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Andrea Fahrner arbeitet seit zweieinhalb Monaten als Verwaltungsleiterin für die Lenggrieser Pfarrei St. Jakob. Ihr zur Seite stehen Kirchenpfleger Peter Dichtl (li.) und Pfarrer Josef Kraller.

Verwaltungsleiterin in St. Jakob angestellt 

Jetzt hat der Pfarrer mehr Zeit für Seelsorge

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Viele Pfarrer sind mehr Manager als Seelsorger. Die zunehmende Arbeitsüberlastung zehrt an den Nerven der Priester. Das Erzbistum München und Freising reagiert und stellt nun hauptamtliche Verwaltungsleiter ein.

Lenggries – Pfarrer Josef Kraller ist sichtlich froh. „Ich freue mich, dass wir mit Frau Andrea Fahrner eine so tüchtige Kraft im Haus haben.“ Bereits seit 1. Oktober hat die gebürtige Lenggrieserin ihren Arbeitsplatz im Pfarrhof. Mit 18 Wochenstunden ist die 47-jährige Verwaltungsfachwirtin im Dienst der Kirche angestellt – gewissermaßen als „Mädchen für alles“.

Andrea Fahrner ist die erste Verwaltungsleiterin im Dekanat Bad Tölz. „Wir waren überrascht, dass Lenggries als Einzelpfarrei gleich den Zuschlag bekommen hat“, sagt Pfarrer Kraller. Bislang wurden vorrangig Pfarrverbände besetzt – wie beispielsweise Aufkirchen im Dekanat Wolfratshausen. Dort arbeitet Martin Gams. Er wurde zeitgleich mit Fahrner eingestellt und betreut zudem die Stadtkirche Wolfratshausen. Gams und Fahrner tauschen sich bei den wöchentlichen Fortbildungsveranstaltungen regelmäßig über ihre neuen Aufgaben aus.

Auf die Ausschreibung der Stelle für die Pfarrei St. Jakob hatte der Lenggrieser Kirchenpfleger Peter Dichtl gedrängt. Er hatte in Rundschreiben von den Plänen der Diözese gelesen und die Einstellung eines Verwaltungsleiters als große Chance für Lenggries gesehen, so Pfarrer Kraller. „Peter Dichtl hat mich bereits gut eingearbeitet“, sagt Fahrner. „Er weiß in allen Dingen Bescheid.“

Bei einer Einführungs-Rundfahrt hat die neue Verwaltungsleiterin die aktuellen und künftigen „Baustellen“ schon mal kennengelernt. „In Fall ist das Glocken-Läutwerk in die Jahre gekommen, in Wegscheid steht die Renovierung der Antoniuskapelle an, und für die Pfarrkirche St. Jakob startet 2018 das Architekten-Ausschreibungsjahr.“ Bis zum 300-jährigen Weihejubiläum im Jahr 2021 soll das Gotteshaus rundum neu glänzen. Andrea Fahrner wird Zuschussanträge stellen, Baustellen-Termine wahrnehmen und den Bauzeitenplan im Auge haben. Zudem ist sie personalrechtlich verantwortlich für die 14 Angestellten – von der Pfarrbüro-Sekretärin über die Mesner bis hin zum Organisten. Auch in das Steuerrecht muss sich die Verwaltungsleiterin vertiefen, vor allem ab 2021, wenn die Kirchen umsatzsteuerpflichtig werden. „Meine Arbeit ist ein ganz neues Berufsfeld“, sagt die Lenggrieserin, die seit 2009 mit ihrer Familie wieder in ihrem Heimatort lebt. Sie arbeitete zuletzt in der Personalverwaltung der Stadt Penzberg und zuvor beim Kreisjugendring München. Jetzt hat sie einen Arbeitsplatz gefunden, dem sie „mit ganzem Herzen verbunden“ ist.

„Wir Verwaltungsleiter sind kein Ersatz für die ehrenamtliche Kirchenverwaltung“, sagt Fahrner. „Ohne die geht es nicht. Aber wir können ihr die Schreibtischarbeit abnehmen – und die Seelsorger von den Verwaltungsaufgaben entlasten.“

„Wir wollen, dass unsere Priester, Diakone und pastoralen Mitarbeiter sich voll auf ihre Kernaufgabe konzentrieren können: den Menschen zur Seite stehen und als Seelsorger tätig sein“, erklärt dazu der Generalvikar des Erzbischofs, Peter Beer: „Die Aufgaben in der Verwaltung sind aufgrund staatlicher Vorgaben und neuer Gesetzeslagen stetig angewachsen und komplizierter geworden. Dafür sind unsere Seelsorger nicht ausgebildet.“

100 Vollzeitstellen für Verwaltungsleiter hat die Erzdiözese mittlerweile ausgewiesen. Sie werden nach und nach besetzt – viele in Teilzeit. Interesse besteht dem Vernehmen nach auch im Pfarrverband Bad Tölz.

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