Markus Landthaler will Bürgermeister werden.

Bürgermeisterkandidat im Porträt

Kommunalwahl 2020: Markus Landthaler (FW) will für Lenggries, dass „das Dorf Dorf bleibt“

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Fürs frei werdende Bürgermeisteramt in Lenggries schicken die Freien Wähler Markus Landthaler ins Rennen. Der 50 Jahre alte Polizist nimmt sich jedes Jahr eine Auszeit auf der Alm.

Lenggries – Im richtigen Leben ist Markus Landthaler Polizeihauptkommissar. Als Dienstgruppenleiter arbeitet er in der Tölzer Inspektion. Einmal im Jahr nimmt sich der 50-Jährige, der in Lenggries für die Freien Wähler als Bürgermeisterkandidat antritt, eine Auszeit. Meistens ab Anfang September geht Landthaler auf die Rosssteinalm. Vier Wochen kümmert er sich dort um das Jungvieh, um Schwendarbeiten oder auch mal um die Käselaibe, die im Keller reifen. Vier Wochen ohne Internet, ohne Fernsehen, nur mit viel Ruhe und ab und zu einem Ratsch mit einem Wanderer oder Mountainbiker, der vorbeikommt. „Es macht einfach Spaß“, sagt Landthaler.

Sollte er am 15. März zum Bürgermeister gewählt werden, will er sich diese Auszeit bewahren. Vier Wochen seien dann vielleicht nicht mehr möglich, aber ganz auf die Arbeit auf der Alm verzichten, das will der 50-Jährige nicht. Auch deshalb nicht, weil er an Lichtmess – an diesem Tag wurden früher die Dienstboten neu verpflichtet – bereits zugesagt hat, im Herbst wieder zum Dienst anzutreten. „Die Gesellschaft da oben ist genial. Alle helfen sich gegenseitig. Das ist das Schöne“, sagt Landthaler.

Eine Sauna für die Isarwelle

Der 50-Jährige, der mit seiner Frau Annett zwei Töchter (16 und 22) hat, mag es harmonisch. „Wahlkampf“ – das sei nichts für ihn. „Wir wollen nicht streiten, ich mag das nicht.“ Das hatte Landthaler auch in der Nominierungsversammlung schon so formuliert. „Ich möchte kein Schlechtreden, keine Diffamierungen. Alle, die sich um ein Amt bewerben, wollen das Beste für Lenggries.“ Das stellt er jetzt auch im Gespräch noch einmal heraus. Über seine drei Mitbewerber ums Bürgermeisteramt sagt er ausschließlich Gutes.

Lenggrieser Bürgermeisterkandidaten diskutieren im Alpenfestsaal - Video-Duell hier in voller Länge

Bei so viel Zurückhaltung drängt sich bei dem einen oder anderen immer mal wieder die Frage auf, ob Landthaler wirklich Bürgermeister werden möchte oder ob er als Ortschef der Freien Wähler einfach nicht anders konnte. „Wenn ich es nicht wollen würde, dann hätte ich mich nicht aufstellen lassen“, sagt er und lächelt verschmitzt.

Lieblingsplatz: Auf der Rosssteinalm kommt Markus Landthaler zur Ruhe. Dort arbeitet er jedes Jahr vier Wochen.

Auf den Gewinner der Bürgermeisterwahl warten in der 10 000-Einwohner-Gemeinde große Aufgaben. „Der Bau des Pflegeheims wird uns gut beschäftigen“, sagt Landthaler. Dass die Gemeinde das Millionenprojekt selbst verwirklicht, „war der absolut richtige Weg. So haben wir das in der Hand“, sagt der Kandidat. Umsetzen möchte er auf jeden Fall eine Attraktivitätssteigerung für die Isarwelle. „Und dazu gehört für mich auf jeden Fall eine Sauna“, ist er überzeugt. Man müsse sich nicht mit dem Monte Mare oder dem Trimini vergleichen. Aber ein, zwei kleine Saunen – das wäre für ihn das Richtige. „Das kann man schon irgendwie nett machen.“

Ein weiteres Projekt, das er angehen möchte, ist der Bau des Gehwegs in Schlegldorf – wohlwissend, dass das schwierig wird. Die Grundstücksverhandlungen scheiterten zuletzt immer wieder an der Übernahme der Räum- und Streupflicht. „Aber wir müssen das anpacken.“

Denkmalschutz von der Kaserne „wegbekommen“

Zurückhaltend ist er in Sachen Kaserne. Die Verlagerung des Bauhofs und des Wasserwerks auf das Areal ist ein Vorschlag der Freien Wähler. Dadurch würden in Anger Gewerbeflächen frei. Aber die Verlagerung betreffe natürlich nur einen kleinen Teil des riesigen Kasernen-Areals. „Wir müssen dort oben die richtige Nutzung finden, eine, mit der auch unsere Kinder und Enkel noch leben können.“ Wichtig wäre für Landthaler, „den Denkmalschutz da oben wegzubekommen“. Das würde ganz neue Perspektiven für die Entwicklung schaffen. Ob die Aufhebung des Schutzstatus’, der für eine Vielzahl der Gebäude besteht, überhaupt möglich ist – Landthaler weiß es nicht. Er versteht aber generell auch nicht, warum die Gebäude überhaupt schützenswert sind. „Sie sind in der Nazizeit nur zu einem Zweck gebaut worden. Warum stellt man so etwas unter Denkmalschutz? Das ist ein bedeutungsloses Relikt.“

Generell begeistert sich Landthaler aber für die Geschichte seines Heimatdorfs. Er sammelt alles, was alt ist und mit Lenggries zu tun hat. „Das mach’ ich schon seit 25 Jahren“, erzählt er. Es begann mit alten Postkarten und historischen Fotos. Aber auch alte Brauereikrüge, Notgeld und Lenggrieser Reiseführer von anno dazumal finden sich heute in seiner Sammlung.

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Für die Zukunft von Lenggries wünscht sich Landthaler vor allem, dass sich der Ort „seinen dörflichen Charakter“ bewahrt. „Wir sind keine Stadt. Dass müssen wir erhalten.“

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