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In der Lenggrieser Kläranlage wird aus Faulgas Wärme und Strom.

Rückblick des Bürgermeisters

In Lenggries trägt jetzt jeder Toilettengang zur Energiewende bei

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Die letzte Gemeinderatssitzung des Jahres ist immer eine willkommene Gelegenheit, um zurückzublicken. Das tat nun auch der Lenggrieser Bürgermeister Werner Weindl.

Lenggries – Das Jahr habe nicht gut begonnen, erinnerte der Lenggrieser Bürgermeister er an die chaotischen Schneetage im Januar und den tödlichen Unfall des Schlegldorfers Räumfahrzeugfahrers Hans Kiefersauer.

Doch in der Gemeinde habe sich heuer auch einiges bewegt. Zahlreiche Großprojekte wurden abgeschlossen beziehungsweise begonnen. Weindl nannte als Beispiel den Bau des Hackschnitzelheizwerks samt Nahwärmenetz für rund drei Millionen Euro. „Mittlerweile sind alle gemeindlichen Gebäude angeschlossen – auch das ehemalige Hotel Post, wo jetzt die Baustelle beheizt wird“. Dort gehe der Ausbau über den Winter weiter. „Im Saal sind die Wände schon verputzt. Der Aufzugschacht ist fertig, und das Bühnenhaus hat einen neuen Dachstuhl“, so Weindl. Für rund sieben Millionen Euro wird das ehemalige Hotel zu einem Kindergarten, einem Mehrzwecksaal, Büros und zwei Wohnungen umgebaut.

Jeder Toilettengang in Lenggries trägt zur Energiewende bei

In Betrieb ist seit wenigen Wochen die umgerüstete Kläranlage. Dort wird aus Faulgas nun Strom und Wärme gewonnen. „Unsere Bürger können also in Zukunft mit jedem Toilettengang einen Beitrag zur Energiewende leisten“, scherzte Weindl. Rund drei Millionen hat die Gemeinde investiert.

Etwa 15 Millionen Euro wird der Neubau des Pflegeheims an der Karwendelstraße kosten. Mit der Caritas habe man einen guten Betreiber gefunden. „Es war die richtige Entscheidung“, so Weindl. Seit August laufen nun die konkreten Planungen.

Froh ist der Rathauschef auch, dass nach jahrelangen zähen Verhandlungen der erste Bauabschnitt des Radwegs Leger-Jachenau abgeschlossen werden konnte. „Er ist seit ein paar Wochen fertig, aber im Winter braucht man den natürlich nicht einweihen“, sagte Weindl.

Neues Loipenspurgerät geliefert: „Warten nur noch auf Schnee“

Dazu habe es eine ganze Reihe kleinerer Projekte gegeben, „die deshalb aber nicht weniger wichtig waren“. Der Austausch der Beleuchtung zu LED sei in den Schulen fortgesetzt worden. Der Moosenalmweg wurde unter Trägerschaft der Gemeinde saniert, ein neues Loipenspurgerät gekauft. „Es ist geliefert. Wir warten nur noch auf den Schnee“, sagte Weindl.

Zwei neue Feuerwehrfahrzeuge wurden in Auftrag gegeben. „Das für Vorderriß wird im Januar geliefert, das Wegscheider dauert noch etwas länger.“ Die Breitbandversorgung wurde weiter verbessert, das Projekt Familienpaten gemeinsam mit den anderen Isarwinkel-Gemeinden auf den Weg gebracht. Mit Unterstützung der Gemeinde sei ein Waldkindergarten in Schlegldorf entstanden und neue Vereinsräume in der Bücherei. „Sehr erfreulich ist, dass die Fachklinik heuer wieder den Betrieb aufgenommen hat“ – und zwar wieder als Reha-Einrichtung, weil der Gemeinderat konsequent andere Nutzungen ausgeschlossen habe.

Personeller Umbruch im Rathaus: Bauamtsleiter geht zum Jahresende

Weindl dankte auch den Vereinen, die vieles zum gesellschaftlichen Leben in den Gemeinde beitragen. Vor allem bei den Großveranstaltungen Deutsche Feuerwehr-Skimeisterschaft und Lenggrieser Gewerbeschau habe sich das Dorf „von seiner besten Seite gezeigt“.

Der Rathauschef, der im März nicht mehr kandidiert, dankte auch dem Gemeinderat für die konstruktive Zusammenarbeit und seiner Verwaltung. Dort gab und gibt es Wechsel in Führungspositionen. Heidi Kiefersauer ist seit August in Elternzeit, ihre Aufgabe als Geschäftsleitender Beamter übernahm Tobias Riesch. „Er hat sich schon sehr gut eingearbeitet.“ Verlassen wird zum Jahreswechsel Bauamtsleiter Anton Bammer das Rathaus. Er habe in den vergangenen 21 Jahren „einen großen Beitrag zur baulichen Entwicklung von Lenggries geleistet“, stets darauf bedacht, das Ortsbild und den dörflichen Charakter zu bewahren, lobte Weindl. Was Bammer zudem auszeichnete, „ist dein großes Wissen und deine große Geduld mit manchem Bauhherrn und Planer“. Für die Zukunft, so Weindl. „wünsche ich Dir alles erdenklich Gute.“ Bammers Nachfolger Ronny Bousseljot beginnt im Februar.

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