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Freuten sich über rund 20 Besucher beim ersten „Zammtisch“: Sabine Mederle (re.) und Sabine Gerg.

„Zammtisch“

Ideen für Lenggries: Auch im Paradies geht manches noch besser

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Premiere geglückt: Zum ersten „Zammtisch“ kamen am Dienstag gut 20 interessierte Bürger. Sie alle haben Ideen, wie man Lenggries noch lebenswerter gestalten könnte.

Lenggries – Die Gruppe, die zum ersten Treffen des „Zammtischs“ gekommen war, war bunt gemischt. Neubürger befanden sich ebenso unter den Gästen wie alteingesessene Lenggrieser – und auch Gemeinderätin und CSU-Ortsvorsitzende Christine Rinner hörte zu. Der Anstoß für die Ideenwerkstatt kam von Sabine Gerg (46) und Sabine Mederle (39). Die beiden engagierten Mütter treibt vor allem das Thema Verkehr beziehungsweise Schulwegsicherheit im Dorf um (wir berichteten).

Tatsächlich dürften das auch die Schwerpunkte sein, denen sich der „Zammtisch“ als erstes widmen wird. Beklagt wurde beim Treffen im „Altwirt“ beispielsweise, dass in Anger oder auch in Schlegldorf sichere Fußgängerüberwege über die jeweilige Hauptverkehrsstraße fehlen. Querungshilfen werden aber auch für die Bahnhofstraße angemahnt. Ein zweites Problem, das viele Bürger sehen, ist, dass im Ort zu schnell gefahren wird – nicht nur auf den großen Straßen, sondern auch in Wohngebieten wie dem Urtlmühlweg.

Die Verkehrssituation „ist sehr heikel“, sagte Lisa Busch, die seit drei Jahren fast ausschließlich Rad fährt. Sie verstehe jede Mutter, die ihr Kind nicht allein mit dem Radl zur Schule fahren oder gehen lasse. Mederle überlegt hier, ob man den Arbeitskreis Schulwegsicherheit nicht wieder zum Leben erwecken könnte. Der habe sich, so Bürgermeister Werner Weindl in der jüngsten Gemeinderatssitzung, irgendwann mangels Interesse von Schul- und Elternseite aufgelöst. Wenn der Bedarf aber wieder gesehen wird, „spricht von unserer Seite nichts dagegen, den Arbeitskreis wieder zu gründen“, hatte Weindl in der Sitzung zugesagt.

Lenggries: Einbahnstraßenregelungen im Ortskern?

Vielleicht lasse sich auch durch Einbahnstraßenregelungen einiges an Verkehr im Ortskern reduzieren, regten Teilnehmer beim Treffen am Dienstag an. Auch das Parken sollte besser geregelt werden. Gerade an der Münchner Straße herrschten am Samstag chaotische Zustände.

Rainer Müller-Kruwinnus schlug vor, dass sich der Kreis Gedanken machen könnte, in welchen Straßen man Tempo 30 durchsetzen möchte. Überhaupt sollte bei den Planungen mehr Rücksicht auf Fußgänger und Radler genommen werden. Hier könnte Lenggries Vorreiter sein, lautete eine weitere Forderung.

Neben dem Verkehrsproblem treibt den einen oder anderen aber auch die Zukunft des Einkaufsorts um. „Mir ist wichtig, dass nicht zu viele Geschäfte leer stehen“, sagte Sepp Müller. Glücklicherweise verfüge Lenggries ja noch über viele „selbstständige und bodenständige Geschäfte“, betonte Michael Greck. Zusammen mit der Tatsache, dass man vor der Tür parken könne, „können wir hier einen Kontrapunkt zu Bad Tölz setzen“. Dass es Nachwuchs gibt, der sich zutraut, ein Geschäft zu eröffnen, ist natürlich auch der Lenggrieser Werbegemeinschaft ein Anliegen. Bei der Gewerbeschau im Herbst werde daher auch der IHK-Existenzgründungsberater vor Ort sein, berichtete Eva Maria Hofer von der Werbegemeinschaft.

„Zammtisch“: Nächstes Treffen Anfang August

Welchen konkreten Projekten sich der „Zammtisch“ als erstes widmen wird, soll beim nächsten Treffen am 6. August entschieden werden. Den beiden Initiatorinnen ist es jedenfalls wichtig, „dass wir nicht gegen die Gemeinde arbeiten. Vielmehr wollen wir miteinander in der Ortsentwicklung etwas erreichen“, so Mederle. „Wir sehen uns als Vermittlungsinstanz zwischen Bürgern und Rathaus“. Insgesamt solle der „Zammtisch“ als „Gruppe gesehen werden, die der Gemeinde nützt“. Denn eines dürfe man nicht vergessen, so Mederle: „Es ist Jammern auf hohem Niveau. Wir leben hier im Paradies. Trotzdem könnte man noch das eine oder andere verbessern.“

Wer das erste Treffen verpasst hat, sich aber einbringen möchte, kann sich via zammtisch@gmx.de an die Initiatorinnen wenden.

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