölzer Land geben wird. Während manche Liftbetreiber noch hoffen, haben andere den Glauben an eine Eröffnung nach dem 7. März innerlich bereits verloren.

Lenggries/Gaißach/Kochel – Schlepper und Sessellifte stehen coronabedingt nach wie vor still. Wer nicht selbst den Berg hochgeht, der musste bisher auf die Pistenabfahrt gänzlich verzichten. Liftbetreiber aus dem Landkreis trifft das wirtschaftlich hart. Die Saison sehen die meisten bereits jetzt als abgeschrieben an.

Kaum Hoffnung auf staatliche Hilfen

„Ich glaube nicht mehr daran, dass am 7. März für uns was gelockert wird“, sagt Josef Gerg, Betreiber des Skilifts am Draxlhang. Und selbst wenn, wäre es ein schwacher Trost. Denn: „Am 20. März ist bei uns die Saison sowieso meist vorbei“, erklärt er. Nächste Woche werde er bereits damit beginnen, die Schnee- und Kinderanlage abzubauen. „Schlepplift und ein Förderband werde ich erst einmal noch stehen lassen, auch wenn es wahrscheinlich eh nichts bringt“, sagt er. Im Herbst habe er alles für die Saison vorbereitet, im Winter einen neuen TÜV bekommen. „Das war mit nicht zu knappen Kosten verbunden. Jetzt ist alles hinfällig.“ Einen kleinen Ausgleich konnte Gerg durch die Parkplatzgebühren am Draxlhang erwirtschaften. „Wir haben damit die Kosten etwas kompensiert. Von Gewinn ist aber nicht die Rede.“ Auch seine Hoffnung auf staatliche Hilfen ist nicht mehr groß. „Wie das abläuft, weiß niemand. Bekommen haben wir bisher nichts und selbst wenn, dann wird das nicht viel sein, denn es soll sich ja an den Vorjahreseinnahmen messen, und da war es bereits eine schlechte Saison mit wenigen Skitagen.“

Peter Lorenz: „Ein kompletter Ausfall der Skisaison wäre für uns katastrophal“

Ähnlich düster ist die Stimmung bei Peter Lorenz. „Ein kompletter Ausfall der Skisaison wäre für uns katastrophal“, sagt der Geschäftsführer der Brauneck-Bergbahn. „Wenn nach dem 7. März weiterhin nichts geht, wird es wirklich eng.“ Die Chancen auf Lockerungen stehen schlecht. Trotzdem sagt Lorenz: „Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.“ Genaue wirtschaftliche Auswirkungen eines Totalausfalls könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen. „Dareiß’n wird keiner mehr etwas – auch dann nicht, wenn im März noch was geht. Es könnte aber die Liquidität verbessern.“ Denn bezüglich der staatlichen Hilfen sehe es „nicht rosig aus“, sagt Lorenz. Grundsätzlich bräuchte er etwa drei Tage, um alles für einen Saisonstart hochzufahren. „Man müsste dann sehen, welche Pisten noch genug Schnee haben, für Beschneiung ist es mittlerweile zu warm, und die Talabfahrten werden auch nicht mehr genug Schnee haben.“ Die Osterferien seien daher gerade seine größte Hoffnung. „Da klappt das Skifahren vielleicht nicht mehr, aber es würden sicher viele mit der Bergbahn zum Wandern fahren.“

Aktuelle Informationen zur Corona-Lange im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen lesen Sie hier.

Georg Gerg, Betreiber des Reiserlifts in Gaißach, hat „das Thema bereits begraben“. Er versucht, sich dennoch nicht unterkriegen zu lassen. „Sagen kann man dazu nur Scheibenkleister. Aber Jammern bringt nichts. Also: Saison abhaken und weiter geht’s“, meint Gerg. Die Beschlüsse der Regierung könne er verstehen.

Wegen Corona: Unsicher, ob bisherige Gesellschafter Ötzlifte weiterbetreiben werden

Weniger optimistisch sieht Michael Krinner die Situation. „In unserer Höhenlage von 600 Metern können wir die Saison jetzt komplett abschreiben“, sagt der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft der Ötzlifte Kochel-Rabenkopf. Nur ein „außergewöhnlicher März“ könne das noch ändern. Auch sei nicht gewiss, ob die Gesellschafter weitermachen werden. „Mit dem vergangenen schlechten Winter waren es jetzt zwei Saisonausfälle in Folge – verbunden mit jeweils 4000 Euro laufenden Kosten pro Jahr“, berichtet Krinner. Eine Entscheidung sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gefallen. „Wir reden nach dem Winter darüber. Aber noch so einen Ausfall können wir nicht mitmachen.“ Aktuell sei er auf seine Rücklagen angewiesen.

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