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Im Testament die Gemeinde bedacht

Opernsängerin vererbt Lenggries Vermögen

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Wer keine Familie hat, setzt oft gemeinnützige Vereine als Erben ein – oder manchmal eben auch die Heimatgemeinde. In diesen Genuss ist gerade wieder Lenggries gekommen – und das nicht zum ersten Mal.

Lenggries – Ein sechsstelliger Bargeld-Betrag, eine Wohnung in München und eine in Lenggries: Das ist die Erbschaft, die die Gemeinde Lenggries gerade angenommen hat. Die frühere Opernsängerin Elisabeth Röbelt-Deiß, die einige Jahrzehnte im Brauneckdorf lebte, hat die Kommune als Alleinbegünstigte in ihrem Testament eingesetzt. „Eine schöne Sache“, sagt Bürgermeister Werner Weindl.

Das Geld soll laut dem letzten Willen der Verstorbenen für gemeinnützige Zwecke verwendet werden, weitere Auflagen gibt es nicht. Bereits vor über zehn Jahren habe Elisabeth Röbelt-Deiß Kontakt zu ihm aufgenommen und gefragt, „ob sie die Gemeinde als Erbin einsetzen könnte“, erinnerte sich Weindl. Danach habe er aber nie wieder etwas gehört – bis zu ihrem Tod im vergangenen Oktober.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Gemeinde eine größere Erbschaft antritt. Aus den beiden größten wurden wunschgemäß Stiftungen gegründet. Das Ehepaar Hans und Barbara Huber vermachte der Gemeinde 2005 fast eine halbe Million Euro in bar und ein Grundstück samt Haus. Letzteres wurde verkauft. Der Erlös floss in das Stiftungskapital ein. Das beläuft sich mittlerweile auf 1,4 Millionen Euro – auch dank einer weiteren Erbschaft. „Ein Lenggrieser hat uns 50 000 Euro vermacht – mit der Auflage, sie als Zustiftung zu verwenden“, sagt Weindl. Aus den Zinsen und aus Spenden können bedürftige, kinderreiche, christliche Familien aus Lenggries unterstützt werden. Aber auch für soziale und gemeinnützige Zwecke in Lenggries darf Geld ausgeschüttet werden.

Noch zu Lebzeiten vermachten Irmgard († November 2010) und Josef Brückl († April 2017) der Gemeinde 700 000 Euro. Auch dieses Geld floss in eine Stiftung. Ihr Zweck ist die Förderung von Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen sowie die Unterstützung der Kinder- und Jugendhilfe in Lenggries. Zudem wurde mit dem Ehepaar ein Erbvertrag geschlossen.

Auch wenn das Zinsniveau derzeit schlecht sei, könnten die Stiftungen doch jedes Jahr Geld ausschütten, sagt Weindl. „Und irgendwann werden die Zinsen ja auch wieder steigen. Mit 1,5 bis zwei Prozent könnten wir ganz locker alle Wünsche erfüllen.“ Dazu trägt natürlich auch die dritte Lenggrieser Stiftung bei: Das Ehepaar Karin und Dr. Ernst F. Schröder schenkte der Kommune 2011 eine halbe Million Euro. Mittlerweile beläuft sich das Stiftungskapital auf fast 800 000 Euro. Familien, bedürftige Einzelpersonen sowie Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Altenhilfe können unter anderem unterstützt werden.

Für den Kindergarten und das Haus der Senioren darf die Gemeinde auch eine weitere Erbschaft verwenden. „Eine kinderlose Lenggrieserin, die mit Anfang 50 gestorben ist, hat uns ihr Barvermögen vererbt“, berichtet der Rathauschef. Die Gemeinde legte das Geld an und verwendet die Zinsen für die beiden Einrichtungen. „Im Haus der Senioren konnten wir so schon das eine oder andere einbauen. Und auch für den Kindergarten haben wir schon was angeschafft.“

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