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„Momentan darf jeder fast alles"

Isar-Rafting: Verein fordert klare Regeln

Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Probleme mit dem Rafting auf der Isar werden in den nächsten Jahren immer mehr zunehmen. Diese Meinung vertritt Dr. Karl Probst, Vorsitzender der Notgemeinschaft „Rettet die Isar jetzt“.

 Seine Forderung in der Jahresversammlung des Vereins: „Wir brauchen eine Verordnung.“ In dieser soll stehen, wann die Isar befahren werden darf und mit welchen Bootstypen. Festgelegt werden müssten seiner Meinung nach außerdem die Ein- und Ausstiegsplätze. Probst: „Momentan darf jeder fast alles. Es ist egal, ob jemand die Boote über die Fisch-Laichgründe zieht.“

Anlass für seine Forderung war ein Facebook-Aufruf. Zum „Schlauchbootfahren auf der Isar“ hatte die Seite „Feste und Events in München“ für den 14. Mai aufgerufen und diverse Touren vorgeschlagen (wir haben berichtet). 900 Facebook-Nutzer sagten zu.

Probst schrieb einen „Brandbrief“ an den Veranstalter. Die Einladung wurde nach den Protesten zurückgezogen. „Mal schauen, wie viele Leute mitgekriegt haben, dass die Veranstaltung abgesagt ist“, sagt Probst.

Auch wenn diese Veranstaltung abgewendet ist, werde es in Zukunft nicht einfacher, sagte Probst, schließlich sei zu erwarten dass die Einwohnerzahl in Bayern in den nächsten Jahren um 400 000 wächst. Zudem gehe der Freizeit-Trend immer mehr in Richtung Abenteuer. Probst: „Je mehr Menschen kommen, desto höher ist der Regelungsbedarf.“ Es gehe dem Verein aber nicht darum, Menschen das Grundrecht auf das Betreten der Natur zu verwehren.

Neben der Verordnung setzt der Verein auf Information und will zwei Hinweistafel an Brennpunkten finanzieren. Sie sollen aufzeigen, welchen Schaden Bootstouren unter Umständen anrichten können. Probst: „Dass der Erfolg von solchen Tafeln meist eher durchwachsen ist, bedeutet nicht, dass sie verkehrt sind.“ pr

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