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„Wir halten zusammen und gehen auf Abstand“ war auch das Motto der 10 c.

Ende eines ungewöhnlichen Schuljahres

Hohenburg entlässt Realschülerinnen in drei Feiern hintereinander

  • Silke Scheder
    vonSilke Scheder
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Ohne Abschlussfeier wollte Schulleiterin Stefanie Scheja ihre Mädels nicht gehen lassen. Deshalb fanden an der Hohenburger Realschule am Freitag gleich drei davon statt. 

Lenggries – Die „Olle“, wie sich Stefanie Scheja selbst ironisch bezeichnete, hatte mal wieder eine Idee. Einen großen Holzrahmen wollte die Leiterin der St.-Ursula-Realschule in Lenggries für die Verabschiedung ihrer Realschülerinnen am Freitag haben. Draußen vor der Turnhalle bauten ihn die Hausmeister dankenswerterweise zusammen. Drinnen erklärte Scheja, warum.

„Alles ist quasi aus dem Rahmen herausgebrochen worden – ein Rahmen, der unser Leben einst sicher umfing“, sagte Scheja mit Blick auf die Pandemie. Mit „Schnutenstopp und Spuckschutz“ und in kleinen Gruppen, in Präsenz und online hatten sich die 61 Absolventinnen auf die Abschlussprüfungen vorbereiten müssen. „Wir halten zusammen und gehen auf Abstand – das war euer Motto.“ Auch Dank der Kreativität und dem Mut des Kollegiums glänzten die Mädchen laut Scheja mit beachtlichen Ergebnissen bei den Abschlussprüfungen: 33 Prozent schafften eine Eins vor dem Komma, weitere 48 Prozent haben ein Ergebnis mit einer Zwei erreicht.

Schon „seit Jahren und Jahrzehnten“ sei die Realschule Hohenburg dafür bekannt, herausragende Absolventinnen hervorzubringen, lobte Vize-Bürgermeister Franz Schöttl. Dreimal hielten er und die anderen Redner – Fördervereinsvorsitzender und Ex-Bürgermeister Werner Weindl sowie Elternbeiratsvorsitzende Monika Holzheuer – an diesem Freitag ihre Reden. Anders wäre es auch nicht gegangen: Aufgrund der geltenden Abstandsregeln und Hygienevorschriften wäre eine große Feier nicht möglich gewesen. Deshalb hatte die Schulleitung die Absolventen auf drei Feiern verteilt.

Die Absolventinnen der Klasse 10 a.

„Am meisten liegt eana des Wohl vo uns Mädels am Herzen, wos Sie immer wieder beweisen“, wandte sich Abschlussrednerin Regina Walser an ihre Schulleiterin. „Wenn wir jetzat vo da Schui obagengan, wern ma Sie auf jeden Foi vermissen, weil Sie einfach so a herzensguada Mensch san, des is wirklich da Wahnsinn.“ Und Co-Rednerin Johanna Gröbmair ergänzte: „Im Großen und Ganzen ko ma eigentlich nur song, wia glücklich wir uns schätzen kennan. dass wir auf dera Schui ham sei derfa.“

Die Absolventinnen der Klasse 10 b.

Für Emotionen pur hatte bereits Maria Steinbacher zu Beginn der Zeremonie gesorgt. Die 15-Jährige hatte „Die Zeit ist reif“ von Heinz Rudolf Kunze gesungen – das Lied, von dem sich Scheja heuer für ihre Rede hatte inspirieren lassen. „Der Song stammt aus der Vor-Corona-Zeit und hat ein anderes Erwachen gemeint und andere Gespenster“, sagte Scheja in Anspielung auf den Text. „Dennoch denke ich, dass es in dieser Zeit keinen passenderen Song gibt.“ Für die Zukunft könne man nicht alles planen und absichern, das habe die Pandemie gezeigt. Sicher sei aber: „Corona wird nicht die letzte Krise sein, die ihr erlebt. Aber vielleicht hat euch diese Zeit jetzt sogar stark gemacht.“

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