Lebensgefahr! Heute nicht an Isar aufhalten - selbst wenn es nicht regnet

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Heuer die größte Investition der Gemeinde: 2,6 Millionen E uro fließen allein 2017 in die Hochwasserentlastung für den Lahnerbach, für die Röhren mit zwei Metern Durchmesser verlegt werden. Das Bild zeigt Bürgermeister Werner Weindl bei einem Baustellenbesuch.

Haushalt der Gemeinde Lenggries

Investieren: Wenn nicht jetzt, wann dann?

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Die Gemeinde Lenggries hat wenig Schulden und viel Geld auf der hohen Kante. Doch es stehen auch gewaltige Ausgaben an, denn unter anderem mit dem Kauf des Gasthauses Post und eines Teils der früheren Kaserne hat man große Aufgaben mit Folgekosten in Angriff genommen.

Lenggries– „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Dieses Handlungsmotto führte der Lenggrieser Bürgermeister Werner Weindl ins Feld, als Kämmerer Michael Wenig im Hauptausschuss des Gemeinderats erstmals den Haushaltsentwurf 2017 vorstellte. Was damit gemeint ist: Die Gemeinde steht vor großen Aufgaben und plant beträchtliche Ausgaben. Aus Weindls Sicht ist die Gelegenheit dafür günstig: Denn die wirtschaftliche Lage hat in den vergangenen Jahren hohe Einnahmen in die Gemeindekasse gespült, sodass man heuer trotz aller Großprojekte noch ohne Neuverschuldung auskomme. Der Bürgermeister bereitete die Gemeinderäte aber auch darauf vor: Das muss in den kommenden Jahren nicht so bleiben – und die Rücklagen der Gemeinde werden schrumpfen.

Ein besonders dicker Brocken, den die Gemeinde aktuell zu bewältigen hat, ist der Ausbau des Lahnerbachs. Wie berichtet wird eine Rohrleitung zwischen Bergbahn-Talstation und der Isar gebaut, um bei Hochwasser den Lahnerbach zu entlasten und damit 56 Wohnhäuser und 14 Betriebe vor Überflutung zu schützen. Von den insgesamt rund 5 Millionen Euro Baukosten schlagen im Haushalt 2017 etwa 2,6 Millionen Euro zu Buche. Weitere laufende Projekte, die für Kosten sorgen, sind der Bau der Jachen-Brücke in Leger (600 000 Euro), der Umbau des Alpenfestsaals (490 000 Euro), der Kauf einer Drehleiter für die Feuerwehr (660 000 Euro) oder der Umbau des Gasthofs Post (zunächst sind für heuer 250 000 Euro veranschlagt; insgesamt rechnet man mit knapp 4,5 Millionen).

Und dann ist da auch noch der vor gut einem Jahr getätigte Kauf eines Teils der ehemaligen Prinz-Heinrich-Kaserne. Die kostete die Gemeinde bekanntlich etwa fünf Millionen Euro. Finanziert wurde die Immobilieninvestition durch einen Kredit bei der Firma Bayerngrund, zu deren Gesellschaftern der Freistaat und die Bayerische Landesbank gehören. Heuer will die Gemeinde 500 000 Euro von diesem Kredit tilgen. Davon abgesehen hat die Gemeinde wenig Schulden: Ende 2017 sollen es noch 231 000 Euro sein.

Eine Neuverschuldung ist 2017 nicht vorgesehen. Stattdessen sieht der Haushaltsentwurf einen kräftigen Griff in die Rücklagen vor: Fast 2,5 Millionen Euro aus der Kasse sollen die Investitionen dieses Jahres mitermöglichen. Dann bleiben der Gemeinde Ende 2017 zwar immer noch 4,8 Millionen Euro auf der hohen Kante. Doch das Polster könnte in den Folgejahren schmelzen – auch angesichts von großen Aufgaben, wie „Post“, „Isarwelle“, der Hackschnitzelheizung für die Schule und der Entwicklung des Kasernengeländes. „Die Gemeinde ist aktuell sehr leistungsfähig“, sagte Weindl. „Aber wir können nicht verkennen, dass sich in den nächsten Jahren eine Darlehensaufnahme nicht ausschließen lässt.“

Angesichts der – freilich noch mit vielen Fragezeichen versehenen – Finanzplanung, nach der der Lenggrieser Schuldenstand bis 2020 auf 4,4 Millionen Euro steigen und die Rücklagen auf 575 000 Euro zusammenschmelzen könnten, wurde Gemeinderat Florian Forster dann doch etwas mulmig. „Wir setzen mehr Projekte um, als wir dauerhaft leisten können. Deswegen müssen wir immer im Hinterkopf haben, wie wir unsere Ressourcen am besten einsetzen“, mahnte er.

Weindl sah die Haushaltslage seiner Gemeinde jedoch „auf einer soliden Grundlage“. Sein Resümee: „Wir können diesen Entwurf mit gutem Gewissen zur Beschlussfassung vorschlagen.“ Dieser Empfehlung schloss sich der Ausschuss einstimmig an. Verabschiedet werden soll der Haushalt dann im Gemeinderat am 20. März.

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