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Im Einsatz am Berg: Rolf Frasch mit einem Ackja vor der Bergwachthütte am Brauneck

Im Porträt

So arbeitet die Skiwacht am Brauneck in Lenggries

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Rolf Frasch braucht morgens nur kurz auf das Thermometer zu sehen – und schon weiß er, mit wem er es am Tag zu tun bekommt. Ist es eiskalt, kommen Patienten mit Arm- und Schlüsselbeinbrüchen. Ist es warm und die Piste weich, dreht sich alles um Knieverletzungen. Frasch ist Mitglied der Skiwacht – und das schon seit 28 Jahren.

Lenggries – Die Skiwacht gibt es bereits seit 40 Jahren. Deutschlandweit arbeiten 280 Frauen und Männer dafür, kein größeres Skigebiet kommt ohne diese Helfer aus. Sie arbeiten von Montag bis Freitag und sind allesamt hauptamtlich angestellt. Die Gehälter zahlt die Stiftung Sicherheit im Skisport, die zum Deutschen Skiverband gehört. Jahr für Jahr wird eine Million Euro an Gehältern ausgezahlt. Größter Sponsor ist die Versicherung ARAG, die die Stiftung mit 500 000 Euro pro Jahr unterstützt. Die andere Hälfte der Gehälter übernehmen unter anderem die Bergbahnen. Am Wochenende kümmern sich die die ehrenamtlichen Organisationen um diese Aufgaben.

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Rolf Frasch

Frasch kommt eigentlich aus einer ganz anderen Branche: dem Industrieklettern. Er bewegt sich an Gebäuden entlang und geht dorthin, wo man mit Kränen und Gerüsten kaum hinkommt. Meist geht es um Montage- oder Reinigungsarbeiten. Das Problem: Im Winter gibt es in dieser Branche wenig zu tun. Also sah sich Frasch nach einem zweiten Arbeitgeber um – und entdeckte die Skiwacht. „Man rutscht da so rein und kommt nicht mehr weg“, sagt der 57-Jährige schmunzelnd. „Das Faszinierende an der Bergrettung ist, dass man anderen helfen kann. Das ist der Beweggrund für alle, die hier mitmachen.“

Erst einmal musste er allerdings eine dreijährige Ausbildung durchlaufen. Dazu gehörte eine umfangreiche Ausbildung als Sanitäter. Frasch lernte Berge- und Rettungstechniken, wie man mit einem Funkgerät umgeht und wie man Patienten mit einer Winde in Hubschrauber bringen kann. Ebenso ging es um die Orientierung im Gelände.

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Fraschs Arbeitstag beginnt um sechs Uhr morgens. Er sieht nach, wie die Schnee- und Wettersituation ist, erstellt Schneeprofile und meldet seine Erkenntnisse dem Lawinen-Warndienst. Dann tut er alles, um die Sicherheit auf der Piste zu verbessern. Er kontrolliert, ob die Pistenrand-Markierungen richtig stecken und ob die Absperrungen ausreichend weit aus dem Schnee schauen. Er kontrolliert, ob auf den Pisten Wasserlöcher entstehen und sperrt diese gegebenenfalls mit Netzen ab. Tagsüber spricht er Skifahrer an, wenn sie „ganz groben Unfug“ machen. Gegebenenfalls stellt er sich auch schon mal an den Lift-Ausstieg und achtet darauf, dass der Betrieb flüssig läuft.

Im Normalfall sind am Brauneck drei bis fünf Skiwachtler im Einsatz, im Fasching und den Ferien auch mal neun bis zehn: „Da schmeißen wir alles an Personal rein, was wir haben“, sagt Frasch. Einer muss immer in der Skiwachthütte bleiben. Er bündelt die Informationen, sitzt am Telefon, kümmert sich um den Funk und die Dokumentation.

Ob am Brauneck gutes oder schlechtes Wetter herrscht, macht vom Arbeitsanfall wenig Unterschied. Bei schönem Wetter sind mehr Menschen auf der Piste und entsprechend gibt es mehr Unfälle. Bei schlechtem Wetter muss die Skiwacht darauf achten, dass die Rettungswege und der Stützpunkt schneefrei und die Rettungsmittel einsatzfähig bleiben. Zudem seien die Einsätze bei schlechtem Wetter um ein Vielfaches schwieriger, weil dann beispielsweise kein Hubschrauber angefordert werden kann. Auch wenn die Piste leer ist, gebe es nicht weniger zu tun, „denn dann fahren die Leute schneller und ziehen sich schwerere Verletzungen zu. Manche denken, dass wir nur rumsitzen, Kaffee trinken und warten, dass was passiert – aber so ist es definitiv nicht“, sagt Frasch.

Er kann sich an keine Einsätze erinnern, die ihm besonders unter die Haut gegangen sind: „Ich mach das jetzt seit 28 Jahren. So was darf man nicht an sich dran lassen, sonst funktioniert es nicht.“ Ganz froh ist Frasch, dass Alkohol am Brauneck kein Thema ist, weil die Hütten früh zusperren und es kein Après-Ski wie in anderen Skigebieten gibt.

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Der 57-Jährige kommt am Montag frühmorgens mit der Bergbahn-Revisionsfahrt auf das Brauneck und fährt erst am Freitag zurück ins Tal. Mit dem langen Aufenthalt am Berg hat er kein Problem – im Gegenteil: Er genießt die nächtliche Ruhe am Berg und ist froh, dass er sich nicht in den Straßenverkehr stürzen muss: „Die Ruhe hier oben ist das Schönste auf der Welt.“ Ein weiteres Privileg ist, dass er jeden Tag als Erster das Brauneck hinab fahren kann. Frasch: „Man muss eine Leidenschaft fürs Skifahren haben, sonst braucht man hier gar nicht anzufangen.“

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