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Emotionales Gastspiel: Alfons Hasenknopf und seine Band beim Auftritt im Lenggrieser KKK.

Liedermacher Alfons Hasenknopf 

Lagerfeuer-Lieder und Kopf-Kino-Geschichten

Aprilsommer, Freitagabend: Zeit, sich zurückzulehnen, zu entspannen und einem Konzert lauschen, in dem vom Leben, der Liebe, Verlust und Glück, den Bergen, besonderen Begegnungen und dem Miteinander der Menschen gesungen und gespielt wird. Höchst emotionale Stimmung schwebte beim Konzert des Liedermachers Alfons Hasenknopf von der Bühne herab durch die Sitzreihen und ließ sogar im eher nüchternen Creaktivum des Lenggrieser Brauneckhotels gefühlige Kopfkino-Kurzfilme entstehen.

Lenggries – Hasenknopf und seine Band waren der Einladung der Lenggrieser Kleinkunstbühne KKK bereits zum dritten Mal gefolgt, und im Publikum saßen mit Sicherheit einige Wiederholungs-Lauscher, die sich vom ersten Takt an in die musikgewordenen Emotionen fallen ließen. Die ersten zwei Stücke kamen noch lautmalerisch wortlos – von den charakteristischen Jodlern des Sängers abgesehen – und der dicht gewebte Sound, treibend und doch entspannt, war ein schöner Einstieg. Man hörte Grillenzirpen raus, die flirrende Wärme eines Sommerabends, spürte fast die leichte Brise und es wurde bald klar, wohin der Weg führen soll: „In viele Richtungen und alle Gefühlsebenen und zu Geschichten, die direkt aus dem Leben kommen“.

Michael Leitinger am Schlagzeug; Keyboarderin Steffi Rösch und Alfred Hasenknopf an der Gitarre zauberten mit allerlei Effekten luftiges Beiwerk an eher wohlbekannte Harmonien, die dafür aber umso leichter ins Ohr gingen. Die Musik umgarnte dabei eher die Botschaft des neuen Programms „Hand in Hand“ als sich in den Vordergrund zu drängen. Man könnte es auch eine Art philosophische Lebenshilfe nennen, die mit Slogans wie „Jetzt ist immer der schönste Moment“ und „Tu das, was dich glücklich macht“ lockt. Doch auch wenn ein Hauch naiver „Sorge dich nicht, lebe“-Flair mitschwang, ist es doch eigentümlich wohltuend, mal keinen Sarkasmus und keine Ironie zu hören, keinen flapsigen Spruch, sondern einfach nur einen mitfühlenden, Momente sammelnden und lebensbejahenden Musiker und Menschen vor sich zu haben, der ganz offensichtlich selbst große Freude hat an dem, was er tut.

In einer Zeit, wo es von Brennpunkten nur so wimmelt, setzt Alfred Hasenknopf auf das ganz einfache Froh-Sein: Aufeinander schauen, miteinander sein, die Augen offen halten, um die kleinen und großen schönen Dinge auch sehen zu können, Familie, Natur und vor allem die Berge. Dabei ging es keinesfalls getragen und ehrfürchtig zu; es wurde viel gelacht auf der Bühne und gefrotzelt; manchmal konnte er vor lauter Gaudi nicht weitersingen und manchmal musste er vor Rührung über die Geschichte hinter dem vorherigen Song erst noch ein bisschen quatschen, bevor das nächste Lied gespielt werden konnte. Es erzählt von einem alten Bergbauern-Paar; von einer nahezu andächtigen Begegnung mit einem Hirschen auf einem Berggipfel und von der befreienden Kraft des Jodelns und Juchizens – was die Zuhörer mit wahrer Inbrunst mitmachten. Er erzählt aber auch davon, dass „des Lebn a Matz“ ist, und dass es manchmal gleich mehrfach hintereinander in wahres Chaos ausarten kann, aber dass – Achtung Botschaft – „egal, was dir begegnet im Leben, alles seinen Sinn hat“.

Und da hat er nun mal recht, auch wenn es sich noch so romantisch-verbrämt anhören mag. Man kann sich genauso gut vorstellen, mit dem sympathisch-knautschigen 53-jährigen Altöttinger an einem Lagerfeuer zu sitzen, miteinander zu singen, zu reden, und sich wohl und beseelt zu fühlen. Doch auch wenn Hasenknopf sich in urige, einsame Berghütten zurückzieht, um seine Lieder zu schreiben, sind er und seine Band doch ziemlich prominent im Geschäft. So hatten sie beispielsweise im vergangenen Jahr Premiere ihres Programms im vollen Circus Krone in München, und ein Blick auf die Tourdaten der Band zeigt, dass sie landauf und landab unterwegs ist, mitten im Geschehen. Hasenknopf trifft wohl den Nerv seines Publikums: Dialekt, Authentizität und eine Mixtur aus bodenständig und Kopf in Wolken. Ines Gokus

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