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Der geplante Standort für den Laufstall in Wegscheid.

Verwaltungsgericht 

Nachbarn sagen Nein zu Kompromiss: Klage gegen Laufstall zurückgewiesen

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Die Klage der Nachbarn gegen einen Laufstall in Wegscheid war nicht erfolgreich. Sie wollten sich nicht auf einen Kompromiss mit einem Landwirt einlassen.

Lenggries – Im Rechtsstreit um den geplanten Bau eines Laufstalls in Wegscheid ist nun doch ein Urteil gefallen. Wie das Landratsamt auf Anfrage des Tölzer Kurier mitteilt, hat das Münchner Verwaltungsgericht die Klage der Nachbarn gegen die Baugenehmigung zurückgewiesen. Der Laufstall darf demnach gebaut werden.

Der Konflikt in Wegscheid hatte seit über zwei Jahren geschwelt. Ein Wegscheider hatte 2015 den Bau des Laufstalls für bis zu 34 Stück Jungvieh an der Jachenauer Straße beantragt. Nachbarn sammelten Unterschriften dagegen und legten sie der Gemeinde vor. Nachdem der Gemeinderat nach einem Ortstermin den Bauantrag dennoch befürwortet und das Landratsamt die Baugenehmigung erteilt hatte, gingen die Nachbarn vor Gericht – offiziell vertreten durch zwei Kläger aus ihrer Mitte. Sie befürchten Lärm- und Geruchsbelästigungen durch den Stall und argumentieren, der Standort liege mitten in einem Wohngebiet, weil es im Wegscheider Talgrund seit vielen Jahren keine Landwirtschaft mehr gebe.

Kompromiss: „Damit wäre Ärger vorprogrammiert gewesen“

Bei der Ortsbegehung Mitte April neigte das Gericht unter Vorsitz von Richter Johann Oswald aber zu der Ansicht, dass das Areal baurechtlich als Außenbereich und Dorfgebiet einzustufen und der Laufstallbau somit zulässig sei. Die Richter machten einen Vorschlag zur Güte: nämlich dass die Nachbarn ihre Klage zurückziehen und im Gegenzug einige Auflagen für den Betrieb des Laufstalls festgelegt werden, etwa dass ein Großteil der Tiere den Sommer über nicht im Stall, sondern auf der Weide stehen.

„Damit wäre Ärger vorprogrammiert gewesen“, begründet einer der Nachbarn, warum man sich gemeinsam entschieden habe, sich nicht auf den Kompromiss einzulassen. Auch wenn die Tiere drei bis vier Monate pro Jahr nicht vor Ort seien – „der Güllekeller bleibt ja“. Für den Landwirt, der den Stall bauen will, kommt es nach eigenem Bekunden nicht überraschend, dass das Gericht die Rechtmäßigkeit seines Vorhabens bestätigt hat. „Es war von Anfang an klar, dass ich alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt habe.“ Er sei „den ehrlichen, geraden Weg“ gegangen. Wenn das Gericht es anders gesehen hätte, „hätte es mich auch gewundert“.

Da noch keine Urteilsbegründung vorliegt, wollte sich noch keine der Parteien zum weiteren Vorgehen äußern. Der Viehhalter hält prinzipiell an seinen Bauplänen fest. Heuer werde er aus organisatorischen Gründen aber nicht mehr beginnen können.

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