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An der Isar unterhalb des Sylvensteins

101 Tonnen Stahl für die neue Brücke

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Lenggries - Beim Brücken-Neubau unterhalb des Sylvensteindamms läuft alles rund. Möglichst noch in diesem Jahr soll die neue Verbindung für den Verkehr freigegeben werden. Gestern wurden die beiden noch fehlenden Stahlträger angeliefert.

Die beiden größten Stahlträger wurden bereits am Dienstag eingesetzt. „Einer davon wiegt 30 Tonnen und ist 30 Meter lang“, sagt Michael Kordon, Leiter des Staatlichen Bauamts in Weilheim. „Jetzt folgen noch die beiden etwas kürzeren Teile.“ Allerdings bringen auch die noch gut 20 Tonnen auf die Waage. Mit Tiefladern werden die beiden etwa 25 Meter langen Stahlkolosse angeliefert. Sie haben bereits eine Anreise aus Kärnten hinter sich. Den ersten Träger legt der Kran sanft ab, der zweite wird nach dem Anheben gleich fürs Einpassen vorbereitet. Dazu schraubt ein Arbeiter von unten die Auflagevorrichtung am Stahl fest. Zwei weitere Arbeiter bereiten den Bereich auf dem Widerlager vor, auf dem der Träger später ruhen wird. Unter anderem wird dort eine Lage Neopren dafür sorgen, dass alles elastisch bleibt, denn eine Brücke ist nicht total statisch. Das merkt man auch auf der alten Brücke: Jedes Mal, wenn ein Lastwagen darüberfährt, schwingt die Konstruktion.

Apropos alte Brücke: Deren Überbau wurde Mitte Juni einfach 14 Meter weit flussabwärts verschoben. Sie dient während der Bauarbeiten als Behelfsumfahrung. Rund 3000 Fahrzeuge rollen jeden Tag an dieser Stelle über die B 13 – auf dem Weg vom oder zum Sylvensteinsee. Die alten Widerlager und der Mittelpfeiler blieben stehen und wurden in den vergangenen Wochen ertüchtigt, wie Kordon erklärt.

Als nächstes werden nun die einzelnen Stahlträger sowie die drei Querträger verschweißt. Die 101 Tonnen schwere Konstruktion bildet dann den tragenden Teil des Überbaus – eine Fahrbahnplatte aus 30 Zentimeter dickem Stahlbeton. Was dann noch fehlt, ist die Asphaltschicht, die Gehsteige und Geländer. „Wir hoffen, dass wir die neue Brücke noch heuer freigeben können“, sagt Kordon. „Der Terminplan ist allerdings sportlich.“ Bisher liege man aber voll im Soll – das gilt auch für die Kosten: 2,7 Millionen Euro investiert der Bund in die Sanierung. „Und diesen Rahmen werden wir wahrscheinlich auch einhalten.“

Der Abbau der provisorischen Brücke erfolgt dann im kommenden Frühjahr. Bis dahin wird der Bootseinstieg an dieser Stelle auch gesperrt bleiben. Es sei einfach zu gefährlich, unter der Baustelle durchzufahren, schließlich könne nie ausgeschlossen werden, dass Baumaterial oder Werkzeug herabfalle, erklärt Kordon. Allerdings gibt es nach wie vor nicht wenige Wassersportler, die die Verbotsschilder, die ab Fleck auf den gesperrten Einstieg hinweisen, ignorieren. Das Bauamt appelliert eindringlich an Bootsfahrer, dort nicht zu starten. „Beim Unterfahren der Brücken besteht Lebensgefahr.“

Stahlträger für die neue Isarbrücke am Sylvenstein

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