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Gabriele Skiba (li.), von der Arbeitsgemeinschaft 60 plus bedankte sich bei Referentin Angelika Graf. 

Reaktion auf explodierende Preise

Kreis-SPD will sozialen Wohnungsbau ankurbeln

Der SPD-Kreisverband beschäftigte sich bei einem Infoabend in Lenggries mit dem Thema bezahlbare Mieten.

Lenggries – Explodierende Preise auf dem Immobilienmarkt und Mieten, die in ungeahnte Höhen schnellen: Das waren die Probleme, die unter dem Titel „Wohnen und Leben auf dem Land“ angesprochen wurden. Eingeladen hatten der SPD-Kreisverband sowie der Ortsverband Lenggries. Die aktuelle Situation zeigte Referentin Angelika Graf auf, Bundesvorsitzende der AG 60 plus.

„Es wird viel über die boomende Metropolregion München geredet, aber dass die Menschen, die dort arbeiten, auch irgendwo wohnen müssen, darüber redet keiner“, zeigte der scheidende Kochler Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel das Hauptproblem auf. Er forderte einen Stadt/Land-Dialog unter der Prämisse: „Wer kann was tun, um die verfahrene Situation zu beheben.“

„Der Hauptgrund für die hohen Mieten hier bei uns sind die Münchner“, sagte Luise Gams, die Vorsitzende des Lenggrieser SPD-Ortsvereins. Dabei könne sie es keinem „Eigentümer verdenken, wenn er dem eine Wohnung gibt, der mehr dafür bezahlt“. Auf der Strecke bleibe dabei allerdings die einheimische Bevölkerung, vor allem die mit schmalem Budget – also junge Familien und Senioren mit kleiner Rente. Barthel verwies auf eine Studie, die besagt, dass bereits jetzt ein sehr hoher Prozentsatz in der Bevölkerung die Hälfte des Einkommens für die Miete ausgeben muss.

Immer wieder werden neue Baugebiete an Investoren abgegeben, wie aktuell in Deining geplant. Diese Investoren wollen die Grundstücke natürlich bestmöglich vermarkten. Bei der Entwicklung hat aber auch die Kommunalpolitik einiges mitzureden. „Der jeweilige Gemeinderat hat das in der Hand. Er muss sich aber zuerst einig werden, wie sein Dorf weiterentwickelt werden soll“, sagte Kreisrat Reiner Berchtold. „Es gilt, die Fragen abzuklären: Welches Wachstum wollen wir haben? Wie können wir das steuern?“

Eine zum Teil bereits praktizierte Möglichkeit ist, dass bei einer Neuausweisung von Bauland ein Teil der Flächen an die Kommune verkauft werden muss. Die Gemeinde kann den Grund dann nach einem preisgünstigen Einheimischen-Modell weitervergeben. „Wenn der Druck aus den Großstädten auf die Dörfer überschwappt, kommen wir mit Ein- und Zweifamilienhäusern nicht weiter“, sagte Kreisrätin Gabriele Skiba von der Arbeitsgemeinschaft 60 plus im Landkreis. So müsse mehr verdichtet, aufgestockt und vor allem in die Höhe gebaut werden: „Das wird beispielsweise in Geretsried ganz richtig gemacht.“ Für Heiterkeit sorgte da ein Einwurf aus der Schlehdorfer Ecke: „Bei uns gibt’s nur Ein- und Zweifamilienhäuser. Das einzige Mehrfamilienhaus ist das Kloster.“

Auch wenn er insgesamt keine Patentlösung für die Probleme habe, forderte Barthel: „Es muss vor allem der politische Wille entwickelt werden, den sozialen Wohnungsbau wieder anzukurbeln.“

Ewald Scheitterer

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