In Feierlaune waren die Lenggrieser Maschkera zuletzt im Jahr 2016. Der nächste Faschingszug ist erst 2022.
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In Feierlaune waren die Lenggrieser Maschkera zuletzt im Jahr 2016. Der nächste Faschingszug ist erst 2022.

Neuer Anlauf im Jahr 2022

Kein Faschingszug in Lenggries

  • Alois Ostler
    vonAlois Ostler
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  • Christiane Mühlbauer
    Christiane Mühlbauer
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Eigentlich würden die Vorbereitungen für den Lenggrieser Faschingszug jetzt schon auf Hochtouren laufen. Doch der Zug wird ins Jahr 2022 verlegt.

Lenggries – Alle fünf Jahre findet in Lenggries ein Faschingszug statt, und turnusgemäß wäre 2021 wieder so ein Jahr. Doch aufgrund der Corona-Pandemie hat der Verein „Mia sans“ alle Vorbereitungen auf Eis gelegt, berichtet Vorstand Michael Gascha auf Nachfrage des Tölzer Kurier.

„Eigentlich hätten wir uns schon im Sommer zusammengesetzt und über das Vorgehen gesprochen. Aber schon damals waren wir vorsichtig“, sagt Gascha. Nun hätten sich die Befürchtungen bewahrheitet. „Es ist schade, aber Jammern hilft auch nix. Schauen wir lieber nach vorne“, sagt Gascha. Die Faschingszeit 2021 sei ohnehin recht kurz. „Da macht es keinen Sinn, die ganze Corona-Entwicklung abzuwarten, um dann vielleicht in letzter Minute alles absagen zu müssen.“ Natürlich werden auch die Erwachsenen- und Kinderbälle nicht stattfinden.

Das Vorstandsteam, gewählt im November 2019 für zwei Jahre, hat sich geeinigt, noch ein Jahr im Amt zu bleiben und den Faschingszug ins Jahr 2022 zu verlegen, so Gascha. Ob man dann nach vier Jahren den nächsten Zug macht oder in einen neuen Fünf-Jahres-Rhythmus geht, soll erst dann diskutiert werden. „Wir schauen einfach, was Sinn macht.“

Der letzte Faschingszug fand im Februar 2016 statt. Bei schönstem Winterwetter verfolgten damals rund 8000 Zuschauer an den Straßenrändern das Spektakel. Mehr als 50 Wagen und Fußgruppen zogen lokale und überregionale Themen durch den Kakao. Und neben guter Laune gab es massenhaft Konfetti. Die Papierschnipsel sorgten an dem schneearmen Sonntag Anfang Februar nicht nur für weiße Straßen und Gehsteige. Viele Hausbesitzer waren tagelang mit Staubsauger und Besen unterwegs, um den letzten Spuren des närrischen Treibens Herr zu werden.

Beste Erinnerungen an den Faschingszug 2016 hat der frühere Lenggrieser Bürgermeister Werner Weindl. „Da war der ganze Isarwinkel unterwegs“, schwärmt er noch heute. Seine Ehefrau Regina und er hatten sich als Haremsdame und Scheich so gut verkleidet, dass die beiden – weitgehend – unerkannt am Straßenrand das Treiben verfolgen konnten. „Das waren lauter gute und lustige Ideen, die faschingsmäßig in Szene gesetz wurden“, sagt er. Spontan fallen ihm die Leonhardi-Auswüchse und Sepp Haslingers Wetterkerze sowie der Mountainbike-Trail ein. An der Absage des Faschingszugs im kommenden Jahr habe kein Weg vorbeigeführt. Damit komme es zwangsläufig zu einem neuen Veranstaltungs-Rhythmus. Früher fand der Faschingszug alle sechs Jahre statt – immer vor der Kommunalwahl. Das habe immer für spannende Themen gesorgt, so Weindl. Vor einiger Zeit sei man dann auf den Fünf-Jahres-Abstand eingeschwenkt. „Der Lenggrieser Faschingszug ist schon allein deshalb etwas Besonderes, weil er nicht alle Jahre stattfindet, wie das anderswo der Fall ist“, sagt Weindl.

Auch die Lenggrieser Tourismus-Leiterin findet es schade, dass der Faschingszug verschoben werden muss. „Wir bedauern, dass derzeit so viele Veranstaltungen, die den Menschen – der Bevölkerung und unseren Gästen – viel bedeuten, ausfallen müssen“, so Ursula Dinter-Adolf auf Nachfrage. „Zugleich hoffen wir, dass die Maßnahmen und Einschränkungen wirken und dann wieder mehr möglich sein wird.“

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