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Zwei fast vergessene Lenggrieser: Ilse Aichinger und ihr Mann Günter Eich lebten sieben Jahre im Brauneckort. Das Foto entstand 1951 bei der Tagung der Gruppe 47.

Erinnerung an die verstorbene Schriftstellerin

Ilse Aichinger war auch mal Lenggrieserin

Lenggries – Sie galt als eine der wichtigsten Vertreterinnen der deutschen Nachkriegsliteratur: Ilse Aichinger, die am Freitag wenige Tage nach ihrem 95. Geburtstag in ihrer Geburtsstadt Wien gestorben ist. Nur wenige wissen, dass die Schriftstellerin sieben Jahre lang in Lenggries lebte.

Nicht einmal im Lenggrieser Heimatbuch ist es vermerkt. Dort ist nur ein kleiner Hinweis auf ihren Ehegatten Günter Eich (1907-1972) zu finden. Eich war deutscher Hörspielautor und bedeutender Lyriker.

Aichinger und Eich, die 1953 heirateten, gehörten zu den frühen Mitgliedern der Schriftstellervereinigung „Gruppe 47“, die sich als Plattform zur Erneuerung der Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg verstand. Das Paar lebte bis 1956 in Breitbrunn am Chiemsee und zog dann mit den Kindern Clemens und Miriam nach Lenggries. 1963 wechselte die beiden den Wohnort nach Großgmain bei Salzburg.

In die Lenggrieser Zeit fallen hohe Auszeichnungen für die beiden Autoren. Aichinger wurde Mitglied der Berliner Akademie der Künste und erhielt den Literaturpreis der freien Hansestadt Bremen. Ab 1957 war sie auch Mitglied des deutschen PEN-Zentrums. Ihr Mann Günter Eich wurde 1959 von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung mit dem wohl renommiertesten Literaturpreis im deutschen Sprachraum geehrt: dem damals mit 8000 Mark dotierten Georg-Büchner-Preis. Das fand damals auch in einer Notiz im Tölzer Kurier Niederschlag.

Über die Beziehungen des Autoren-Ehepaars zum Isarwinkel ist leider so gut wie nichts bekannt. Vergessen ist ihr Aufenthalt nicht. Bei der Verleihung des Landkreis-Kulturpreises im Oktober erinnerte Gerd Holzheimer, der Laudator für Albert von Schirnding, an die ungemein vielfältige Kunst- und Kulturszene in Isarwinkel und Loisachtal und nannte neben Franz Marc und Thomas Mann auch Günter Eich und eben Ilse Aichinger.  

Christoph Schnitzer

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