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Schlüsselübergabe für die Fachklinik Lenggries am Bergweg (v. li.): Dr. Christoph Hertwig (Geschäftsführer des Immobilienkonsortiums Bergweg 21 Immo), Prof. Nikolaus Netzer (Geschäftsführer des neuen Pächters Gesundheitsbetriebe Isarwinkel GmbH), Dr. Stephan Pramsohler (Leiter der Therapie, des Hermann-Buhl-Forschungsinstituts sowie stellvertretender Geschäftsführer der Klinik von Prof. Netzer in Bad Aibling) und Marko Schreinemacher (Klinik- und Catering-Koch und Inhaber der Firma „Der Hauskoch“, künftiger Betreiber der Klinikküche).

Eröffnung für Frühjahr 2019 geplant

In die Lenggrieser Fachklinik zieht neue Rehaeinrichtung ein

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Gut eineinhalb Jahre nach Schließung der Lenggrieser Fachklinik durch den Asklepios-Konzern steht nun die künftige Nutzung der Immobilie am Bergweg fest.

Lenggries– Wie der Eigentümer des Hauses, die „Bergweg 21 Immo GmbH & Co. KG“, und der künftige Betreiber, die „Gesundheitsbetriebe Isarwinkel GmbH“ in einer gemeinsamen Presseerklärung mitteilen, soll dort im Frühjahr 2019 erneut eine geriatrische Rehabilitationseinrichtung eröffnen. Sie werde fürs Erste mit 60 Betten starten. Vermieter und Mieter trafen sich demnach kürzlich zur offiziellen Schlüsselübergabe.

Der Schock saß tief, als Asklepios Anfang 2017 die Schließung der Fachklinik verkündete und Mitte April umsetzte. Schnell wurde bekannt, dass ein Investorenkonsortium unter der Geschäftsführung des Lenggriesers Christoph Hertwig den Gebäudekomplex gekauft hatte. Wie er genutzt würde, darüber herrschte bislang allerdings Unklarheit.

In der nun versandten Pressemitteilung wird der damalige Bruch als „Chance für einen Neuanfang“ bezeichnet. Für diesen stehen nun die neuen Mieter, Prof. Nikolaus Netzer (57) und sein Team. Der in Unterföhring aufgewachsenen Internist und Lungenfacharzt hatte sich schon einen Ruf als Spezialist für Schlaf-, Sport- und Höhenmedizin aufgebaut, als er sich außerdem der Altersmedizin zuwandte und einen Zusatztitel als Geriater erwarb. Laut Pressemitteilung eröffnete er 1991 in Bayerisch Gmain zusammen mit einem Kollegen das erste eigenständige, für gesetzlich Versicherte zugängliche klinische Schlaflabor Europas. Er unterrichtet an den Universitäten Innsbruck und Ulm Sportwissenschafts- und Medizinstudenten. In Bad Aibling betreibt er aktuell eine kleine Rehabilitationsklinik.

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Das Eigentümerkonsortium habe „aus den zahlreichen Anfragen potenzieller Pächter“ Netzers Betreiberkonzept ausgewählt. Für den Betrieb der künftigen Klinik in Lenggries habe er eine neue Betreiberfirma gegründet, die „Gesundheitsbetriebe Isarwinkel GmbH“. „Die Wiedereröffnung einer geriatrischen Rehabilitationsklinik in dem dafür bereits eingerichteten Gebäude macht meines Erachtens doppelt Sinn“, erklärt Netzer. Es gebe für diese Nutzung in Lenggries „ein hohes Maß an Akzeptanz“ – und es bestehe im Großraum München, insbesondere im Gebiet südlich der Stadt, „durchaus Bedarf an geriatrischen Rehabilitationsbetten“.

In die Fachklinik Lenggries zieht im Frühjahr 2019 neues Leben ein – vorerst aber nur in einen Teil des Gebäudekomplexes am Bergweg.

Gab es zu Asklepios-Zeiten noch 95 Betten, möchten Netzer und sein Team zunächst mit 60 starten. Diese sollen sich auf den nach Westen ausgerichteten Gebäudeteil konzentrieren, um die Wege kurz zu halten. Für andere Teile des Klinikkomplexes sei man derzeit in laufenden Planungen und Gesprächen hinsichtlich weiterer ambulanter und stationärer Nutzungen. „Dafür werden wir uns allerdings noch einige Monate Zeit lassen“, erklärt Prof. Netzer.

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Mit den ersten Patienten plant man zwischen Februar und April kommenden Jahres. Bis spätestens Sommer 2019, so die Kalkulation, solle die Rehaeinrichtung dann „voll ausgelastet sein“. Die Personalrekrutierung für die neue Klinik hat bereits begonnen. Gesucht wird derzeit noch Personal für alle Klinikbereiche von Reinigung- und Hauswirtschaft bis zum ärztlichen Bereich.

An dem Gebäudekomplex hatten die Eigentümer laut Pressemitteilung seit Schließung der Asklepios-Einrichtung „intensive Sanierungsmaßnahmen“ vorgenommen. So sei über eine Million Euro allein in den Brandschutz investiert worden. Außerdem seien unter anderem „alle Aufzüge technisch ertüchtigt, die Sanitäreinrichtungen erneuert und Terrassen neu angelegt“ worden.

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