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Das Sappie , das Claus Eder in seinen Händen hält, wurde 1972 an der Jachen-Isar-Einmündung gefunden. Nach einer Schätzung von Heribert Zintel ist er zwischen 200 und 300 Jahre alt. Er wird auch in der Ausstellung zu sehen sein.

„BuidlEck“ 

Holzer-Leben im Hofjagdrevier

„Holzwirtschaft und Jagd” lautet der Titel der Ausstellungs-Fortsetzung über Alt- Fall, die vom 10. bis 24. Februar in den Räumen vom „Buidleck“ zu sehen sein wird.

Lenggries – Nach dem Erfolg des ersten Teils der Ausstellung im September darf man gespannt sein, welche Aufnahmen Claus Eder zum Thema „Holzwirtschaft und Jagd“ aus seinem Fundus zusammengetragen hat. Auf 40 Collagen-Tafeln wird das harte Leben der Holzer und Trifter dargestellt: Von der Holzfällung bis zum Abtransport der Stämme, Feierabend und riskante Manöver, Werkzeuge und Ausrüstung – viele Situationen des Holzerlebens werden bei dem einen oder anderen Betrachter womöglich wehmütige Erinnerungen auslösen. Waren es doch oft noch die Eltern oder Großeltern, die auf diese Weise ihre Familien ernährt haben.

Nebenbei bemerkt: Die Vorfahren haben auch zum Bau der Münchner Frauenkirche und des Wiener Stephansdoms beigetragen. Die zwei Gotteshäuser wurden bekanntlich auch mit den Isarwinkler „Exportschlagern“ Kalk (aus der Isar) und Holz (aus den Wäldern) erbaut. Die Ausstellung führt vor Augen, wie findig und auch riskant die Holzarbeiter vorgingen, wenn es galt, die Holzernte von unwegsamen und abgelegenen Berghöhen zu den Flüssen (Isar und Dürrach) zu schaffen.

Es wurde sogar eigens eine kleine Bahnlinie im Bächental verlegt, womit die Stämme zum Holzlagerplatz in Alt-Fall befördert wurden. Die heutige Forststraße von Neu-Fall ins Bächental verläuft zum großen Teil auf der Trasse der 1956 demontierten Transportbahn.

Beim Thema Jagd wird deutlich, dass es in erster Linie dem Adel vorbehalten war, Gämsen und Rotwild zu erlegen. Für Paul von Hindenburg, Prinzregent Luitpold und andere war die Faller Gegend „Hofjagdrevier“, wobei sich die Hoheiten nicht nur hoch zu Ross, sondern auch gerne mit der oben genannten Waldbahn ins Jagdgebiet begaben. Begleitend zur Ausstellung gibt es einen Katalog.

Die Ausstellung ist zu den Geschäftszeiten geöffnet und zusätzlich an den drei Samstagen bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei. 

rm

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