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Volle Konzentration: Die Klarinettisten (ab 2. v. li.) Hans Lindner und Georg Wasensteiner bei ihrem Solistenauftritt mit der Polka „Zauberhafte Klarinetten“ – dirigiert von Alois Leichmann. 

175 Jahre Blaskapelle Lenggries

Mit viel Beifall ins Jubiläumsjahr

Lenggries - Das Frühjahrskonzert der Lenggrieser Blaskapelle am Palmsonntag hat eine lange Tradition. Doch diesmal war es ein besonderes Ereignis: Es bildete den musikalischen Auftakt zum Jubiläumsjahr des Ensembles, das bekanntlich im August mit einem großen Festprogramm sein 175-jähriges Bestehen feiert.

Flexibel mussten Musikkapellen aufgrund ihrer sehr unterschiedlichen Einsätze im dörflichen Leben wohl immer schon sein. Und diese Flexibilität und Vielseitigkeit wurden über die Zeit hinweg kontinuierlich gesteigert auf ein Niveau, das auch am Sonntagabend das Publikum in der Lenggrieser Mehrzweckhalle mit großem Beifall honorierte.

Nach dem schmissigen Auftakt mit dem Reitermarsch von Johann Strauß (Sohn) wartete mit der Ouvertüre aus „Raymond oder Das Geheimnis der Königin“ auch schon eine der besonderen Herausforderungen auf die 40 Musiker unter der Leitung von Alois Leichmann. Dieses Werk von Ambroise Thomas, das von der Fachwelt in den Schwierigkeitsgrad Höchststufe eingeordnet wird, zeichnet sich unter anderem gleich zu Beginn mit kurzen Melodie- und Pausen-Elementen sowie mit auffallenden instrumentalen Kombinationen aus, die exakt vermittelt wurden.

Ebenso meisterlich geschliffene Auftritte absolvierten zudem die Solisten des Programms: So brillierte Christian Klar bei der teils Wehmut und teils leidenschaftliches Temperament zum Ausdruck bringenden Melodie des Zirkustitels „O mein Papa“ mit seiner Trompete. Von den Klarinettisten Hans Lindner und Georg Wasensteiner dagegen forderte die Komposition „Zauberhafte Klarinetten“ von Zdenek Gursky mit atemberaubenden Tonkapriolen volle Konzentration und instrumentale Technik.

„Blasmusik hat viele Facetten“, stellte Alois Ostler fest, der als Ansager ebenfalls schon seit vielen Jahren beim Frühjahrskonzert mitwirkt. Eine dieser Facetten ist beispielsweise das Eintauchen in die faszinierende Welt afrikanischer Rhythmen, was bei der Rhapsody „African Inspirations“ gelungen zur Umsetzung kam. Wechselvolle Stimmungen beinhalteten zudem der Satz „Palladio“ aus einer Streichersuite wie auch – wenngleich eine ganz andere Stilrichtung – der ungarische Tanz „Reise nach Ungarn“, wie das wohl dem Klischee vom „Paprika im ungarischen Blut“ entspricht.

Vom „Wiener Schmäh“, aufbereitet im Konzertwalzer „Weaner Madln“, und der Filmmusik von „Robin Hood“ spannte sich der Bogen bis hin zum Marsch „Prager Juwelen“, der böhmischen Polka „Gruß an die Heimat“ und dem vom Kiem Pauli aufgezeichneten „Weiß-Blau-Marsch“.

Eine Reihe der vorgestellten Werke ist auch auf der neuen CD, die die Lenggrieser Blaskapelle anlässlich ihres Jubiläums unter der Überschrift „Musikantenfest“ eingespielt hat. „Das ist Blasmusik to go“, kommentierte Alois Ostler und fügte in eifriger Werbemission hinzu, es gebe auch noch den Jahreskalender zu erwerben, der Ereignisse und Erlebnisse rund um das Ensemble in nicht unbedingt alltäglicher Sichtweise zeigt.

Den Schlusspunkt unter den Konzertabend aber setzte natürlich die Musikkapelle selbst, und zwar mit dem Hohenburg-Marsch, komponiert vom früheren Kapellmeister Georg Meßmer und zwei Zugaben.

Rosi Bauer

Klingender Auftakt des Jubiläumsjahres: Blaskapelle Lenggries überzeugt beim Frühjahrskonzert 

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