Mit Cheddar lag sie gleich zu Beginn richtig: Johanna freut sich nach der Blindverkostung darüber, diesen Käse in der Box zu sehen.
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Mit Cheddar lag sie gleich zu Beginn richtig: Johanna freut sich nach der Blindverkostung darüber, diesen Käse in der Box zu sehen.

Im Fernsehen

TV-Show „Klein gegen Groß“: Johanna hat den richtigen Riecher und schlägt Ulrich Wickert

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Auf ganzer Linie geglänzt hat Johanna Glück (10) aus Lenggries in der ARD-Show „Klein gegen Groß“: Mit ihrem Käsefachwissen schlug sie Ulrich Wickert und bekam dafür großen Applaus.

Lenggries/Berlin – 6,9 Millionen Zuschauer saßen am Samstagabend vor dem Bildschirm, als in der ARD-Show „Klein gegen Groß“ Kinder mit besonderen Talenten gegen Prominente antraten und ihr Können unter Beweis stellen mussten. Unter ihnen war die zehnjährige Johanna Glück aus Lenggries (wir berichteten). In einem „Käse-Duell“ musste sie blind vier Sorten richtig erkennen, und zwar aus einer Auswahl von 42 unterschiedlichen Arten.

Johanna hatte buchstäblich den richtigen Riecher: Die Schülerin, die die vierte Klasse der Grundschule in Wegscheid besucht, erkannte drei von vier Sorten richtig. Moderator Kai Pflaume suchte zuvor die Stücke aus und stellte sie den Kandidaten – sie bekamen jeweils unterschiedliche Sorten – in einer kleinen Plastikbox auf den Tisch. Dann rochen die beiden Kandidaten zuerst daran, bevor sie den Käse in den Mund steckten und probierten.

Johanna erkannte Cheddar, Mimolette und Graukäse, nur beim Morbier – ein französischer Kuhmilchkäse mit einer dünnen Ascheschicht – lag sie daneben. Nach jeder richtigen Lösung freute sie sich riesig, während sich Ulrich Wickert am Nebentisch bemühte, seine gute Laune zu behalten: Der ehemalige Tagesthemen-Moderator, der immerhin die höchste Auszeichnung der französischen Käse-Gilde trägt, erkannte nur eine Käsesorte, dreimal lag er daneben. Als Belohnung für ihr großes Wissen bekam Johanna nach ihrem Auftritt eine Stereoanlage geschenkt.

„Ich war während der Show wahnsinnig aufgeregt“, berichtete Johanna am Sonntag beim Telefonat mit dem Tölzer Kurier. Die Sendung wurde schon Ende Oktober in Berlin aufgezeichnet, und zwar mit einigen Corona-Auflagen. Auf der Bühne mussten alle Abstand halten, und die begleitende Familie – die Eltern und Bruder Lukas – durften nur während Johannas Auftritt im Studio sitzen. „Ansonsten waren wir alle in der Garderobe und hatten dort einen großen Fernseher“, berichtet Johanna. Es sei schade gewesen, dass sie mit anderen Prominenten – etwa Nena und Günther Jauch – keine Fotos machen konnte. „Aber zu Ulrich Wickert durfte ich Uli sagen“, erinnert sich die Zehnjährige mit Freude.

In die Wege geleitet hatte das ganze Projekt der „Tölzer Kasladen“. Das Unternehmen war Kooperationspartner der ARD für diese Show und fragte in einer Mail im Sommer ihre Kunden, ob sie Kinder im Alter bis zu 13 Jahre hätten, die daran teilnehmen wollten. „Johanna fand das interessant, also haben wir uns beworben“, berichtet Mutter Manuela Glück. In der Folge gab es in Zusammenarbeit mit dem „Kasladen“ ein „Käse-Training“: Vier Wochen lang gab es jeweils morgens, mittags und abends fünf bis sechs verschiedene Käsesorten, die Johanna verkostete.

Was jetzt im Fernsehen unkompliziert wirkte, bedurfte im Vorfeld einiger Arbeit. Auch die in der Sendung kredenzten Sorten mussten die gleiche Temperatur und den gleichen Reifegrad haben wie zu „Trainingsbedingungen“. „Deshalb wurden die Test-Sorten im Studio auch nicht unter einer Käseglocke gereicht, sondern in einer Plastikbox, damit die Kandidaten nur ein Stück des Deckels öffnen können, um den Geruch ganz genau wahrzunehmen“, berichtet Manuela Glück. Als Fachfrau stand „Tölzer Kasladen“-Geschäftsführerin Susanne Hofmann parat, die die Sorten Moderator Kai Pflaume reichte. Hofmann kennt auch Ulrich Wickert – sie sind beide Mitglieder der französischen Käsegilde.

Sich selbst im Fernsehen zu sehen, fand Johanna „witzig und irgendwie komisch“, erzählt sie. Am Samstagabend saß sie mit ihrer Familie und ihrer besten Freundin Susi vor dem Fernseher. Nur die Familie wusste, wie es ausgeht, ansonsten durfte niemand vorher etwas erfahren. „Als es dann feststand, haben sich ganz viele Freunde und Verwandte per Whatsapp bei mir gemeldet“, freut sich Johanna. „Die hatten alle mitgefiebert. Das war total schön.“

Guter Käse wird im Hause Glück auch weiterhin auf den Tisch kommen – zur Feier des Abends gab’s am Samstag aber für alle ein anderes großes Lieblingsgericht: Nämlich Pizza.

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