Bereits im März fanden an der Bundesstraße 13 Fällarbeiten statt. Jetzt werden dort die Amphibienleitwände aufgebaut. Foto: Pröhl/A

Amphibienschutz

Ein Laufsteg für Kröten & Co.

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Lenggries - Rund 400.000 Euro investiert der Bund in den Amphibienschutz an der Bundesstraße 13 auf Höhe von Lenggries. Die Pläne, die am Montag im Bauausschuss vorgestellt wurden, kommen nicht in allen Punkten gut an. Vor allem die geplante Verlegung des Radwegs wird abgelehnt.

 Die Vorarbeiten für den Amphibienschutz hatte das Staatliche Bauamt bereits im März erledigt (wir berichteten). Seinerzeit waren auf Höhe von Anger zahlreiche Bäume umgeschnitten worden. Voraussichtlich ab Oktober werden dann die eigentlichen Leiteinrichtungen aufgebaut. Konkret bedeutet das, dass auf einer Länge von rund 700 Metern Betonfertigteile mit einer Höhe von einem halben Meter entlang der Bundesstraße in die Böschung integriert werden. Nördlich des Hirschbachs ist dies nur auf der westlichen Straßenseite vorgesehen, südlich davon beidseitig.

Diese Befestigungen sorgen dafür, dass die Erdkröten, Grasfrösche und Molche auf dem Weg zu ihren Laichgebieten nicht mehr auf die Straße geraten können, sondern sicher durch verschiedene Durchlässe unter der Fahrbahn hindurch geleitet werden. Damit die Amphibien wirklich an den richtigen Stellen ankommen, ist in manchen Bereichen einiges an Aufwand nötig, schließlich müssen die Tiere ja beispielsweise auch irgendwie über den Hirschbach drüber. „Dafür bekommen sie einen 30 bis 40 Zentimeter breiten Laufsteg unter der Brücke“, erklärt Martin Glück vom Staatlichen Bauamt.

Im Bereich von Einmündungen entstehen zudem fünf sogenannte Amphibienstopprinnen. Diese Gitterroste können die Kröten nicht überqueren. „Sie fallen ein Stück runter und können dann entlang der Leitwände weiter zum nächsten Durchlass“, sagt Glück.

So ganz glücklich ist der Lenggrieser Bauausschuss nicht mit dem Vorhaben – vor allem, weil geplant ist, den Fuß- und Radweg auf einer Länge von 120 Metern direkt an die Bundesstraße zu verlegen, damit die Leitwände gebaut werden können. „Für die Frösche machen wir es gut und für die Fußgänger schlechter“, wetterte Hans Proisl (FW), der bekannte, „kein Freund vom Frosch“ zu sein. Für ihn gehe hier schon der Mensch vor. Und dass der künftig direkt neben der Bundesstraße gehen und radeln soll, „damit die Frösche gefahrlos über die Straße kommen“, sehe er nicht ein. „Es ist nicht ersichtlich, warum der Weg verlegt werden soll“, merkte auch Maria Gaisreiter vom Bauamt an.

Noch größere Bedenken hat die Gemeinde wegen der Brücke über dem Hirschbach. Laut Planunterlagen werde der Weg zwischen Brückengeländer und Leitplanke von 1,53 auf 1,20 Meter verschmälert, sagte Gaisreiter. Dabei gibt es schon jetzt große Schwierigkeiten: Seit der Sanierung, die das Staatliche Bauamt im vergangenen Jahr erledigte, reicht der Platz für das gemeindliche Räumgerät nämlich nicht mehr aus. „Jetzt werden wir dafür kritisiert, dass wir nicht mehr räumen, obwohl wir überhaupt nichts dafür können“, sagte Bürgermeister Werner Weindl. Hier müsse dringend eine Lösung gefunden werden, „weil eine Handräumung an der Stelle Sklavenarbeit ist“. Der schwere Schnee, der von der Bundesstraße auf den Radweg geschoben wird, sei so kaum zu entfernen.

Zumindest hier kann Glück beruhigen. „Das ist eine Fehlinformation. An der Breite ändert sich nichts.“ Man werde auf jeden Fall noch einmal das Gespräch mit der Gemeinde suchen.

Das Straßenbauamt hat die Arbeiten bereits ausgeschrieben. Voraussichtlich im Oktober wird damit begonnen. „Wir hoffen, dass wir noch heuer damit fertig werden“, sagt Glück. Während der Bauarbeiten ist mit Behinderungen auf der B 13 zu rechnen. Rund 400.000 Euro wird die Maßnahme kosten.

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