Die ehemalige Kantine der Lenggrieser Kaserne soll für eine Kunstausstellung genutzt werden.
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Die ehemalige Kantine der Lenggrieser Kaserne soll für eine Kunstausstellung genutzt werden.

Kunst und Kultur

Künstlervereinigung Lenggries will leer stehende Kantine für Ausstellung nutzen

  • vonInes Gokus
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Eine interessante Perspektive für das kommende Jahr hat sich für die Künstlervereinigung Lenggries aufgetan. Sie wollen eine Ausstellung in der Kantine der leer stehenden Kaserne in Lenggries auf die Beine stellen.

Lenggries – Wie der Vorsitzende der Kunstvereinigung Lenggries (KVL) Günter Unbescheid berichtet, gibt es Pläne für eine Ausstellung in der Kantine der leer stehenden Lenggrieser Kaserne. „Der Gemeinderat hat uns signalisiert, dass die Kommune uns dabei nicht im Weg stehen will“, sagt Unbescheid. „Und jetzt müssen wir Schritt für Schritt schauen, welche Möglichkeiten es dort gibt.“

Bereits im August hatte der Gemeinderat sein grundsätzliches Einverständnis gegeben (wir haben berichtet). Jetzt fanden weitere Gespräche im Rathaus statt. Etliche praktische Dinge müssen demnach geklärt und bedacht werden, von der Stromverlegung über die Beleuchtung bis hin zu einer Besuchertoilette. „Eines unserer Mitglieder, Paul Schwarzenberger, hat sich schon seit Langem mit den Gegebenheiten dort beschäftigt und einige Ideen entwickelt“, so Unbescheid. Die leer stehende Kantine biete fantastische Möglichkeiten zur kreativen Entfaltung. „Es sind tolle Räumlichkeiten, die etwas Marodes und Unaufgeräumtes haben“, schwärmt Unbescheid, der natürlich mit künstlerischem Auge drauf blickt, wo Kunstwerke am besten zur Geltung kommen. Dazu komme, dass dort wesentlich mehr Platz sei als im Pfarrheim, „was bedeutet, dass auch mehr Exponate ausgestellt werden können“. Geplant ist bislang nur eine einzige Ausstellung.

Kraftwerk statt Eintopf

Da aufgrund von Corona heuer die Jahresausstellung im Pfarrheim, die immer im September stattfindet und deren Eröffnung mit der „Lenggrieser Sternennacht“ gekoppelt ist, abgesagt werden musste, wird wohl das Motto „Kraftwerk“ beibehalten. „Es passt einfach gut in diese Zeit“, findet Unbescheid, stellt aber eine Erweiterung des ursprünglichen Themas in Aussicht. Die Gastkünstler, die eigentlich schon im September dabei gewesen wären, seien nicht abgeneigt, bei der Kasernenausstellung mitzumachen. Zudem wolle man eventuell noch weitere Künstler außerhalb des Vereins anfragen. Aufgrund der derzeit unsicheren Situation konnte natürlich noch kein Datum festgelegt werden, zudem muss noch ein Konzept zur Finanzierung und der anderen Einzelheiten erstellt werden. Relativ klar ist laut Unbescheid, dass der Kunstverein keine zwei Ausstellungen im Jahr stemmen kann. Das bedeutet, dass das Pfarrheim in der Geiersteinstraße erst im Jahr darauf wieder Schauplatz für die Jahresausstellung sein wird.

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„Wollen niemanden die Sternennacht verhageln“

„Wir stehen auch im Gespräch mit der Werbegemeinschaft“, so Unbescheid. „Wir wollen natürlich niemandem die „Sternennacht“ verhageln.“ Alle KVL-Mitglieder sind von der Idee der neuen Ausstellungsräume angetan; diskutiert wurde natürlich trotzdem. „Das tun wir ja immer“, sagt Unbescheid. Er ist seit fünf Jahren Vorstand der Vereinigung. Auch eine neue Personalie gibt es bekannt zu geben: Die bisherige zweite Vorsitzende Heidi Gohde wurde von der Reichersbeurer Bildhauerin Antonia Leitner abgelöst.

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