Die neu gewählte Vorstandschaft der Lenggrieser SPD: (Vorne, v. li.) Vorsitzender Tobias Raphelt, die stellvertretenden Vorsitzenden Franziska Baumann und Florian Kubiczek sowie Kassier Oskar Kiraly mit den Beisitzern (stehend, v. li.) Michael Pichler und Sabine Gerg sowie Schriftführerin Cornelia Schöpfel.
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Die neu gewählte Vorstandschaft der Lenggrieser SPD: (Vorne, v. li.) Vorsitzender Tobias Raphelt, die stellvertretenden Vorsitzenden Franziska Baumann und Florian Kubiczek sowie Kassier Oskar Kiraly mit den Beisitzern (stehend, v. li.) Michael Pichler und Sabine Gerg sowie Schriftführerin Cornelia Schöpfel.

Jahresversammlung

SPD Lenggries blickt auf ein außergewöhnliches Jahr mit zwei Wahlen zurück

Bei der Jahresversammlung der Lenggrieser SPD standen Neuwahlen im Mittelpunkt. Dazu wurde auf ein außergewöhnliches Jahr zurückgeblickt. Denn die SPD kandidierte in einem Jahr gleich zweimal um den Chefsessel im Rathaus.

Lenggries – Zufrieden mit seiner aktuellen Stellung in der Lenggrieser Kommunalpolitik ist der SPD-Ortsverein, wie in der Jahresversammlung im Gasthaus Wieserwirt deutlich wurde. 2020 sei ein außergewöhnliches Jahr gewesen, blickte Vorsitzender Tobias Raphelt zurück. Dass nach dem überraschenden Tod des im März neu gewählten Bürgermeisters Markus Landthaler die Bürger im September erneut zur Stimmabgabe aufgerufen werden mussten, habe Parteien und Kandidaten gefordert – zumal die Corona-Krise keine normalen Abläufe zuließ. „Wir haben einen erfolgreichen, guten und fairen Wahlkampf geführt und ein gutes Wahlprogramm präsentiert“, resümierte Raphelt, der als SPD-Bürgermeisterkandidat im März 8,01 Prozent holte und bei der Wahl im September 16,1 Prozent. „Die zweite Wahl hat gezeigt, dass wir in Lenggries wieder wahrgenommen werden.“

„Wir werden wieder wahrgenommen“

Besonders erfreulich fanden die zwölf zur Versammlung erschienenen Genossen, dass nach sechsjähriger Abstinenz die SPD wieder mit zwei Vertretern, nämlich mit Raphelt und Sabine Gerg, im Gemeinderat vertreten sei. Dass in diesem Gremium die CSU nun nicht mehr mit einer Mehrheit agieren könne, sondern neben der stärkeren Freien Wählergemeinschaft auch Vertreter von SPD und Grünen und damit neue Farben und „neuer Wind“ eingezogen sind, sah man als Basis für eine offenere und breitere Themenwahrnehmung.

Tobias Raphelt als Vorsitzender im Amt bestätigt

Einig waren sich die Anwesenden auch bei den Neuwahlen im Ortsverein. Einstimmig wurden Tobias Raphelt als Vorsitzender sowie Franziska Baumann und Florian Kubiczek als Stellvertreter in ihren Ämtern bestätigt. Der langjährige Kassier Max Raeder legte seinen Posten nieder, als Nachfolger stellte sich Oskar Kiraly zur Verfügung. Cornelia Schöpfel bleibt als Schriftführerin in Amt und Würden. Die Beisitzer-Posten wurden mit Sabine Gerg, Michael Pichler und Florian Stange neu besetzt.

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Um für die Anliegen und Forderungen des SPD-Ortsvereins im Gemeinderat Gehör zu finden, dürften die beiden SPD-Räte nicht müde werden, Anträge zu stellen, riet Helmut Hanus aus eigener Erfahrung in früherer Zeit. Man dürfe sich dabei durchaus „auch populistisch zeigen, müsse zugleich aber Vorschläge und Konzepte vorweisen, die die Bürger ansprechen“. Auf der Dringlichkeitsliste der Genossen stehen unter anderem die Findung eines neuen Verkehrskonzepts und ein Richtungswechsel hin zu einem sanfteren Tourismus. „Viele Leute wollen diesen überfallartigen Andrang nicht mehr über sich ergehen lassen“, stellte Georg Sackrenz fest.

Kritik an Kreis-SPD

Ein Dorn im Auge ist den Sozialdemokraten, dass 17 Jahre nach Abzug der Bundeswehr „noch immer keine sinnvolle Nutzung für das Kasernen-Areal in Gang gebracht wurde“. Eine andere „Baustelle“ scheint den Lenggrieser Genossen die Kreis-SPD zu sein. „Bei der sieht nicht alles zum Besten aus“, urteilte Raphelt. Ihr Wahlkampf sei zu wenig koordiniert gewesen, ihre Strukturen müssten überarbeitet werden. Für die Besetzung der Kreisvorstandschaft suche man nach Bewerbern. In der Kreiskonferenz, zu der auch Delegierte aus Lenggries entsandt werden, müssten diese Probleme angesprochen werden, so Raphelt.

Die Lenggrieser SPD indes kann 2021 Geburtstag feiern: Zum 75-jährigen Bestehen erarbeitet Max Raeder einen bebilderten Vortrag, der neben der Verbands- auch viel Ortsgeschichte zeigt. (Rosi Bauer)

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