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Schlittschuh fahren und Eishockey spielen lernen Kinder am Eisplatz in Lenggries.

Eishockeyfreunde Lenggries 

Kunsteis-Wunsch bleibt wohl ein Traum

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Eigenes Kunsteis am Lenggrieser Eisplatz? Das wäre der Traum der Eishockeyfreunde. Die Umsetzung erscheint aber schwierig.

Lenggries – 33 Tage konnte der Lenggrieser Eisplatz im vergangenen Winter genutzt werden. Damit waren die Eishockeyfreunde (EHF) bei ihrer jüngsten Hauptversammlung recht zufrieden (wir haben berichtet). Doch an dem Abend kam auch das Thema Kunsteis erneut auf den Tisch.

Auf Nachfrage erklärt Vorsitzender Andreas Stadler, woher der Wunsch nach eigenem Eis rührt. „Eiszeiten in Bad Tölz zu buchen ist teuer. Da zahlen wir jedes Jahr einen fünfstelligen Betrag.“ Wenn man sich diese Kosten sparen könnte, hätte der Verein deutlich mehr Spielraum. Die EHF haben 51 aktive Kinder und Jugendliche sowie zwei Seniorenteams, die regelmäßig spielen und trainieren.

Problematisch sind die Kosten, die bei der Umstellung auf Kunsteis entstehen würden. Das Einrichten der Technik allein würde etwa eine halbe Million Euro kosten. Dazu kommen die Kosten für den Betrieb. Stadler glaubt, dass die Eishockeyfreunde damit über die Runden kämen. „Es gibt genügend positive Beispiele, bei denen Vereine daran nicht draufgegangen sind.“

Klar müsste ein Kunsteisplatz auch an die äußeren Gegebenheiten angepasst werden, sprich, das Wetter. „Die Tegernseer hatten in dieser Saison das Pech, dass sie ab 1. November Eis gemacht haben und es dann nochmal 25 Grad hatte“, sagt Stadler. „Aber wenn die Temperaturen halt nicht entsprechend sind, muss man eben zurückstecken.“ Er rechnet damit, dass der Lenggrieser Eisplatz maximal von Mitte November bis zum 1. März mit Kunsteis betrieben werden könnte.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es umgesetzt wird, sei aber gering, sagt Stadler. „In meiner Amtszeit wohl nicht mehr. Für den Moment hat es sich erledigt.“

Auch wenn Bürgermeister Werner Weindl durchaus Verständnis für den Wunsch nach eigenem Eis hat, gibt es seiner Auffassung nach zwei Knackpunkte: „Der eine ist die hohe Anfangsinvestition, die sich auf mehrere 100 000 Euro beläuft. Der andere sind die Betriebskosten.“ Die Gemeinde könne den Betrieb nicht bezuschussen. Sonst schaffe man Präzedenzfälle für andere Vereine. „Und an der Investition könnten wir uns nur beteiligen, wenn sie in den Haushalt reinpasst.“

Zumal es mit der Anschaffung von Kunsteis alleine in den Augen des Rathauschefs nicht getan wäre. „Dann müsste man auch über eine Überdachung nachdenken. Es wären einige Punkte, die noch zusätzlich dazukämen.“ Selbst wenn dann vermehrt auch öffentlicher Lauf angeboten werden könnte, glaubt Weindl nicht, dass die Einnahmen so hoch wären, um den Betrieb zu stemmen. Vor zwei Jahren hätte der Verein bereits einmal Berechnungen angestellt. Weindl: „Er müsste einen großen Teil der Kosten selber stemmen. Das ist sehr schwierig.“

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