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Kreispflegeheim: Arbeitsgruppe befasst sich mit der Zukunft

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Bad Tölz-Wolfratshausen – Seit Jahren wird diskutiert. Jetzt soll sich eine Arbeitsgruppe mit der Zukunft des Kreispflegeheims in Lenggries befassen.

Soll der Landkreis das Pflegeheim in Lenggries weiterführen? Oder sollte eine GmbH gegründet werden? Wäre es vielleicht besser, den Neubau einem Investor zu übertragen – und den Betrieb gleich mit dazu? All diese Optionen hat das Büro Rödl & Partner untersucht. In der gemeinsamen Sitzung von Kreis- und Sozialausschuss stellte Christof Wörle-Himmel gestern eine Zusammenfassung des Gutachtens vor. Es gehe darum, Möglichkeiten für eine gute Entwicklung aufzuzeigen. „Unser Auftrag war nicht, das Pflegeheim abzuwickeln“, betonte Wörle-Himmel gleich zu Beginn. Aus gutem Grund: Diesen Vorwurf erhebt die Gemeinde Lenggries immer wieder. Der Landrat wolle das Pflegeheim „abstoßen und privatisieren“, hatte Bürgermeister Werner Weindl vergangene Woche bei der Lenggrieser CSU angemerkt.

1975 hatte der Landkreis die Einrichtung übernommen. Geführt wird sie als Nebenbetrieb von der Wolfratshauser Kreisklinik gGmbH. 57 Plätze bietet das Heim. Der Sanierungsbedarf ist so groß, das momentan von einem kompletten Ersatzneubau ausgegangen wird. Investitionskosten: 10,5 bis 14 Millionen Euro. „Die gGmbH verfügt über keine Investitionsmittel, um den Neubau zu stemmen“, sagte Landrat Josef Niedermaier. Das Geld müsste somit der Landkreis zur Verfügung stellen.

Eine klare Vorgabe, wie es mit dem Pflegeheim weitergehen soll, bietet das Gutachten nicht. Vielmehr werden die Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle aufgezeigt. Es gibt aber einige Empfehlungen: So sollte das Pflegeheim auf jeden Fall von der Klinik getrennt werden. Zudem muss mit der Gemeinde über ein „nachhaltiges Nutzungsrecht“ des Grundstücks verhandelt werden. Wie berichtet gehört der Kommune die potenzielle Erweiterungsfläche. Rödl & Partner empfehlen aber auch zu prüfen, „ob nicht Gründe für eine Teil- oder Vollprivatisierung sprechen“.

Da die Materie sehr komplex ist, soll sich nun eine Arbeitsgruppe damit befassen. Jede Fraktion entsendet zwei Mitglieder. Dazu kommen zwei Mitglieder aus dem Lenggrieser Gemeinderat. Hier wünschten sich Rathauschef Weindl und Sabine Lorenz (CSU) eine zahlenmäßig größere Beteiligung. „Es geht hier um eine Entscheidung des Kreistags, nicht der Gemeinde. Es geht um eine fachliche Bewertung, welches Modell das beste ist und welche Risiken wir damit eingehen“, entgegnete Niedermaier. Am Ende blieb es bei der personellen Zusammensetzung. Dagegen stimmte nur CSU-Fraktionschef Martin Bachhuber. Niedermaier selbst will der Arbeitsgruppe nicht angehören. „Meine Meinung ist hinlänglich bekannt. Die Gruppe soll unvoreingenommen beraten.“

Weindl fand es auf jeden Fall positiv, „dass wir das Pflegeheim nun endlich zum Gegenstand von Beratungen machen“. Er hofft auch, dass bald endgültig über die Zukunft der Einrichtung entschieden wird. „Das erwarten die Bürger, die Bewohner und die Angehörigen von uns, aber auch die Mitarbeiter.“ va

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