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Glückwunsch für ein Urgestein: Stefan Kiefersauer (2. v. re.) ist seit 50 Jahren Mitglied beim Turnverein Lenggries. Ihm gratulierten (v. li.) die Vorsitzenden Stephan Bammer und Siegfried Brandhofer sowie Judo-Abteilungsleiter Hans Greil.

Kampfsportler träumen von eigener Halle

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Wenig Platz, großer Andrang: Die Judoka und Taekwondoka des TV Lenggries stoßen an ihre Grenzen.

Lenggries– Der Turnverein Lenggries wird Opfer seines eigenen Erfolgs. Weil der Ansturm auf die Nachwuchs-Abteilung so groß ist, können die Taekwondoka momentan keine neuen Kämpfer aufnehmen. Auch die Judoka stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. Entlastung würde eine neue kleine Halle bringen, die die beiden Abteilungen in der Jahresversammlung des TV Lenggries im Alpenfestsaal ins Gespräch brachten.

Gerade zu Schuljahres-Beginn sei der Ansturm immer sehr groß, berichtete Taekwondo-Abteilungsleiter Dirk Hartmann. Die Übungsleiter müssen stets um die 40 Kinder betreuen. „Mehr Trainer und mehr Hallenzeiten wären wünschenswert“, sagt Hartmann. Dann könnte man die Gruppen teilen und mehr Übungszeiten anbieten – bislang trainieren die Taekwondoka einmal pro Woche 90 Minuten.

Ganz ähnlich ist die Situation bei den Judoka. In dieser Abteilung trainieren 45 bis 60 Kinder aufgeteilt in zwei Altersstufen. „Es wäre wünschenswert, wenn wir eine eigene Dojo hätten“, sagt Abteilungsleiter Hans Greil. Unter Dojo versteht man einen Trainingsraum für verschiedene japanische Kampfkünste. „Der Raum müsste nicht mal größer sein als die bisherige Halle“, führt Greil weiter aus. „Schön wäre es aber, wenn wir mal die Matten liegen lassen könnten.“

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Gerade der Aufbau der Matten sei immer mit einem riesigen Zeitaufwand verwunden. Zuständig dafür seien ausgerechnet die kleinsten Kämpfer, die um 16.30 Uhr mit ihrem Training starten. Die sind dann erst 25 Minuten lang beschäftigt – Zeit, die für das eigentliche Training fehlt.

Unter diesen Rahmenbedingungen sei es unmöglich, ein Sondertraining für kleine Gruppen anzubieten, beispielsweise wenn Lehrgänge oder Gürtelprüfungen anstehen: „Für drei, vier Kinder baut man keine Matten auf – zumal die Hallen eh alle rund um die Uhr belegt sind.“

Der frühe Trainingsbeginn sei ebenfalls alles andere als optimal, sagt Greil: „Man findet nur wenige Übungsleiter, die so früh schon Zeit haben.“ Mit einer eigenen Halle sei es möglich, mit dem Nachwuchs-Training erst um 17.30 oder 18 Uhr zu starten – und damit hätte sich das Übungs-leiter-Problem erledigt.

Ein weiteres Problem: Die sündhaft teuren Matten verschleißen schnell durch das permanente Auf- und Abbauen. Eine neue Kampffläche kostet um die 8000 Euro. Demnächst werde wieder der Kauf von neuen Matten fällig, sagt Greil.

Was ihm vorschwebt, ist ein kleiner Kellerraum, den die Judoka nach ihren eigenen Wünschen gestalten können: „Wir könnten uns da auch mit anderen Sparten wie den Taekwondoka und den Gymnastik-Gruppen arrangieren.“ Dem Abteilungsleiter ist bewusst, das die Gemeinde viel für den Turnverein tue und das sich solch ein Projekt nicht einfach finanzieren lässt. „Man kann so was nicht bauen, nur weil jemand schreit. Es muss alles passen.“ Gleichwohl sei es wichtig, an dem Thema dran zu bleiben.

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Zweiter Bürgermeister Franz Schöttl räumte ein, dass eine neue Halle wünschenswert sei, da der Belegungsplan sehr eng sei: „Ich würde Euch gerne was Konkretes erzählen, aber man muss da step by step vorgehen.“ Gleiches gelte für den Sportplatz in der ehemaligen Kaserne, an dem sich der Turnverein eine Tartanbahn wünscht: „Da gibt es sensible Gespräche. Ich bitte um Verständnis, dass ich da keine endgültige Lösung anbieten kann.“

Generell versuche die Gemeinde den Turnverein – gerade mit Erträgen aus den Stiftungen – bestmöglich zu unterstützen. Dies sei allerdings schwierig, da die Stiftungen in der gegenwärtigen Niedrig-Zins-Phase nur wenig Ertrag abwerfen. „Da wird sich auf absehbare Zeit auch wenig ändern.“

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