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„Auf das Zwischenmenschliche kommt es mir besonders an“, sagt Autorin Irmi Grasmüller.

Erstes Buch

Isarwinklerin mit Debüt-Roman: Schicksalsschläge in der Alm-Idylle

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Die Lenggrieser Journalistin und Bäuerin Irmi Grasmüller hat einen Heimatroman mit viel Herz und Isarwinkler Lebensgefühl verfasst. Die Idee zur Handlung von „Almgeflüster“ kam ihr im Traum.

Lenggries – Journalistin, Bäuerin, Mutter – und jetzt auch Buchautorin: Die Lenggrieserin Irmi Grasmüller hat ihren ersten Roman veröffentlicht. In „Almgeflüster“ greift die 45-Jährige viele Elemente aus dem Alltag im Isarwinkel auf – und verbindet sie zu einer Geschichte zwischen Idylle und modernem Heimatdrama. Herausgekommen ist schöner Lesestoff fürs Herz, in dem sich vor allem viele Leserinnen wiedererkennen dürften – leicht lesbar, ohne trivial zu sein.

Mit dem Schreiben des Romans hat sich Irmi Grasmüller einen Traum erfüllt – im wahrsten Sinne. „Ganz ehrlich, ich habe die Geschichte geträumt“, sagt sie. Im Halbschlaf habe sie überlegt, ob sie gleich aufstehen und sich Notizen machen sollte. Irmi Grasmüller drehte sich zwar lieber noch einmal im Bett um, aber gleich am nächsten Morgen um 6.30 Uhr brachte sie die Grundzüge des Romans zu Papier.

Die Idylle auf der Alm währt in Irmi Grasmüllers Roman nicht lange, denn das Schicksal schlägt zu.

In „Almgeflüster“ schildert sie nun die Geschichte zweier Paare, die den Sommer auf benachbarten Almen verbringen. Die beiden Männer, Draufgänger Michi und der sanftmütige Toni, sind beste Freunde seit Kindheitstagen. Von den Frauen hat sich die bodenständige Anni bestens in das Leben mit Mann und Schwiegermutter auf dem Berg eingefunden. Michis Freundin Evi möchte noch etwas mehr aus ihrem Leben machen. In Toni findet sie einen verständnisvollen Zuhörer – und durch diese sich intensivierende platonische Beziehung schleicht sich die Eifersucht in das harmonische Miteinander.

„Ich muss ehrlich sagen: Es fängt etwas Rosamunde-Pilcher-mäßig an“, gibt die Autorin zu. „Ich persönlich finde das Leben schwer und anstrengend genug. Es gibt viel zu viel Unglück und Grausamkeiten auf dieser Welt, und deswegen beschäftige ich mich in meiner Freizeit nicht gern mit Krimis, Mord und Totschlag, sondern eher mit etwas Leichtem, mit etwas, was einen befreit.“

Das Liebesidyll gegen den Strich bürsten

Irmi Grasmüllers Anliegen war es aber auch, das Liebesidyll etwas gegen den Strich zu bürsten und unerwartete Wendungen einzubauen – ein wenig nach dem Vorbild Ludwig Ganghofers, der seinen Geschichten auch tragische Komponenten verliehen habe. Und so bringt die Lenggrieserin mit einem folgenschweren Unfall Dramatik und etwas Düsternis in die Handlung ein. Auch wenn die Geschichte damit konfliktträchtiger wird – die Spannung bleibt sanft. Vor allem zeigt Grasmüller großes Einfühlungsvermögen in alle ihre Hauptfiguren. Obwohl sie Fehler begehen, verurteilt die Autorin keinen, kann sich in jeden hineinversetzen. Grasmüllers klarer Schreibstil trägt dazu bei, dass auch der Leser alle Verhaltensweisen nachfühlen kann. „Auf das Zwischenmenschliche kommt es mir besonders an“, sagt Irmi Grasmüller.

Ganz nebenbei zeichnet sie ein liebevolles Porträt des Landlebens. Grasmüller ist in München geboren. Nachdem sie zunächst eine Ausbildung als Tontechnikerin gemacht hatte, studierte sie Ethnologie, Politik und Geografie, reiste viel und arbeitete als Journalistin. 2008 heiratete sie einen Lenggrieser Landwirt und fand seither neue Aufgaben in der Milchviehwirtschaft, in einem kleinen Beherbergungsbetrieb sowie in der Erziehung ihrer zwei Buben. „Ich bin froh, dass ich hier leben darf und eingebunden bin“, sagt die 45-Jährige. Doch einige Unterschiede zum Stadtleben fallen ihr – ohne dass sie wertet – auf. Etwa die große Bedeutung von Jugendfreundschaften, die Heimatverbundenheit oder das enge Verhältnis Schwiegermutter-Schwiegertochter.

Nach „Almgeflüster“ will die Lenggrieserin weiterschreiben. Den Stoff für die nächsten zwei Romane hat sie schon im Kopf. Irmi Grasmüller träumt viel.

Buchvorstellung

Ihren Roman „Almgeflüster“ stellt Irmi Grasmüller am Samstag, 25. November, um 19 Uhr in der Kaminstub’n im Arabella Brauneck-Hotel in Lenggries vor. Der Raßhofer Lu sorgt für die musikalische Begleitung. Eintritt frei. „Almgeflüster“ ist im Isarwinkel-Verlag erschienen, hat 148 Seiten und ist für 6,99 Euro erhältlich (ISBN 978-3-946058-03-8).

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