Der Mordfall Luise Z. ist ungeklärt: Das Verbrechen im Jahr 2009, über das auch „Aktenzeichen XY“ berichtete, weist einige Parallelen zum Leitenberg-Fall auf. Im Fall Egmating gibt es kaum Spuren. Foto: mM

Kriminalfall Leitenberg – Folge 8: Der Mordfall Egmating 

Vergewaltigung am Brauneck: Erstaunliche Parallelen zum Fall Egmating

Egmating/Lenggries - Am 7. Juni 2009 wurde im Egmatinger Forst bei Aying die 73-jährige Luise Z. ermordet. Es gibt einige erstaunliche Parallelen und Übereinstimmungen mit dem Kriminalfall Leitenberg. Nicht nur, dass beide Fälle bis heute ungeklärt sind.

Am Sonntag, 7. Juni 2009, beteiligte sich die 73-jährige Luise Z., eine rüstige Münchnerin, an einem Wandertag im Egmatinger Forst/Kaltenbrunner Schlag. Die alleinstehende Frau wanderte alleine und wurde gegen 12 Uhr das letzte Mal in der Nähe der Brauerei Aying gesehen. Sie kam nie an ihrem Tagesziel an. Zwei Tage später erstattete ihre Tochter Vermisstenanzeige. Aber erst am 21. Juni fand ein Spaziergänger nicht weit vom Wanderweg entfernt eine unbekleidete Leiche.

Die Frau war erwürgt worden und in einer Mulde abgelegt worden. Später nachgewiesene Brandspuren am Fundort der Leiche ließen die Ermittler vermuten, dass der Täter Spuren beseitigen wollte. Ob Luise Z. vergewaltigt wurde, ist nicht klar. Nicht nur der Opfertyp, eine alleinstehende ältere Dame, zeigt Ähnlichkeit zum Brauneck-Fall. Auffallend ist für die Kripo Weilheim auch, dass beide Opfer aus dem Großraum München stammten und gerne wanderten. Und sie nützten gerne öffentliche Verkehrsmittel. Hinzu kommt, dass der Täter auch im Fall Egmating offenbar gezielt gehandelt und sein Opfer bewusst auswählte. Vielleicht wanderten beide sogar ein Stück zusammen.

Der Unterschied zum Leitenberg-Fall in den Augen der Weilheimer Kripo: Im Fall Egmating hat der Täter kaum Spuren hinterlassen. Er hat auch nicht in der Wohnung von Luise Z. eingebrochen. „Wenn es derselbe Mann war“, sagt Kriminaloberrat Markus Deindl, „dann hat er vielleicht dazugelernt und ist vorsichtiger geworden.“ Bis auf eine Sonnenbrille nahm der Täter alle persönlichen Gegenstände des Opfers, einschließlich eines Rucksackes und der Kleidungsstücke mit. Die Frau war zuletzt mit einem dunkelblauen Anorak, Bergschuhen und blauen Jeans bekleidet. Wiederholte umfangreiche Walddurchsuchungen brachten kein Ergebnis über den Verbleib.

Mitte Oktober 2009 bat die Kripo Erding mit der Veröffentlichung eines Fotos einer Wildbeobachtungskamera um sachdienliche Hinweise, die tatsächlich zur Identifizierung des Mannes auf dem Lichtbild führten. Der Zeuge konnte ein Alibi vorweisen. Belastende Umstände für eine Tatbeteiligung ergaben sich nicht.

Die Ermittler wandten sich sodann mit einem Phantombild an die Öffentlichkeit. Unter den rund 400 Hinweisen war auch die Beobachtung eines Zeugen, dessen Aussage die Fertigung eines zweiten Phantombildes ermöglichte. Der Mann war während der Suche auf die Einsatzkräfte zugegangen und hatte eine verdächtige Wahrnehmung zur Tatzeit geschildert. Er sei auf seinem Pferd einem Mann begegnet, der offensichtlich bewusst sein Gesicht verbergen wollte und einem üblichen höflichen Gruß des Reiters durch einen Blick auf die Seite bewusst auswich. Der Reiter selbst wurde natürlich auch überprüft.

Die beiden Phantombilder im Fall Egmating weisen gewisse Ähnlichkeiten mit dem Brauneck-Täter auf: Der Egmatinger Mörder wird als Mitteleuropäer im Alter von 45 bis 50 Jahren beschrieben, etwa 1,70 Meter groß und schmächtig. Er besaß glatte dunkle Haare, über die Stirn hängend.

Christoph Schnitzer

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