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Schilder auf dem Parkplatz weisen darauf hin, dass der Bootseinstieg an dieser Stelle verboten ist.

An der Isar

Jede Woche zerschnittene Drähte: Bootfahrer missachten Verbote

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Lenggries - Wegen der Bauarbeiten an der Isarbrücke am Sylvenstein ist der Bootseinstieg dort derzeit verboten. Das kümmert manche wenig. Notfalls wird sogar der Bauzaun durchgezwickt, um zumindest in der Nähe zum Wasser zu kommen. 

Bootfahren auf der Isar: Dieses Freizeitvergnügen unterliegt aktuell einigen Beschränkungen. Von der Tattenkofener bis zur Großhesseloher Brücke in München ist es aufgrund des hohen Wasserpegels gerade verboten – und das bleibt bis auf Weiteres auch so, wie das Tölzer Landratsamt gestern mitteilte. Wegen der Bauarbeiten an der Isarbrücke unterhalb des Sylvensteindamms ist dort zudem ein beliebter Startpunkt für Bootfahrer gesperrt. Doch es gibt immer wieder Unvernünftige, die die Verbote ignorieren.

Warum eigentlich ist das Bootfahren erst ab der Tattenkofener Brücke verboten, nicht aber zwischen Sylvensteinsee und Geretsried? Nur in ersterem Bereich „hatten wir in den vergangenen Tagen Einsätze von Wasserwacht und DLRG, nachdem Boote gekentert waren“, antwortet Cornelia Breiter, Sachgebietsleiterin Wasserrecht im Landratsamt. Ohne Not wolle man keine Verbote aussprechen. „Das heißt nicht, dass wir erst warten, bis etwas passiert“, stellt Breiter klar. „Wir halten ständig Rücksprache mit Fachleuten.“ Darunter seien auch Polizei, Feuerwehr und „fachkundige Bootfahrer“.

Verstöße gegen das Verbot habe das Landratsamt bisher nicht festgestellt. „Aber es ist auch schwierig zu kontrollieren“, räumt Breiter ein. „Über Dritte haben wir gehört, dass einige Bootfahrer von Passanten abgehalten wurden“, berichtet sie. Wer die Anordnung missachtet, muss mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen – abgesehen davon, dass er sich in Lebensgefahr begibt.

Das taten im Frühsommer auch einige Bootfahrer, die verbotenerweise unter der Isarbrücke am Sylvenstein durchfuhren – obwohl diese Brücke gerade saniert wird. „Wie leicht fällt bei den Arbeiten mal ein Stein oder ein Hammer herunter – und der kann die Boote treffen“, warnt Julia Schneider vom Staatlichen Bauamt Weilheim. Einmal hätten die Arbeiten sogar für zwei Stunden unterbrochen werden müssen, weil Boote den Baustellenbereich durchquerten. Nach Recherchen des Bauamts handelte es sich um eine Gruppe aus München.

Mittlerweile weist die Baubehörde auf allen einschlägigen Internetseiten darauf hin, dass der Booteinstieg in dem betreffenden Bereich verboten ist. Laut Schneider sind in jüngster Zeit keine Boote mehr unter der Brücke durchgefahren. Stattdessen lassen offenbar viele Freizeitsportler ihr Boot unterhalb der Brücke zu Wasser – was im dortigen Naturschutzgebiet ebenfalls verboten ist. „Der Zugang ist mit Bauzäunen abgesperrt – aber wir finden dort jeden Montag zerschnittene Drahtverriegelungen vor“, beklagt Schneider. Deswegen denke man nun darüber nach, den angrenzenden Parkplatz komplett mit Bauzäunen abzusperren. Eine solche Maßnahme würde auch Wanderer treffen. „Aber die Sicherheit geht über alles.“ 

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