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Die Zukunft des Kreispflegeheims ist ein komplexes Thema, für das sich eine eigens einberufene Arbeitsgruppe noch mehr Zeit nehmen will. 

Kreispflegeheim

Debatte findet kein Ende

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Lenggries/Bad Tölz – Nach acht Stunden Sitzung: Arbeitsgruppe zum Kreispflegeheim vertagt sich.

Es gibt offenbar sehr viel zu besprechen: Acht Stunden lang tagte am Montag eine Arbeitsgruppe über die Zukunft des Kreispflegeheims in Lenggries – und ist doch mit ihrem Pensum nicht fertig geworden. „Wir werden eine weitere Sitzung brauchen“, sagt Wolfgang Krause, zuständiger Abteilungsleiter im Landratsamt.

Krause spricht von einer „angeregten, konstruktiven Diskussion“. Dennoch seien nicht alle Entscheidungsgrundlagen abschließend geklärt. „Es ist ein sehr komplexes Thema. Dreht man an einem Rad, verändern sich gleich wieder andere Faktoren mit.“ Deswegen habe man beschlossen, dass der Arbeitskreis noch einmal tagen soll. Bis dahin ist der weitere politische Entscheidungsprozess aufgeschoben: Für die nächste Kreisausschuss-Sitzung am kommenden Montag, 11. Juli, habe man das Thema Kreispflegeheim von der Tagesordnung abgesetzt.

Wie berichtet, gibt es schon seit über zwei Jahren eine Debatte darüber, wer in das Lenggrieser Kreispflegeheim investieren und es künftig betreiben soll. Der Landkreis hatte die Einrichtung mit aktuell 57 Plätzen 1975 übernommen. Sie wird als Nebenbetrieb der Wolfratshauser Kreisklinik gGmbH geführt und ist in ihrer jetzigen Form nicht wirtschaftlich weiterzubetreiben. Das Gebäude muss wohl abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Von Investitionskosten in Höhe von 10,5 bis 14 Millionen Euro ist die Rede.

Nun stehen prinzipiell vier Varianten im Raum: Der Landkreis beziehungsweise eine kreiseigene Gesellschaft kommt für den Neubau auf und behält die Betreiberschaft. Oder man überträgt beides auf einen privaten Träger. Es könnte auch der Landkreis den Neubau stemmen, und danach übernimmt ein Privater den Betrieb – oder umgekehrt.

Die Grundlagen und Folgen sämtlicher Möglichkeiten hat der Landkreis bereits in zwei Gutachten überprüfen lassen. Eine klare Empfehlung resultierte daraus nicht.

Die Arbeitsgruppe des Kreistags hat nun das Ziel, dass die Politik eine fundierte sachliche Basis für ihren weitreichenden Beschluss bekommt. „Eine Entscheidung wird die Arbeitsgruppe nicht treffen“, betont Krause. Sie komme aber im Idealfall zu einer Empfehlung für den Kreistag. Mit einem Kreistagsbeschluss rechnet Krause heuer im Lauf des Jahres.

In der Gruppe vertreten sind jeweils zwei Vertreter der Kreistagsfraktionen sowie Aniela Müller von den Freien Unabhängigen Wählern (FUW), die keinen Fraktionsstatus haben. Außerdem entsandte die Gemeinde Lenggries zwei Vertreter in die Arbeitsgruppe.

Klarheit besteht laut Krause bislang nur in einem Punkt. Alle jetzigen Mitarbeiter würden – egal, mit welchem Betreiber – auch in Zukunft zu den Arbeitsbedingungen des öffentlichen Dienstes weiterarbeiten. Eine klare Position hat in der Vergangenheit die CSU-Kreistagsfraktion in einem Antrag formuliert: Der Kreis soll selbst ins Pflegeheim investieren und es weiterbetreiben.  

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