Eine Wanderung mit Hütteneinkehr – wie hier auf der Stie-Alm am Brauneck – ist nun vielerorts wieder möglich. Noch hält sich der Andrang aber in Grenzen.
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Eine Wanderung mit Hütteneinkehr – wie hier auf der Stie-Alm am Brauneck – ist nun vielerorts wieder möglich. Noch hält sich der Andrang aber in Grenzen.

Umfrage bei Hüttenwirten

Hüttensaison im Isarwinkel und im Loisachtal nimmt Fahrt auf

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    VonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Die Saison läuft auf den Berghütten an. Zwar ist es noch verhältnismäßig ruhig, die meisten Wirte ziehen aber dennoch eine positive Zwischenbilanz.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Vergangene Saison war nicht einfach für die Hüttenwirte. Umso mehr freuen sie sich nun auf diesen Sommer. Noch recht ruhig sei es bisher auf der „Stie-Alm“ am Brauneck gewesen, berichtet Wirtin Marianne Obermüller. Grundsätzlich sei der Juni meistens ein relativ ruhiger Monat auf dem Berg. „Erst zu den Sommerferien geht es so richtig los.“ Aber man merke schon, dass die Leute sich freuen, wieder rauszukommen in die Natur. „Sie wollen einfach durchschnaufen.“

Auch Übernachtungen sind wieder möglich - für Geimpfte, Genesene, Getestete

Alle Leute würden sich an die Vorschriften halten, „es hat sich gut eingespielt“. Abstand, Maske, Registrieren – „es macht es uns viel leichter, wenn alle verständnisvoll und pflichtbewusst sind“. Auch Übernachtungen sind auf der „Stie-Alm“ wieder möglich, wenn man geimpft, getestet oder genesen ist.

Ganz zufrieden mit dem Tagesgeschäft ist Michaela Durach, Wirtin der Lenggrieser Hütte am Seekar. „Es ist schon was los, an den Wochenenden war es super.“ Auch mit den Übernachtungen ist sie zufrieden. Alle hätten ihre FFP2-Masken dabei. „Generell merkt man bei den Leuten, dass sie nach draußen drängen.“ Keiner wolle drinnen sitzen. „Sie sind sogar bei Nieselregen lieber draußen.“ Beim kürzlich abgeschlossenen Umbau der Hütte habe man bewusst auf die nötigen Abstände geachtet. „Wenn alles so bleibt wie jetzt, dann sind wir zufrieden“, sagt Durach.

Manche Gäste aus anderen Bundesländern wundern sich über FFP2-Maskepnpflicht

Etliche Urlauber hat Georg Glaßner schon auf der „Tölzer Hütte“ auf dem Brauneck begrüßt. „Es geht jetzt los.“ Vor allem bei schönem Wetter seien viele Besucher da. Die meisten würden sich kooperativ zeigen. Nur ein paar Mal habe es Diskussionen mit Besuchern aus Sachsen gegeben. Denn dort herrscht für Wirtschaften im Freien keine FFP2-Maskenpflicht mehr. So hätten manche eben nur „eine normale Maske“ dabei gehabt, berichtet Glaßner. „Aber die meisten halten die Regeln schon ein.“

Bisher alles gut gelaufen, aber aktuell noch weniger los als letztes Jahr, berichten Marile Jungkunz und Josef Hörmann von der Jocheralm. „Wir sind uns ziemlich sicher, dass dies an den unbeständigen Witterungsverhältnissen liegt.“ Wenn es zu warm sei, gehen die Gäste lieber baden und wenn täglich Gewitter angesagt sind, hätten sie Angst und bleiben zuhause. „Wir können uns nicht beschweren, aber ein paar schöne Tage würden nicht schaden.“ Denn auch der Start war aufgrund von Schnee und Kälte eher eingeschränkt.

Einige Wanderer haben keine Maske dabei

An schönen Wochenenden sei nach wie vor die Hölle los, unter der Woche würde man merken, dass wieder mehr Leute in den Urlaub fliegen. Wenn erst einmal deutschlandweit die Sommerferien beginnen, „bin ich mir ziemlich sicher, dass auch unter der Woche wieder mehr los ist“. Gäste müssten sich nach wie vor registrieren und Maske tragen. „Leider sind wir da immer noch viel am diskutieren, weil viele keine Maske auf der Terrasse tragen wollen oder es nicht einsehen oder schlichtweg auf dem Berg keine dabei haben.“ In gewisser Weise haben die Wirte dafür Verständnis. „Am Gipfel sitzen hunderte von Leuten auf einem Haufen und bei uns brauchen sie im Freien eine Maske.“ Aber sie hätten die Vorschriften nicht gemacht, wenn sie nicht eingehalten würden, müssten die Wirte die Strafe zahlen. Sie wolle aber viel mehr betonen, wie lieb und nett die meisten Gäste sind. „Jeder Zweite sagt zu uns, wie sehr er sich freut, dass wieder geöffnet ist und dass es hier so schön ist. Ich glaube, bei vielen ist die Dankbarkeit für Kleinigkeiten wieder mehr gestiegen.“

Weniger Betrieb als in Vor-Corona-Zeiten

Grundsätzlich zufrieden ist Thomas Jauernig, Wirt der Tutzinger Hütte, mit dem bisherigen Zuspruch. „Wir sind natürlich sehr wetterabhängig, daher haben uns zuletzt die Gewitter oft einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Sei das Wetter stabil, dann seien zumindest die Wochenenden recht gut. „Aber es ist schon noch weniger, als früher.“ Allerdings hätten die beiden Vor-Corona-Sommer auch mit einem sehr stabilen Wetter aufgewartet.

Man habe ein gutes Hygienekonzept, das auch für fast alle Gäste klar sei. „Jedes Zimmer hat zum Beispiel einen eigenen Waschtisch, wir haben Einbahnstraßenregelung.“ Die meisten würden das verstehen. „Klar vergisst mal einer seine Maske, dann haben wir welche da. Das funktioniert ganz gut.“

Im Juli kommen nun verstärkt die Fernwanderer

Noch übernachten nicht so viele Gäste wie früher, aber die Auslastung sei gut. „Unser Vorteil ist, dass wir viele kleine Zimmer haben.“ Zudem habe es eine Lockerung für die Lager-Übernachtung gegeben, so dass sich nun theoretisch auch drei Hausstände – sofern ausreichend Abstand eingehalten werden kann –ein Lager teilen könnten. „Die meisten wollen das aber noch nicht. Viele fragen nach, ob sie denn schon alleine im Zimmer sind.“

Im Juni war es ruhiger, im Juli kämen traditionell die Fernwanderer. „Die Wochenenden sind gut gebucht.“ Jauernig hofft auf möglicherweise weitere Lockerungen. „Aber wir sind im Großen und Ganzen zufrieden, alles andere wird sich ergeben. Wir machen das Beste draus.“

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